Bier vom "Weissbräu" gibt es nicht mehr

Deisenhofen - Nach 110 Jahren geht in Deisenhofen eine Familientradition zu Ende: Im gasthof "Weissbräu" wird kein eigenes Bier mehr gebraut. Braumeister Bartholomäus Gmeineder hört auf.

Im Biergarten des Gasthofs „Weißbräu“ in Oberhaching gemütlich unter Kastanienbäumen sitzen und in die Sonne blinzeln – das ist auch im kommenden Sommer wieder möglich. Etwas aber wird anders sein: Es wird kein kühles Weißbier der hauseigenen Brauerei mehr geben – denn das „Weißbräu“ stellt kein Bier mehr her. Braumeister Bartholomäus Gmeineder hat beschlossen, auf diesem Metier das Handtuch zu werfen. Über die Gründe, warum er die 110 Jahren alten Familienbrauerei nicht mehr weiterführen kann oder möchte, hüllt er sich in Schweigen.

Mit dem Versiegen der Weißbier-Quelle in Deisenhofen hat Oberhaching nun nur noch eine Brauerei – das „Stadlbräu“ von Braumeister Robert Prinz. Sehr zu Bedauern von Bürgermeister Stefan Schelle: „Mit dem Weißbräu hört ein kleines Stück Deisenhofen auf. Das war schon eine kleine Besonderheit hier bei uns im Ort, dass wir zwei Brauereien hatten. Wir waren immer sehr stolz darauf“, sagt er.

Gemundet habe ihm das Weißbier vom Gasthof „Weißbräu“ obendrein immer vorzüglich. „Das kriegt man jetzt leider nicht mehr“, bedauert Schelle. Dabei sei ihm sogar schon einmal zu Ohren gekommen, dass das Augustiner Bräu sich einst etwas von der Rezeptur des Deisenhofener Weißbiers abgeschaut habe – aber ganz sicher sei er sich da nicht. Genauso wie über die Gründe von Gmeineders Entscheidung nur spekuliert werden kann.

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