Ein Bierkrug für den Bürgermeister von New York

- Siegertsbrunner Dorfmusikanten marschierten bei Steuben-Parade

VON BERNADETTE HEIMANN Siegertsbrunn/New York - In Lederhosen über eine Straße zu marschieren, die Tuba, Posaune oder Trompete am Mund und fröhlich Märsche spielend, das ist für die Siegertsbrunner Dorfmusikanten, bekannt durch viele Auftritte in München und Umgebung, an sich nichts Besonderes. Wenn der Weg aber über die Fifth Avenue führt, vorbei an dem Metropolitan Museum of Modern Art oder dem Guggenheim Museum, dann kriegen auch die reisefreudigen Musiker große Augen.

Die sechsköpfige Gruppe, geleitet von Franz Nachbichler, hat den Auftritt bei der Steuben-Parade in New York sehr genossen. Der Umzug deutsch-amerikanischer Vereine und Gruppierungen wurde zum Jubiläum für die Siegertsbrunner, die seit zehn Jahren auf Musikreise im Ausland sind (wir berichteten).

Diesmal also New York. "Schön und interessant war`s", schwärmt Franz Nachbichler über die sieben Tage in der Stadt, der man nachsagt, dass sie niemals schläft. Umgeben von den verschiedensten Gruppen, etwa Schuplattlern made in USA, einem Karnevalsverein aus dem Kölner Raum oder einem Seemannschor aus der Nähe von Bremen, liefen die Siegertsbrunner über die Prachtstraße, die von begeisterten Zuschauern gesäumt war.

Während sie bei dem farbenfrohen Spektakel nur eine von sehr, sehr vielen Gruppen waren, standen die Dorfmusikanten bei einer Einladung des New Yorker Bürgermeisters schon mehr im Mittelpunkt. Als einzige Musikgruppe spielten sie Michael Bloomberg und seinen rund 150 Ehrengästen bayerische Volksmusik. Eine große Ehre für die sechs Bayern, die vermutlich auf Empfehlung von William Hetzler, dem Organisatoren der Steuben-Parade, ausgewählt wurden. Nachbichler überreichte dem New Yorker Bürgermeister einen Bierkrug der Gemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn, in der Hoffnung, dass er "einen würdigen Platz findet".

Eigentlich hatten die Dorfmusikanten auch am Tag der Bundestagswahl im deutschen Generalkonsulat eine Einladung für einen Auftritt auf der Wahlparty. "Doch wir hatten bereits zugesagt, in der deutschen Gemeinde St. Josephs beim Sonntagsgottesdienst zu spielen. Die Pfarrei stellte uns einen Übungsraum zur Verfügung", sagt Nachbichler.

Auch Zeit für Besuch am Ground Zero

Ein bisschen Zeit blieb den Siegertsbrunnern auch für Sightseeing. Unter fachkundiger Führung von Andreas Nachbichler, der vor kurzem ein vierteljährliches Praktikum im Big Apple gemacht hat, ging es zur Brooklyn Bridge, zum Times Square, zum Empire State Building oder nach Chinatown. "Natürlich haben wir uns auch den Ground Zero angeschaut", sagt Franz Nachbichler. Momentan werde in der riesigen Baugrube am Fundament gearbeitet.

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