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Die alte Brücke ist Geschichte: Ein Teil der B471, der über die A94 führt, wurde abgerissen.
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Die alte Brücke ist Geschichte: Ein Teil der B471, der über die A94 führt, wurde abgerissen.
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Die alte Brücke ist Geschichte: Ein Teil der B471, der über die A94 führt, wurde abgerissen.
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Die alte Brücke ist Geschichte: Ein Teil der B471, der über die A94 führt, wurde abgerissen.

Autobahn gesperrt

Hier wird die A94-Brücke abgerissen

Feldkirchen - Viele Schaulustige zog es am Wochenende an die A94: Bei Feldkirchen ist eine Brücke der B471 abgerissen worden.

Große Betonbrocken bedecken die Fahrbahn der A 94 bei Feldkirchen, auf der Sand ausgestreut wurde. Staub liegt in der Luft, es dröhnen die Abrissgeräte der Bagger, die auf die noch vorhanden Asphaltstücke einhämmern. Hier wird in Akkordarbeit die Brücke der Bundesstraße 471 über die Autobahn abgerissen, 14 Stunden haben die Bauarbeiter dafür Zeit, von Samstagabend bis Sonntagmittag; schnell war aber klar: Es wird Abend werden, bis die Fahrbahn der A 94 wieder freigeräumt und passierbar ist. Beobachtet wurden die Bauarbeiten von vielen Sonntagsspaziergängern, Familien mit kleinen Kindern oder Radfahrern, die, erstaunt von dem Schauspiel, abstiegen. Für sie gibt es einen Vorteil: Eine Fußgängerbrücke ersetzt momentan die Autobrücke, sie können also das Geschehen von beiden Seiten beobachten.

Es ist so ungewöhnlich, eine Autobahn für einen Brückenabriss zu sperren, dass sogar einige Bauarbeiter mit ihren Handys davon Fotos machen. Der Autobahnverkehr fließt in dieser Zeit über das Feldkirchner Ortszentrum oder die Staatsstraße im Norden zu den Autobahnauffahrten Kirchheim und Riem. Am Abend sollte die A 94 wieder freigeräumt sein.

14 Stunden – so lange haben die Anwohner keine Chance auf Ruhe. So auch eine Anwohnerin, die am Rande steht und das Geschehen beobachtet: „Es ist nur eine Nacht, aber ich habe nicht viel geschlafen.“ Ihren Namen will sie nicht in der Zeitung lesen, denn am Ziel der Bauarbeiten hat sie Kritik: „Ich habe mir viel versprochen, mit einer Glaswand auf der neuen Brücke, so hoch wie auf den Seiten. Jetzt gibt es keine Verbesserung.“ Denn mit einer zusätzlichen Wand wäre der Lärm der Autobahn besser abgehalten worden von den Bewohnern an Fasanenweg und Falkenstraße. Doch eine neue Lärmschutzwand zusätzlich wird es nicht geben. Ein Anlieger droht wohl mit rechtlichen Schritten, denn er würde wegen der erhöhten Wand mehr Lärm abbekommen.

So ist die neue Brücke über die B 471 eigentlich nur ein Neubau der bereits vorhanden. 40 Jahre alt war die Brücke an der Oberndorfer Straße. Weil in den 1970er Jahren der Stahl zu nah an die Außenkanten des Betons gebaut wurde, rostete das Metall durch eindringendes Wasser und dehnte sich aus. Der Beton platzte ab und hätte möglicherweise bald auf die Autobahn stürzen können. Das wollte die Autobahndirektion verhindern.

Akut hätten zwar eigentliche nur Teile der Stützen und der Fahrbahnbelag saniert werden müssen, doch bereits in zehn Jahren wäre der Rest fällig gewesen. Deshalb investiert die Autobahndirektion jetzt rund drei Millionen Euro Baukosten. Inklusive Nacharbeiten soll im Mai 2016 alles fertig sein, die Brücke aber schon im November. 70 Jahre soll sie dann halten, erste Sanierungen erhoffen sich die Experten erst nach 30 Jahren.

Die Feldkirchner befürchten aber, dass durch die neue Brücke an der B 471 langfristig mehr Verkehr durch den Ort fließt. Dabei wünschen sie sich seit Jahren eine Südumgehung, die sie dadurch in Gefahr sehen. „Wir haben eben nicht die Lobby wie Grünwald“, sagt die Anwohnerin, während sie neben den Abbrucharbeiten steht. Und angesichts der mangelnden Aussicht auf eine wirklich bessere Situation am Ende wirkt die Anwohnerin fast schon resigniert, wenn man sie auf den Lärm von Autobahn und Bauarbeiten während des Neubaus anspricht: „Was soll ich machen?“, fragt sie. Immerhin, der Kontakt zur Baufirma sei gut, die könne aber ja auch nichts dafür.

Benedict Witzenberger

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