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Frühlingshafte Deko beim Neujahrsempfang: (v.l.) Pfarrer Michael Ljubisic, Pfarrgemeinderatsvorsitzende Nicola Gerhardt und Bürgermeister Dietmar Gruchmann.

Neujahrsempfang

Bildung statt Konsum: Das nützt Flüchtlingen

Garching – Die Integration von rund 450 Flüchtlingen in Garching war das zentrale Thema beim Neujahrsempfang der katholischen Pfarrei St. Severin. Bürgermeister Dietmar Gruchmann bemängelte Versäumnisse der großen Politik. Nicola Gerhardt, Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, wünscht sich eine nachhaltige Unterstützung der Flüchtlinge.

Sie sprach quasi in doppelter Funktion, als Vorsitzende des Pfarrgemeinderates und treibende Kraft des Garchinger Helferkreises, der seinen Ursprung in der katholischen Gemeinde hatte. Sie betonte, dass eine nachhaltige Hilfe bedeute, „die Flüchtlinge in die Gesellschaft zu begleiten“. Deshalb wurden auch Sprechstunden für Arbeit suchende Flüchtlinge eingerichtet und die Bewohner der Anlage im Norden der Stadt werden zu den Deutschkursen begleitet. 

Nicola Gerhardt musste auch feststellen, dass das Bildungsniveau der Flüchtlinge aus Afrika teilweise erschreckend niedrig sei. Deshalb müssten die Asylbewerber nicht nur zum Unterricht begleitet, sondern auch unterstützt und motiviert werden.

Kritisch sieht sie, wie sich die Hilfsbereitschaft bei manchen Menschen ausdrücke: „Wir haben die Tendenz, die Flüchtlinge mit unseren Konsumgütern zuzuschütten. Sie brauchen aber andere Hilfe, um sich zukünftig mit 8,50 Euro Mindestlohn im Großraum München durchschlagen zu können.“

Nicola Gerhardt nannte als Beispiel einen jungen Flüchtling, der nach gerade einmal eineinhalb Jahren in Deutschland seinen Abschluss mit guten Noten an der Mittelschule gemacht habe. 

Auch Bürgermeister Dietmar Gruchmann hat solche lernwilligen Menschen kennengelernt: „Es gibt Flüchtlinge, die nicht zweimal, sondern fünfmal pro Woche Deutschunterricht haben wollen.“ Er appellierte beim Neujahrsempfang an die Garchinger, „dass wir als Christen das Gute im Menschen sehen sollten“. Er habe auch schon unschöne Briefe bekommen bezüglich der Aufnahme von Flüchtlingen, was in den Augen des Bürgermeisters Versäumnisse der großen Politik zeigt. „Integration heißt Fördern und Fordern“, sagte Gruchmann. So müsse die Gesellschaft in Deutschland auf die Flüchtlinge zugehen.

Der Bürgermeister nutzte den Empfang im Pfarrsaal auch, um sich zu bedanken, wie sich die katholische Gemeinde in die 1100-Jahr-Feier Garchings eingebracht hat. Er erinnerte sich vor allem an die Sonderaufgabe in der Jury, als die Garchinger 1100 Stücke Kuchen gebacken haben. Die Pfarrgemeinderatsvorsitzende konterte das lächelnd mit dem historischen Festzug: „Der Bürgermeister hat uns bei gefühlten 45 Grad in dicke Kleidung gesteckt und uns alle quer durch Garching laufen lassen.“

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