Im blauen Kasten wohnt ein guter Geist

Unterföhring - „Ich habe Gänsehaut und ich bin stolz auf unsere Schüler und das Kollegium“, sagte Schulleiterin Angelika Hillen. Sie rühmte den „guten Geist“, der seit 50 Jahren an der Grundschule Unterföhring herrscht.

Unter anderem begrüßte sie bei der 50-Jahrfeier Peter Settele, der von 1966 bis 2000 - davon 19 Jahre als Schulleiter - an der Schule war. Mit viel Gesang und Theater umrahmten die Schulkinder das Geburtstagsfest ihre Schule, die wegen ihrer Fassadenfarbe als „blauer Kasten“ bekannt ist. Die Redner des Festabends sparten nicht mit Lob für die Schule.

Die 50 Jahre seien „eine Erfolgsgeschichte und wir sind stolz darauf, eine bayerische Vorzeigeschule im Landkreis zu haben“, erklärte der stellvertretende Landrat Otto Bußjäger. Die leitende Regierungsschuldirektorin Elfriede Endl lobte „die zukunftsorientierte Arbeit“ von Schulleitung und Gemeinde. Ein Dankeschön sagte Schulleiterin Hillen der Gemeinde, diese ermögliche „einzigartige Bedingungen, unter denen wir hier arbeiten dürfen“. Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer erklärte in diesem Zusammenhang, dass der Gemeinderat „immer zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Entscheidungen getroffen habe“. Dazu gehörte der Kauf des Grundstücks für 18 000 D-Mark und der Bau des ersten Schulgebäudes für 1,2 Millionen D-Mark, darin war bis 1975 auch die Gemeindeverwaltung untergebracht.

Der „Blaue Kasten“ war „quasi die Kommandozentrale Unterföhrings“, so Kemmelmeyer. Doch die Zeit blieb nicht stehen: Die Gemeindeverwaltung bekam ihr Rathaus, die Schule erhielt 1997 den ersten Anbau (13,5 Mio. D-Mark) und im September 2014 wurde der zweite Erweiterungsbau (14 Mio. Euro) mit zwei Turnhallen, Mensa, Computerraum und modernen Klassenzimmern fertiggestellt, der 2015 offiziell eingeweiht werden soll.

Es sei ein „kleiner Campus“ und „eine der modernsten Grundschulen Bayerns“ entstanden. Bürgermeister Kemmelmeyer erinnerte an den vergeblichen Kampf für den Erhalt der Teilhauptschule, die 2005 zur Grundschule zurückgestuft wurde.

Festredner Peter Settele widmete sich der Entwicklung der schulischen Bildung, bei der heute auch Umweltschutz und Neue Medien wichtig seien. Dennoch werde an der Unterföhringer Grundschule die Lesekultur nicht verdrängt. „Nur wenn Bildung an einer Schule alle Dimensionen menschlichen Lebens erschließt, wenn Schule mehr ist als Unterricht, kann man dem Schüler in seinem Reichtum und seiner Vielfalt an Begabung, mit der ihn die Natur und Gott beschenkt hat, gerecht werden.“ Dazu gehöre auch die Musik und Peter Settele appellierte: „Lasst die Kinder singen, jodeln und musizieren, dass es eine Freude ist.“

Genau das taten die Grundschüler bei der Jubiläumsfeier und verliehen dem Fest damit seine hübschen, persönlichen Akzente. Marion Friedl

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