Weltraum für die Hosentasche: Andreas Vogler mit einer Miniatur seiner Installation. foto: jo

Blick ins All durch eine Skulptur

Unterhaching - Wer den Kopf zum Himmel reckt, sieht für gewöhnlich Vögel fliegen und Wolken ziehen. Andreas Vogler setzt einen neuen Akzent am Firmament: Der Architekt ermöglicht in Unterhaching den Blick ins Weltall. Seine Installation „EyeInTheSky“ wird im Mai bei der Ars Technica in Unterhaching zu sehen sein.

Die vielleicht enttäuschende Nachricht vorab: Das Modell des Münchner Architekten ist eine optische Täuschung. Die Gute: Das macht nichts. Denn diese Illusion ist so wunderschön, dass sich ihr bestimmt jeder gerne hingeben wird, der die Ars Technica besucht. Ein mit Spionspiegel bespannter Ring wird im Innenhof des Kulturzentrums Kubiz hängen. Er sieht auf den ersten Blick aus wie ein Ufo, das zur Landung ansetzt. Der Ring - im Durchmesser 1,75 Meter groß - hängt sieben Meter über dem Boden. „In ihm leuchten bunte LEDs. Sie erzeugen einen Bewegungseffekt, der den Blick ins Weltall simuliert“, erklärt Vogler. Die Installation baut er eigens für die Ars Technica in Unterhaching, die vom 15. bis zum 17. Mai stattfindet. 20 Künstler beteiligen sich heuer an der Veranstaltung (siehe Kasten). Seit einem Monat bauen Vogler und sein Team Prototypen der Ring-Skulptur, in vier Wochen soll dann das Original in Unterhaching hängen.

Das Vorhaben ist ein „Crowdfunding-Projekt“. Crowdfunding bedeutet, dass eine Vielzahl an Menschen - die Crowd - ein Projekt finanziell unterstützt und somit mit ermöglicht. Vogler und seine Kollegen sind mit unzähligen Arbeitsstunden und Materialkosten in Vorleistung gegangen; die Architekten brauchen nun rund 3000 Euro, um zumindest die Materialkosten abzudecken. „Jeder kann sich beteiligen und somit auch Teil des Projekts werden“, sagt Vogler.

Viele bisherige Projekte des gebürtigen Schweizers wurden weltweit in Museen ausgestellt, eine Skulptur war sogar auf der Internationalen Raumstation ISS dabei. Wer sich finanziell beteiligt, erhält eine Gegenleistung. Es winken Belohnungen wie ein Arduino Programmier- und Elektronikworkshop für Anfänger und eine Halskette der „EyeInTheSky“-Installation. „Unterstützer, aber auch Leute, die generell interessiert sind, dürfen die Installation sogar mit aufbauen“, sagt Vogler. Technik (be)greifbar machen, das ist es, was er möchte. Das Ziel des 51-Jährigen ist, Menschen für die Verbindung von Kunst und Technik zu begeistern. Vogler möchte Berührungsängste gerade in Bezug auf Technik abbauen. Heutzutage sei Technik allgegenwärtig. Er gibt ein Beispiel: „Jedes Kind hat mittlerweile ein Smartphone. Dessen Herz ist ein Mikroprozessor. Aber was ein Prozessor ist und was er tut, das weiß kaum jemand.“ Mathematische Vorgänge seien gar nicht so abstrakt wie ihr Ruf, „wichtig ist nur, Prinzipien zu verstehen“. Wer die „EyeInTheSky“-Skulptur nach der Ars Technica besitzen möchte, beteiligt sich beim Crowd-Funding mit 3333 Euro. Alle, die schlankere Beträge besteuern möchten, können dies unter dem Weblink https://wemakeit.com/projects/eyeinthesky-arstechnica2015 tun.

Das Kunst- und Kulturfest

Ars Technica findet vom Freitag, 15. Mai, bis zum Sonntag17. Mai, in Unterhaching statt. Das Programm und alle Veranstaltungsorte gibt's auf www.ars-technica.de.

Veronika Jordan

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