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Stolze Besitzer des goldenen Stamperls: Christian und Katharina Böltl freuen sich über die hohe Auszeichnung.

Goldenes Stamperl

Die Böltls aus Aschheim stoßen mit eigenem Gin an

Aschheim - Es gibt nicht viele deutsche Schnapsbrenner, die sich mit dem goldenen Stamperl schmücken dürfen. Diese österreichische Auszeichnung gleicht bei bäuerlichen Schnapsproduzenten einem Ritterschlag, den sich die Aschheimer Brennerei der Brüder Christian (38) und Franz (49) Böltl verdient hat.

Einen Extrapreis hat auch der Enthusiasmus der beiden verdient, denn sie brennen auf dem ehemaligen Bauernhof gegenüber dem Rathaus aus Leidenschaft und mit den nächsten Qualitätssiegeln vor Augen.

Das große Geschäft soll aus der Schnapsidee nicht werden. 2013 hatten die Brüder die Idee, selbst ihren Aschheimer Schnaps zu brennen. Der Name „ascaim edle destillate“ kommt von der alten Schreibweise Aschheims, und das Wagenrad in der Mitte des Wappens bezieht sich auf ihren Onkel, der einst eine Wagnerei betrieb.

Im ehemaligen Bauernhof der Tante bauten die Böltls 2013 nicht genutzte und sanierungsbedürftige Räume komplett um zu einer sehr nett eingerichteten Kleinbrennerei mit Verkostung. Das Herzstück des kleinen Familienbetriebs ist der Raum mit dem hochmodernen Brennkessel. Betreiber Christian Böltl, seine Frau Katharina (31) und der ihn unterstützende Bruder Franz haben die gesamte Technik der Anlage als Eigenbau entwickelt und für optimale Verhältnisse auch den Raum um einige Zentimeter abgesenkt. Keine Arbeit war dem Trio zu viel, um den Traum der eigenen Brennerei zu leben. 

Dabei sind die Böltls beim Brennen Traditionalisten: Für die Produktion ihre zwei verschiedenen Brände, einen Gin und einen Likör, haben sie sich in ganz Deutschland Steingefäße gekauft, die dem angehenden Schnaps im Gegensatz zu den in Brennereien üblichen Stahlkesseln Luft zum Atmen geben.

2014 produzierte „ascaim edle destillate“ bereits 50 Liter. Aktuell werden etwa 800 bis 1000 Flaschen jährlich befüllt. Die Böltls haben gar keine Ambitionen, den Absatz zu steigern, zu professionalisieren und ihr Hobby auszubauen. Vielmehr erlebte die Brennerei ihren größten Tag mit dem goldenen Stamperl, einem österreichischen Wettbewerb für qualitativ hochwertige Produkte von Hobby-Brennereien. In der Kategorie bayerische/österreichische Himbeerbrände wurden die Aschheimer von der Jury zum Sieger ernannt, der Gin erhielt eine Goldmedaille und für den Haselnussschnaps gab es dazu noch einen dritten Platz.

Positiver Nebeneffekt dieses Pakets von Auszeichnungen ist eine spürbar steigende Nachfrage nach den Schnäpsen made in Aschheim. „Diese Auszeichnungen sind für uns eine besondere Motivation“, sagt Christian Böltl.

Das nächste große Ziel ist nun „World of Spirits“, eine Art Oscar der Hobbybrenner. In den nächsten Jahren wollen die Böltls schrittweise die Qualität ihrer Produkte steigern, um dann die begehrteste aller Auszeichnungen nach Aschheim zu holen. Das wäre dann der diamantene Unterteller für das goldene Stamperl. 

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