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Die wollen doch nur das Böse vertreiben: Perchten verkörpern das Gute.

Perchten verjagen Krampusse

Das Böse fällt ein in Heimstetten

Heimstetten – Weit über 1000 Besucher lauschten den Musikanten und Glocken von St.Peter, während die „guaten“ Perchten das Böse aus der Welt kehrten oder mit ihren Glocken und Ratschen vertrieben. „Damit wieder Platz ist!“, erklärte Moderator und Brauchtumsexperte Thomas Miller aus Hallein. „Das Böse“ fiel anschließend mit lauter Rockmusik, Nebel und zuckenden Lichtblitzen in Form von 15 Krampus-Gruppen ins Räter-Einkaufszentrum (REZ) Heimstetten ein.

Organisator Tobias Graf bot ein tolles Spektakel, wobei viele Besucher den Unterschied zwischen Gut und Böse optisch kaum erkennen konnten. Zum vierten Mal hatte REZ-Verwalter Fritz Humplmayr in den Innenhof des Einkaufszentrums geladen, so viele Bürger wie nie waren gekommen. „Einfach fantastisch – da find‘ ich fast keine Worte mehr“, sagte Humplmayr, der selbst die Moderation mit übernommen hatte – er meinte allerdings auch die über 250 sehenswerten Maskenträger.

Fast alle stammten aus Österreich. Den Anfang machten die Goaßlschnalzer aus Schnaitsee bei Wasserburg. Acht kräftige Mannsbilder in kurzen Lederhosen und mit aufgekrempelten Hemden wurden von Ziach und Klarinette begleitet und trotzten mit synchronem Peitschenknallen der aufziehenden Kälte. 

Es folgten sechs „gute“ Perchten-Gruppen aus Penzberg sowie aus der Salzburger Region. Die einen hatten einen zehnköpfigen Trommel-Zug dabei, die anderen eine Ziehharmonika, die meisten traten aber ohne Musik auf. Leise waren sie deswegen aber keineswegs. „Mit den Glocken, Schellen sowie Ratschen treiben sie den Winter und das Böse aus dem Land, den Rest erledigen dann die kleinen und großen Hexen mit ihren Besen“, sagte Fachmann Miller.

Die Masken – von jedem Träger selbst erstellt, sonst dürfen sie nicht benutzt werden – machten allerdings keineswegs einen guten oder vertrauenswürdigen Eindruck: Verzerrte Fratzen mit langen, spitzen Zähnen, lange Felle verschiedenster Tierarten, dazu zwei bis acht Hörner, wild in alle Richtungen abstehend. Allesamt Fabelwesen, Mischungen aus Teufelsmasken mit Einschlägen in Richtung Ratte, Geier, Steinbock oder Wolf.

 „Die sehen nur so furchterregend aus, um das Böse zu vertreiben! Aber wenn man von einem Perchten gestreichelt wird oder seinen Stier- oder Rossschwanz berühren kann, dann bringt das Glück für das ganze Jah!“, beruhigte Thomas Miller die doch eher skeptischen Zuschauer und vor allem die Kinder.

Zum Auszug der „Guatn“ läutete passend die nahe Kirche St.Peter. Kurz danach wurde es sehr laut: Hardrock von AC/DC, Volbeat und Corvus Corax begleitete gemeinsam mit blau-grünem Rauch, rot und weiß sprühenden Bengalos sowie zuckenden Lichtblitzen den Einzug der 15 Krampus-Gruppen. Rein optisch die Masken sehr ähnlich zu den Perchten, doch nun waren auch schwarze Engel, aggressive Fabelwesen an klirrenden Ketten oder „Die Finsternis“ mit dabei. „Iron Devils“, „Urdeifin“, „Abraxas Höllenfürsten“ oder „Black Death Devils“ sind einige der Gruppen-Namen, jeder einzelne fauchend, grunzend und brüllend – das Böse verkörpernd.

Nun sollten die Zuschauer eine Berührung mit ihnen vermeiden, denn diese würde für 2016 kein Glück bringen. Dazwischen die Feuer-Show von „Döni“ aus Heimstetten, ehe nach fast drei Stunden begeisterte Zuschauer heimgingen. Bert Brosch

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