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Boris Becker bei der Podiumsdiskussion in Ismaning.

Als DTB-Funktionär in Ismaning

Boris Becker kämpft um sein Image – und macht Mut

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Wo Boris Becker auftritt, herrscht Trubel – so auch am Dienstag beim TC Ismaning, auf dessen Anlage diese Woche die Wolffkran Open stattfinden. Dort kämpfte der ehemalige Held um sein Image.

Update vom 22. November 2017: Er sorgte dafür, dass ganz Deutschland sich für Tennis begeisterte. Wir blicken zum 50. Geburtstag von Boris Becker zurück auf Höhen und Tiefen der Tennis-Legende.

Eingeflogen aus London, betrat der 49-Jährige um 11.11 Uhr gemeinsam mit Davis-Cup-Teamchef Michael Kohlmann, DTB-Sportdirektor Klaus Eberhard, Turnierchef Peter Aurnhammer und Spieler Yannick Hanfmann die schmucklose Klubgaststätte zur Diskussion über die Zukunft des deutschen Herrentennis, dem er seit 57 Tagen als Head of Men’s Tennis vorsteht. Fragen zur privaten Situation – Becker droht seine Pokale zu verlieren und wurde mit dem englischen Dschungelcamp in Verbindung gebracht – waren nicht erlaubt.

Der ehemalige Held kämpft um sein Image und zumindest seine Tennisantworten sind nicht auf Fliegenklatschenmützen-Niveau. „Ich habe als Spieler oft in Oberhaching trainiert, die Stützpunkte sind wichtig für die Spieler in der Region“, sagte Becker über die DTB-Stützpunktstruktur, die im Gegensatz zu Spanien (Barcelona) und Frankreich (Paris) auf vier Zentren (Oberhaching, Stuttgart, Hannover, Kamen) setzt. Becker wird in den kommenden Wochen alle besuchen. „Wir haben tolle Spieler, die es wert sind, dass man über sie spricht“, so der Leimener. Vor zwei Jahren standen nur zwei deutsche Spieler in den Top-100, die Becker bei einer gewissen „Grundkonstitution“ für ein realistisches Ziel hält, heute sind es acht.

„Wir haben zum Glück einen Diamanten, der einen deutschen Pass hat“

Angeführt wird die deutsche Crew von Alexander Zverev (20) auf Rang fünf. Der hoch talentierte Shootingstar wurde anfangs von seinem Heimatverein in Hamburg gefördert, das Stützpunktsystem durchlief er nie. Die Krux im Tennis: Es gibt nicht den einen Weg an die Spitze. „Jeder hat andere Entwicklungsstadien, man muss individuell fördern“, sagt Kohlmann. Seit Anfang des Jahres hat der DTB durch die erstmalige finanzielle Unterstützung des Deutschen Olympischen Sportbunds mehr Möglichkeiten.

Zverev ist darauf nicht mehr angewiesen, er hat längst ein persönliches Team um sich geschart. Becker: „Wir haben zum Glück einen Diamanten, der einen deutschen Pass hat.“ Dass ihm noch die großen Grand-Slam-Ergebnisse fehlen, ist für Becker kein Problem: „Ein Grand Slam ist verdammt schwierig, vieles kann man nicht lernen, das muss man erleben.“ Die Nummer eins traut er ihm zu, eine Garantie gibt es nicht, betonte der neue DTB-Boss, der auf Zverevs Davis-Cup-Einsatz in der Erstrundenpartie gegen Australien hofft. „Alle wollen spielen, die Bereitschaft ist da“, so Becker. Das gilt wohl auch für Dustin Brown, der seit einem Nominierungsstreit in Ungnade gefallen war. Becker hielt mit ihm einen kurzen Plausch auf der Terrasse, ebenso mit der deutsch-spanischen Nachwuchshoffnung Nicola Kuhn (17), der aktuell für Spanien spielt. Der Trubel war da lange vorbei. 

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