Bei BrainLAB gibt sich Stoiber betont entspannt

- Feldkirchen - BrainLAB-Gründer Stefan Vilsmeier wartete vor dem Eingang zur Firmenzentrale schon mit ausgestrecktem Arm auf den Ehrengast, da blafften die lauernden Reporter Edmund Stoiber ihre Fragen entgegen. "Wie lange wollen sie noch Ministerpräsident bleiben?", "Was werden sie zu Frau Pauli sagen?" Stoiber ignorierte die Fragen erwartungsgemäß und ging zum Plausch mit Vilsmeier und den Vorständen über, bemüht, einen betont gelösten und entspannten Eindruck zu machen.<BR>

<P>Im September 2006 haben 500 Beschäftigte in der neuen Zentrale des Medizintechnikherstellers in Feldkirchen ihre Arbeit aufgenommen. Das alte Gebäude in Kirchheim, kaum 500 Meter entfernt, war zu klein geworden. Am Freitag weihten Vilsmeier und Stoiber den 30 Millionen teuren Neubau offiziell ein.<P>Beim Rundgang durch die Entwicklungs- und Produktionsstätten waren die Objektive der Fotografen und Kameraleute zumeist für Nahaufnahmen auf das Gesicht des Ministerpräsidenten gerichtet. Der ließ sich von den Turbulenzen der letzten Wochen nichts anmerken, begutachtete professionell interessiert Geräte zur Bestrahlung von Tumoren, Computertomographen und OP-Säle der Zukunft. Er nahm sich Zeit für das Gespräch mit Auszubildenden, bestaunte Konferenzräume im Antarktis- und Karibik-Design, die sogenannten interaktiven Zonen. Nur wenn er zwischendurch die Kurzmitteilung auf seinem Handy ablas, verzog er die Mundwinkel.<P>Er sei stolz, ein Unternehmen mit dieser Bedeutung in Bayern zu haben, verkündete Ministerpräsident stolz auf Hightech-Unternehmen Stoiber. "BrainLAB ist eines der innovativsten mittelständischen Unternehmen, das ich kenne." 1989, als 22-Jähriger hatte Vilsmeier das Unternehmen gegründet, mittlerweile macht BrainLAB einen Jahresumsatz von 144 Millionen Euro, beschäftigt rund 1000 Mitarbeiter weltweit.<P>Mit seinem Produktspektrum könne das Unternehmen komplette Krankenhäuser ausrüsten, erklärte Vilsmeier. BrainLAB bietet Geräte und Software für verschiedenste medizinische Bereiche, von der Wirbelsäulenchirurgie über die Krebstherapie bis hin zur Neurologie. "Es gibt keinen Mitbewerber, der über die ganze Breite der Palette mit uns konkurrieren kann", erklärte der Unternehmensgründer. Mehr als 85 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet BrainLAB im Export, das meiste davon in den USA, aber auch in Asien. Stoiber griff diese Zahlen in seiner Festrede auf: "Das sollte uns animieren, innovative Produkte in Deutschland schneller auf den Markt zu bringen", mahnte er.<P>Andreas Raith<P>

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