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Rußgeschwärzt: Die Fassade des Neubaus wird beim Brand stark beschädigt.

Weit schlimmer als gedacht

Brandstifter richtet 400.000 Euro Schaden an Realschul-Neubau an

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Unterschleißheim – Der Brand in der Silvesternacht hat am Neubau der Therese- Giehse-Realschule in Unterschleißheim größeren Schaden angerichtet als zunächst vermutet. War anfangs noch von geschätzten 100 000 Euro die Rede, so geht man nun von bis zu 400 000 Euro aus.

Das sagte Bernd Besemer vom Architektenbüro Köhler, das für den Neubau am Münchner Ring verantwortlich zeichnet. Die Summe sei jedoch „eine Obergrenze“, betonte Unterschleißheims Bürgermeister Christoph Böck, Vorsitzender des Zweckverbands Staatliche Weiterführende Schulen Unterschleißheim. „Noch stehen einige Gutachten aus. Es kann auch sein, dass die Summe etwas niedriger liegt.“ 

Versicherung zahlt wohl nicht alles

Der Rathauschef zeigte sich bei der Zweckverbandssitzung zuversichtlich, dass ein „absoluter Großteil“ des Schadens von der Versicherung bezahlt werde. „Ob wir am Schluss aber hundert Prozent Erstattung bekommen, ist fraglich. Auf einem bestimmten Umfang werden wir wahrscheinlich sitzen bleiben“, sagte Böck.

Immerhin: An der geplanten Eröffnung der Realschule zum kommenden Schuljahr hält Architekt Bernd Besemer fest: „Wir liegen im Terminplan. Der Brand darf keine Ausrede dafür sein, dass wir nicht rechtzeitig fertig werden.“ Im Herbst sollen die rund 700 Realschüler mit ihren 70 Lehrern in das neue Schulhaus einziehen. 

Neubau kostet 36 Millionen Euro

Für den Bau mitsamt Mensa, Aula und Bibliothek sind 36 Millionen Euro veranschlagt. Die alte Realschule wird nach dem Umzug abgerissen; an ihrer Stelle soll der neue Schulhof entstehen. 

Das Feuer in der Silvesternacht war schon der zweite Brand an dem Gebäude: Bereits zu Beginn der Arbeiten hatte jemand an der Baustelle gezündelt, so Christoph Böck. Der Schaden sei damals aber ungleich geringer gewesen. Wie schon beim ersten Fall geht die Polizei auch diesmal von Brandstiftung aus. Ein Unfall mit Feuerwerkskörpern sei mit hoher Wahrscheinlichkeit auszuschließen. „Wir ermitteln weiterhin wegen des Verdachts einer Vorsatztat“, bestätigt ein Polizeisprecher.

Polizei ermittelt weiter

Wie berichtet hatte ein Passant am Neujahrsmorgen gegen 4 Uhr entdeckt, dass die Fassadendämmung an der Südseite des Schulneubaus Feuer gefangen hatte. Betroffen war der Bauteil A gegenüber dem Kinderhaus – also ausgerechnet jener Teil des Gebäudes, wo der Innenausbau am weitesten fortgeschritten ist. „Dummerweise hatt’s uns genau an der falschen Stelle getroffen“, konstatierte Bernd Besemer. Beschädigt wurden Teile der Fassade im Erdgeschoss und im ersten Stock; darüber hinaus habe es „sechs Zimmer stärker erwischt“, so der Architekt.

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