Dortmund besiegt "Fluch von Berlin" - Triumph für Tuchel

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Foto: Michalek

Aris Blettenberg dirigiert die Garchinger Symphoniker

Springend, hüpfend, fordernd

Garching - „Unbändiges Temperament und Leidenschaft“ sind zwei Eigenschaften, die Aris Alexander Blettenberg am besten beschreiben. Beim Winterkonzert hat er als neuer Dirigent des Garchinger Sinfonieorchesters einen bravourösen Auftritt hingelegt.

Blettenberg ist erst seit September 2015 als Dirigent im Boot, mit 21 Jahren der jüngste Dirigent, den die Garchinger Sinfoniker je hatten. „Beide waren wir gespannt aufeinander, aber sehr schnell hat sich eine Harmonie eingespielt“, erinnert sich Blettenberg an seinen ersten Probentag mit den 65 Musikern. Dass erst vier Monate gemeinsamen Arbeitens hinter Orchester und Dirigent liegen, war bei keinem der drei Stück, ob von Ottorino Respighi, Wolfgang Amadeus Mozart oder Antonin Dvorak, zu spüren. 

Er lotst seine Musiker mit Blicken und Körpersprache

Sie vermittelten vielmehr das Gefühl eines über Jahre gereiften musikalischen Miteinanders und eines punktgenauen Ineinandergreifens. Mit einem Augenzwinkern begrüßte Blettenberg beim Betreten der Bühne die Musiker, hob ohne zu zögern den Taktstock. Weich und feinfühlig zog er die zarten Töne und die ausgeglichene Melodik der „Antiche Danze Suite“ förmlich aus seinen Musikern heraus. 

Mit 21 Jahren sein Antrittskonzert

Mit diesem ersten Stück bewies Blettenberg sein ausgesprochen gutes Gespür für Klangbalance. Trotz Einsatz des kompletten Orchesterapparats, den Respighi vorschreibt, brachte Blettenberg selbst kleinste Details der Partitur wunderbar zur Geltung, gewährte den Musikern aber auch kleine Freiräume bei ihren Solis. Eine Besonderheit war Mozarts Klavierkonzert, Blettenberg agierte als Solist und gleichzeitig als Dirigent. Jedoch ganz anders als diejenigen Solisten, die oft die uneingeschränkte Aufmerksamkeit ihres Publikums einfordern, saß er inmitten seiner Musiker am Flügel, ließ jegliche Exzentrik fehlen. Ausgestattet mit der Begabung eines Pianisten und noch voller Hingabe in das eigene Spiel an den Tasten versunken, hebt er im nächsten Moment eine Hand von der Klaviatur und gibt seinen Musikern die Einsätze, mit seinem Blick und seiner Körpersprache lotst er sie durch das Stück. Ein Beweis für das Vertrauen, das Blettenberg in das Können seiner Musiker setzt. Sie belohnten ihn mit dem Schönsten, was ein Orchester seinem Dirigenten zu bieten hat, mit Klappern der Bögen auf den Notenständern und Fußgetrampel. Welche Energie und Leidenschaft in ihm steckt, brach buchstäblich bei Dvoraks 8. Sinfonie aus Blettenberg heraus. Mit ganzem Körpereinsatz, springend, hüpfend, forderte er sich und das Orchester, er schien vor Freude und Glück annähernd zu zerbersten. Die Soli, egal ob bei den Bläsern oder Streichern kamen punktgenau. Wunderbar grazil gespielt war das Allegretto des 3. Satzes, ebenso eindrucksvoll das triumphale Ende des Allegro. Erst nach zwei Zugaben wurden die Sinfoniker von der Bühne entlassen, die Bravo-Rufe aus dem Publikum haben sich die Garchinger voll verdient.

Sabrina Brosch

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