Brennessel ist biologisches Viagra

Schäftlarn - Kräuterpädagogin stellt Vorzüge von Heilpflanzen vor

Schäftlarn -- Gegen alles ist ein Kraut gewachsen, „man muss nur wissen welches“, ist Kräuterpädagogin Viktoria Seitner aus Neufahrn überzeugt. Unlängst ließ sie rund 20 Teilnehmer der Gartenfreunde Schäftlarn in einem Vortrag über Wildkräuter an ihrem Wissen teilhaben und verwöhnte sie im Anschluss mit Köstlichkeiten aus ihrer „grünen“ Küche.

Viele wohlschmeckende Pflanzen und Kräuter, die zudem noch einen positiven Einfluss auf den Körper haben, finden sich in jedem Garten, werden aber nicht selten als Unkraut betrachtet. „Dabei steckt so viel Gutes in ihnen“, sagt Seitner. „Ihre Wirkung ist nur leider in Vergessenheit geraten.“ So wirkt Giersch gegen Gicht, Spitzwegerich hilft bei Insektenstichen und die Bitterstoffe des Löwenszahns fördern die Verdauung. Einer der absoluten Lieblinge unter den Kräutern ist für Seitner jedoch die Brennnessel. „Sie ist eine der stärksten und ältesten Heilpflanzen überhaupt, vom Samen bis zur Wurzel.“ So wirkt sie unterstützend beim Entschlacken, oder lindert beispielsweise Blasenprobleme, Arthrose und Arthritis. Auch bei Haarausfall soll sie helfen. „Die Brennnessel ist ein toller Lieferant von Eisen, Vitaminen und Mineralstoffen.“ Ebenso wie in ihrer Wirkung ist sie in ihrer Verarbeitung mehr als vielfältig: „Als Tee, Spinat, Zusatz zu einem normalen Salat oder als Würzsalz“, zählte die 61-Jährige nur ein paar Möglichkeiten auf. „Man sollte ihr also mit etwas Respekt begegnen und sie nicht vollständig aus dem Garten verbannen.“ Und auch die Samen sind nicht ohne, sie helfen bei Impotenz. „Ich sag immer, das ist biologisches Viagra.“ Und tatsächlich: Im Mittelalter war es Mönchen sogar verboten, Brennnesselsammeln zu essen, damit deren Keuschheitsgelübde nicht in Gefahr geriet.

Auch für die Aufbewahrung der Pflanzen hat die Kräuterpädagogin, die im Frühsommer auch kulinarische Wanderungen durchführt, einen Tipp: „Sammeln soll man sie in Körben oder Stoffsäckchen, weil die Kräuter noch atmen. Aufbewahren hingegen ungewaschen in einem aufgeblasenen und verschlossenen Plastikbeutel im Kühlschrank.“ Durch das Aufpusten herrschen in der Tüte rund 90 Prozent Luftfeuchtigkeit. „So bleiben die Wildkräuter bis zu zwei Wochen frisch.“ sh

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