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Betreuung

Engpass wegen Personalmangel

Brunnthal - Zum neuen Kindergartenjahr ab September zeichnen sich in Brunnthal ein eklatanter Engpass bei der Betreuung ab. Im Kulturausschuss wurde die vor allem durch Personalmangel verursachte Schieflage bei der AWO in der Brunnthaler Kita „Gänseliesl“ offenkundig.

Der Ausschuss forderte klare Konsequenzen. Die AWO verweist auf strukturelle Probleme – insbesondere in der Wohnraumbeschaffung für neue Mitarbeiter. Gleichzeitig stellt sie klar, dass sie ihre Verpflichtungen erfüllen werde. „Wir haben Feuer unterm Dach!“ Brunnthals Bürgermeister Stefan Kern (CSU) bereitet der Blick aufs neue Kindergartenjahr Kopfzerbrechen. „Es geht um insgesamt 30 Kinder.“ 

Im Zuge des Kooperationsvertrages mit der AWO waren den Eltern die Kindergarten und Krippenplätze im neuen Kindergartenjahr fix zugesagt worden. Personalprobleme stellen die Verabredung in Frage. AWO-Kita-Leiterin Christine Weirauch hatte in der Sitzung auf die Missstände hingewiesen. Es sei sehr schwierig, Fachkräfte zu bekommen. Eine neue Mitarbeiterin im Kindergartenbereich müsse erst noch ihren Abschluss machen. Kern fügte hinzu, dass im Krippenbereich erst im September mit der neuen Mitarbeiterin zu rechnen sei. 

Den Elternfrust bekommt die Gemeinde geballt ab. „Die Reaktionen spiegeln Gefühlslagen von Verzweiflung bis Zorn, von Wut bis zu Klage-Drohungen wider“, sagte der Bürgermeister. Der Zorn über die unzureichenden Umstände hat auch die Gemeinderäte erfasst. „Warum Internet-Anzeigen der AWO lediglich auf deren Regional- , nicht aber auch auf der Bundesseite der AWO geschaltet werden, versteht niemand“, rügte Kern. „Die AWO wird aufgefordert, Alternativen zur Lösung der angespannten Situation zu finden“, war sich der Ausschuss einig. Gemäß eines einmütig unterstützten Antrags von Daniel Brenner (CSU) droht dem Betreiber angesichts des „Defizitvertrages“ eine Abmahnung.

 Einstimmig abgesegnet wurde auch der Antrag von Brunnthals Zweitem Bürgermeister Thomas Mayer (CSU), die AWO müsse hinsichtlich einer Lösung alternative Wege beschreiten. Er denkt daran, Tagesmütter der Großtagespflege einzubinden. „Über eine solche Notgruppe könnten zumindest zehn Kinder betreut werden“, sagte Kern. „Mehr Aktivität und eine bessere Vernetzung der AWO vor Ort“ lauteten die Forderungen der Mandatsträger. Anwürfe, die man bei der Arbeiterwohlfahrt nicht versteht.

„Es ist eine schwierige Situation in den Landkreis-Gemeinden und kein von uns hausgemachtes Problem“, erklärt die Fachbereichsleiterin im AWO-Kreisverband München-Land, Susanne Schroeder. „Ich kann einfach nicht zaubern. Wir sind in vielen Online-Portalen vernetzt und schalten trotz bekannt geringer Erfolgsaussichten immer wieder selbst Anzeigen in verschiedenen Medien.“ Sie führte auch an, dass der Wohnraum kaum bezahlbar sei. Derzeit habe man zudem „seitenweise Beschwerdebriefe“ von Eltern abzuarbeiten. Für Brunnthal sieht sie die Situation nicht so negativ. „Alle Einrichtungen dort werden ab September laufen. Wir haben für die Krippe eine neue Fachkraft eingestellt und werden im Kindergartenbereich nötigenfalls auch mit Ergänzungskräften arbeiten“, beruhigt Schroeder die Gemüter. Die gemachten Zusagen würden auch eingehalten. „Abmahnungsandrohungen machen aber keinen Sinn“, sagte die AWO-Verantwortliche. „Wir tun alles und brauchen einfach noch ein paar Wochen Zeit.“ Harald Hettich

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