Verhandlung zu Diesel-Fahrverboten: Darum wurde das Urteil vertagt

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Auf dem Gelände des ehemaligen Lutterschmids soll für elf Millionen Euro eine ganz neue Ortsmitte für Brunnthal entstehen. 

Ortsmitte

Neue Beschlüsse für Lutterschmid-Areal

Brunnthal - Das elf Millionen Euro teure Projekt „Ortsmitte“ raubt den Brunnthaler Gemeindepolitikern zeitweise sogar den Schlaf. Bis weit nach Mitternacht tagte der Gemeinderat jetzt, um wichtige Detailfragen zu klären. Denn bis 2018 soll das alte Lutterschmid-Areal in neuem Glanz erstrahlen.

Vor allem ein innovatives Energiekonzept und die Dach- sowie Fassadengestaltung des Ensembles mit Gasthof, Hotel, Gewerbe und Wohnen zwischen Münchner- und Hofoldinger Straße standen im Fokus. Gegen den ursprünglichen Mehrheitswunsch eines Ziegeldachs für alle Gebäudeeinheiten wurde jetzt eine Blechdachlösung für das Dach des Gasthofs und des Hotels beschlossen. Optische Bedenken wurden dabei zurückgestellt. „Durch die geplante Photovoltaik auf dem Dach von Gasthof und Hotel wird von der eigentlichen Dachkonstruktion ohnehin nicht viel zu sehen sein“, sagte Bürgermeister Stefan Kern (CSU). Dagegen sollen die Wohn- und Gewerbebereiche weiterhin mit einem Ziegeldach eingedeckt werden.

Energie-Versorgung

Neben der geplanten, aber aus Kostengründen immer noch nicht endgültig beschlossenen Photovoltaik soll eine Holz-Pellet-Heizung im Keller mit zwei Kesseln nicht nur den Gasthof- und Gewerbebereich, sondern auch das neu geplante Wohnhaus weiter südlich energetisch mitversorgen. Auch das Rathaus wird über einen speziellen Energietransfer mit Pellets zum Teil energetisch mitversorgt werden. Die zunächst avisierte Hackschnitzellösung will der Gemeinderat dagegen aufgrund von Mehrkosten von rund 250 000 Euro nicht weiter verfolgen. „Mit dem Energieverbund zwischen Wohnhaus, Gasthof und Rathaus sind wir energetisch gut aufgestellt“, glaubt Kern.

Fassade

Für die Nordfassade entschied sich der Gemeinderat nun nicht mehr, wie ursprünglich geplant, für Balkone, sondern für eine komplette Einhausung samt einemTreppenhaus im Hauptgebäude. „Die Mehrkosten betragen voraussichtlich 196 000 Euro“, sagte Kern. Diese Entscheidung sei aber maßgeblich nicht von der eigenen CSU, sondern von der „sonst so auf Kosteneinsparung bedachten Gegenseite“ forciert worden, mochte sich der Rathauschef einem Seitenhieb auf den politischen Gegner nicht verwehren.

Stellplätze

Dagegen liefern die in der Vergangenheit noch kontrovers diskutierten Stellplatznöte wohl keinen weiteren Gesprächsstoff. „Unser Stellplatzschlüssel wurde vom Landratsamt abgesegnet“, erklärte Kern. Durch die aus Behördensicht unproblematische, zeitweise Mitnutzung der Rathaus-Parkplätze werde das notwendige Kontingent inklusive der über 30 Tiefgaragenplätze unter der neuen Ortsmitte gar übererfüllt.

Fördermittel

Zur Abfederung der immensen Kosten von rund elf millionen Euro prüft die Gemeinde auch die Inanspruchahme eines kommunalen Wohnraumförderprogramms. Bis zu 800 000 Euro könnte dieses allein für den südlichen Ortsmitte-Wohnbereich umfassen. Allerdings seien dazu noch Gespräche mit der Regierung von Oberbayern zu führen.

Harald Hettich

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