Das Rathaus in Brunnthal.
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Erst gegen, dann für eine Beteiligung am Schulzweckverband im Süden entschieden sich die Gemeinderäte im Brunnthaler Rathaus.

Gemeinderat pro Teilhabe an Campus Oberhaching und Gymnasium Sauerlach

Brunnthal doch im Zweckverband Schule

  • vonHarald Hettich
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Ursprünglich wollte der Gemeinderat Brunnthal nicht beitreten. Jetzt wurden viele Gründe gefunden pro Zweckverband für den Oberhachinger Schulcampus und das Gymnasium Sauerlach.

Brunnthal – Jetzt ist auch Brunnthal dabei im Zweckverband „Staatliche weiterführende Schulen im Süden des Landkreises München“. Hinter dem Namensmonster verbirgt sich die Verantwortlichkeit der Kommunen und des Kreises für den künftigen Bau und Betrieb eines Oberhachinger Schulcampus sowie eines Gymnasiums in Sauerlach. Beides soll möglichst bis Mitte des Jahrzehnts fertiggestellt sein.

Die Entscheidung für ein Mitwirken im Schulzweckverband fiel mit 18:2 Stimmen eindeutig aus.

Nachdem sich Brunnthal noch im Juli schwer getan hatte mit der Entscheidung für ein Mitwirken an der Seite der beiden Standortgemeinden sowie Grünwalds und Straßlachs, fiel die Pro-Entscheidung am Mittwoch im Gemeinderat mit 18:2 Stimmen. Oberhachings Bürgermeister Stefan Schelle (CSU) war zur Sitzung nach Brunnthal gekommen und hatte für das Projekt geworben. „Wir müssen uns der Verantwortung stellen“ bei den steigenden Schülerzahlen, sagte er. Brunnthals Bürgermeister Stefan Kern (CSU) unterstrich das „grundsätzliche Einverständnis“ mitzuwirken. Schwer getan habe man sich anfänglich mit den zu erwartenden Kosten. Zudem waren bei der ersten Beratung Zweifel aufgekommen, ob die künftigen Schülerzahlen aus Brunnthal ein hohes Engagement rechtfertigen würden. Bisher sah man sich vor allem beim Zweckverband Südost mit den Schulen in Ottobrunn, Neubiberg und Höhenkirchen-Siegertsbrunn verortet.

Oberhachings Rathauschef Schelle räumte wesentliche Bedenken aus. Beim Thema Kosten setzt man angesichts der günstigen Zinsen ohnehin auf eine „komplette Kreditfinanzierung“. So seien die Zweckverbandsmitglieder während der ersten Jahre komplett kostenentlastet. Später werde dann nach den Schüler- und Entsendezahlen aus den jeweiligen Gemeinden abgerechnet. Damit zahle Brunnthal nur für jene Schüler, die auch in eine der Schulen in Oberhaching oder Sauerlach gingen. Die Hauptkostenlast trage laut Schelle beim auf 60 bis 70 Millionen Euro taxierten Campus-Projekt in Oberhaching der Landkreis.

Wenn künftig mehr Schüler nach Oberhaching und Sauerlach gehen, pendeln weniger nach Höhenkirchen.

Das kam in Brunnthal gut an. Würden mehr Schüler nach Oberhaching und Sauerlach gehen, würden es in Höhenkirchen eben weniger, so der Tenor. Der Bedarf an Schulflächen im stetig wachsenden Münchner Speckgürtel war in der Sitzung unbestritten. Allerdings gab es auch kritische Stimmen.

Matthias Amtmann (UBW) blieb bei seiner Einschätzung, Brunnthal sei mit einer Teilhabe auch im neuen Zweckverband schlicht „überfordert“: „Wir sind doch im Südosten gut aufgehoben“. Christine Zietsch (SPD) bemühte Zahlen. „Wir zahlen überall mit – in Sauerlach wohl 6, in Oberhaching 2,5 Millionen“. Warum nicht ein großer Zweckverband statt vieler kleiner. „Wir verzetteln uns“, befürchtete sie. Dem widersprach Thomas Mayer (CSU). „Die Argumentation dagegen fällt doch wie ein Kartenhaus zusammen“.

Brunnthal hat Interesse an den Turnhallen an den neuen Schulstandorten.

Allerdings erscheint eine dunkle Wolke am Firmament. „Wir in Brunnthal werden eine eigene Sporthalle in den nächsten Jahren nicht stemmen“, so Mayer. Umso wichtiger sei eine ausreichende Hallen-Teilhabe an den neuen Schulstandorten. „Hallen gibt es nie genug“, erwiderte Parteikollege Schelle. Wer nicht mitmache, dürfe aber auch nicht bei den Hallenzeiten „mitschreien“, betonte er. Brunnthal macht mit und darf künftig mitschreien.

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