Flüchtlingsunterkunft hinter Pfarrhaus gestoppt

Brunnthal - Die Planungen waren austariert und fertig, im Sommer sollte gebaut werden: Die Gemeinde Brunnthal hatte sich mit allen Beteiligten bereits fest auf die Unterbringung von rund 50 Flüchtlingen auf dem Grundstück hinter dem Brunnthaler Pfarrhaus an der Englwartinger Straße 8 geeinigt. Doch jetzt liegt das Projekt auf Eis. 

Wie Bürgermeister Stefan Kern (CSU) mitteilte, hat der Freistaat Bayern einer Anmietung der neu entstehenden Blockhaus-Gebäude nicht zugestimmt. 

Gemeinde, örtliche Kirchgemeinde und Anwohner hatten sich geeinigt (wir berichteten). Das Landratsamt hatte den Planungen zugestimmt, ergänzend zu den bisher 16 im Pfarrheim untergebrachten Asylsuchenden weitere Menschen in der Gemeinde auf dem vorgesehenen Areal unterzubringen. In Brunnthal ist man über den Planungsstopp des Freistaates nicht erfreut. Denn die Gemeindepolitiker treibt die Sorge um, dass die bereits beschlossenen Schließungen diverser Traglufthallen der Region aufgrund dortiger, zeitlicher Befristungen zu einem weiter erhöhten Bedarf andernorts in den Kommunen führen dürften. Brunnthal hinkt in der Unterbringungs-Frage derzeit der Landkreis-Quote weit hinterher. Auch Landrat Christoph Göbel (CSU) hatte in der Vergangenheit immer wieder notwendige Ausbauten in Brunnthal angemahnt. 

Auf lange Sicht würden Unterbringungsmöglichkeiten wie das Pfarrheim in Brunnthal längst nicht ausreichen. Denn nicht nur beim Kreis, sondern auch seitens der Gemeinden erwartet man während der Sommermonate wieder einen Anstieg der Flüchtlingsströme. Im Brunnthaler Rathaus sieht man die Dinge ebenso. „Wir sind verunsichert“, erklärte Kern. In Brunnthal fürchtet man, dann doch plötzlich viele Menschen unterbringen zu müssen, ohne dass die notwendigen Voraussetzungen geschaffen werden konnten.

Harald Hettich

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