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Am Spieltisch der Kirchenorgel  fühlt sich Eduard Hitzler wohl. Die Kirchenmusik ist und bleibt seine Leidenschaft. 

Organist und Chorleiter

Der Herr des guten Tons tritt ab: Kirchenmusiker Eduard Hitzler geht in Ruhestand

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Eine kirchenmusikalische Ära geht zu Ende: Eduard Hitzler aus Höhenkirchen-Siegertsbrunn, der auch in Ottobrunn und Brunnthal als Chorleiter und Organist bekannt ist, hört auf. Wenn auch mit einem Hintertürchen.

Brunnthal/Ottobrunn/Höhenkirchen-Siegertsbrunn – St. Nikolaus in Brunnthal leuchtet an einem regnerischen Maitag von innen: in herrlichen Klangfarben. Von der Empore klingen feierliche Orgeltöne durch den gesamten Kirchenraum. Ihr Schöpfer hantiert souverän am Spieltisch mit den Registern – und die Orgelpfeifen hoch oben gehorchen. Eduard Hitzler steuert sie mit wohldosiertem Druck seiner Beine entlang der Pedale. Hitzler spielt Hugo Hartmann, einen von Organisten geschätzten, aber sonst eher unbekannten Komponisten 19. Jahrhundert.

Filigran und gekonnt gerät das Spiel in Moderato und Andante – denn Hitzler weiß was er tut. Über ein halbes Jahrhundert hat der nun 64-Jährige aus tiefster Überzeugung der Kirchenmusik gewidmet. Seit 1973 spielt er auch in Faistenhaar und Hofolding. Später kamen auch noch diverse Chorleitungen in der Gemeinde hinzu. Doch nun wird der Musikus offiziell in den Ruhestand verabschiedet. Es könnte aber auf einen durchaus musikalisch inspirierten „Unruhestand“ hinauslaufen.

Im Freisinger Dom spielte er die Orgel

Intensiv Kirchenluft geatmet hat der junge Eduard Hitzler als Ministrant in seiner Heimatgemeinde St. Otto in Ottobrunn. Seine musikaffinen Eltern förderten früh die musikalische Entwicklung ihres Buben: Bereits mit sechs Jahren unternahm der „Edi“ erste Gehversuche am Klavier – und entdeckte sein Talent. Mit zehn Jahren wechselte er an das Internat in Fürstenried. Chorgesang und Stimmbildung unter dem renommierten Chorleiter Max Eham folgten. Nach dem Wechsel ans kirchliche Knabenseminar am Freisinger Domberg begann seine Ausbildung an der Orgel.

„Stolz bin ich heute noch darauf, dass ich bereits nach einem halben Jahr von Zeit zu Zeit den Domchor begleiten durfte“, erinnert sich Hitzler heute. Ab 1969 bespielte er die Domorgel regelmäßig, Konzerte folgten. Dazu übernahm er die Leitung von Schulchor und Orchester. Dafür verwarf er die geplante Pastorenlaufbahn, der auch ein elterlicher Wunsch zugrunde lag. Im Hauptberuf arbeitete er nach einem Studium der Verwaltungswissenschaften bis zu seiner Pensionierung vor einem runden Jahrzehnt im Sozialwesen der Gemeinde Ottobrunn.

„Die Abende und die Wochenenden gehörten aber weiterhin fast ausschließlich der Musik“, erzählt er und lächelt. Als Organist und Chorleiter setzte Hitzler in Faistenhaar, Hofolding und Brunnthal Klang- und Stimmakzente. Seit über 20 Jahren ist er Chorleiter in Faistenhaar. 2005 kam nach der Zusammenlegung im Pfarrverband Höhenkirchen auch St. Nikolaus in Brunnthal hinzu.

Ganze Chorgenerationen hat er geprägt

Ganze Chorgenerationen hat der Musiker justiert und aufeinander eingestimmt. Mit variablem Repertoire, betont er: „Natürlich sind mir die Klassiker Mozart und Haydn besonders wichtig.“ Charles Gounod nennt er dazu – aber auch den Müllner Peter aus Sachrang im Chiemgau mit seinen einfühlsamen Chorsätzen. „Das stete Weiterbilden in der Musik ist Pflicht.“, sagt Hitzler. Neben der Arbeit absolvierte er das sogenannte Kleine Kirchenmusikstudium. Auch der Kirchenchor Oberdarching, der Männerchor Oberschleißheim und ein fester Singkreis profitierten von seiner Leitung.

In Höhenkirchen lebt der Musiker mit seiner Frau Karin. „Es ist schon schön, dass ich jetzt mehr Zeit haben werde“, gesteht Hitzler. Langweilig wird ihm wohl nicht. Mit seiner Frau verbindet ihn neben der Leidenschaft fürs Singen – auch sie ist im Chor – die für Volksmusik und Basteln. „Dazu habe ich angeboten, auch als Organist und Chorleiter auszuhelfen, wenn Not am Mann ist.“ Darauf setzt er auch. Ein Leben ohne die Kirchenmusik ist für Eduard Hitzler undenkbar. Nun, da er mehr Zeit hat, will er auch selbst ein wenig komponieren.

Die Verabschiedung

von Eduard Hitzler findet im Rahmen eines Dankesgottesdiensts am Sonntag, 26. Mai, um 9 Uhr in St. Peter und Paul Faistenhaar statt.

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