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Von der Taufkirchner Straße wird die Erschließung eines um Hochtechnologie erweiterten Ganser-Geländes nicht gehen. Vielmehr soll das Areal womöglich durch den Wald von Süden angeschlossen werden. 

TU München

Großprojekt bei Firma Ganser: Wasserstoff aus Biogas

  • vonHarald Hettich
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Brunnthal wird Vorreiter beim Thema Wasserstoff. Nach dem geplanten Projekt Wasserstofftankstelle beim Busunternehmen Geldhauser gibt es jetzt auch ein Projekt für Kirchstockach, bei der Firma Ganser.

Brunnthal – Das rund 36 Hektar große Gelände der Firma Ganser in Kirchstockach (Gemeinde Brunnthal) soll umfangreich entwickelt werden. Hier reift derzeit die Idee, auf dem Firmengelände des Kiesunternehmens ein Vorhaben der Technischen Universität (TU) München umzusetzen. Die TU plant hier künftig die Herstellung von Wasserstoff aus Biogas.

Treffen mit Ministerin Kerstin Schreyer

Bei einem Treffen im Bayerischen Bau- und Verkehrsministerium hatte Ministerin Kerstin Schreyer (CSU) mit den Rathauschefs aus Höhenkirchen-Siegertsbrunn, Hohenbrunn und Brunnthal vereinbart, einen Planer mit möglichen Varianten vor allem einer Verkehrserschließung des großen Geländes zu beauftragen.

Biomüllvergärungsanlage auf dem Gelände

Wasserstoff aus Biogas – das klingt wie gemacht für den Standort. „Das bietet sich auf dem Gelände der Biomüllvergärungs- und Geothermieanlage aus mehreren Gründen an“, führte Brunnthals Zweiter Bürgermeister Thomas Mayer (CSU) aus. „Der Standort in der Nähe der Autobahn, der Fernwärmeanschluss in Richtung Ottobrunn und die Synergien mit den Technologieentwicklungen in Taufkirchen Ost und Alt-MBB lassen ein solches Projekt sinnvoll erscheinen“, so Mayer. So könnten etwa heute noch mit Brennstoffzellen ausgerüstete Biomüll-Lastwagen künftig als Teil des Projektes mit CO2-freiem Wasserstoff betankt werden.

Problematische Verkehrserschließung

Allerdings wartet auf die Planer und Lokalpolitiker vor einer Umsetzung noch viel Arbeit, besonders mit Blick auf bislang ungelöste Verkehrsfragen. Denn ein früherer Vorstoß Gansers in die beschriebene Richtung war gescheitert, weil eine Lösung für die Verkehrsanbindung fehlte. Das Unternehmen hatte bisher den Hauptverkehr über eine ausgebaute Taufkirchner Straße abwickeln wollen. Doch diese Pläne waren nicht nur bei Anwohnern umstritten.

Neue Zufahrt zum Ganser-Gelände durch den Wald

Jetzt gibt es eine neue Idee: So könnte ein Umbau des Kreuzungsknotens von Rosenheimer Landstraße, Münchner Straße in Richtung Höhenkirchen sowie im Bereich der Luitpoldstraße nach Hohenbrunn die Zufahrt hin zu Ganser erleichtern. Dann nämlich, wenn dieser unfallträchtige Schnittpunkt kreuzungsfrei ausgebaut wird und die Zufahrt zum Ganser-Gelände von dort nach Nordwesten durch den Wald geführt werden könnte.

Anwohner sollen entlastet werden

Noch ist vieles im Konjunktiv. Doch ein übergeordnetes Planfeststellungsverfahren könnte nach Ansicht von Brunnthals Bürgermeister Stefan Kern (CSU) Klarheit schaffen und für Vertrauen bei den Anwohnern sorgen. Durch das neue Erschließungskonzept wird laut Kern auch das Bedürfnis der Anwohner nach Entlastung berücksichtigt. Weitere Treffen auf Ministeriums- und Landkreisebene wurden eingeplant. Projektfortschritte sollen regelmäßig in den beteiligten Gemeinderäten, im Landkreis und beim Ministerium diskutiert werden.

Raus aus der Sackgasse

Noch ist der Weg weit. Doch die in den vergangenen Jahren in eine Sackgasse geratenen Planungen für eine sinnvolle Verkehrsführung zum Ganser-Gelände könnten nun wieder Fahrt aufnehmen. Auch vor dem Hintergrund neuer Antriebstechnologien wäre diese Bewegung wohl wünschenswert.

Lesen Sie auch: Für den Preis einer Eigentumswohnung plant Unterhaching am Oberweg ein Müllhäuschen de luxe. Dass in das zeitgleich verabschiedete Klimaschutzprogramm der Gemeinde deutlich weniger Mittel fließen sollen, stößt nicht nur den Grünen sauer auf.

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