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Der geplante Windpark könnte mit der Erweiterung des Landschaftsschutzgebiets endgültig vor dem Aus stehen. 

Hofoldinger- und Höhenkirchner Forst

Naturschutz bringt Windpark ins Wanken

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Eigentlich geht es um die selbe gute Sache: den Schutz der Umwelt. Und dennoch stehen sich derzeit die Erweiterung des Landschaftsschutzgebiets „Hofoldinger und Höhenkirchner Forst“ und die Windkraft-Pläne im angrenzenden Oberland wie Gegner gegenüber.

Brunnthal – Um 434 Hektar soll das Landschaftsschutzgebiet „Hofoldinger und Höhenkirchner Forst“ auf Miesbacher Flur erweitert werden. Das allerdings verträgt sich nicht mit den Windkraft-Plänen im angrenzenden Landkreis Miesbach, wie jetzt im Kreisausschuss für Energiewende, Landwirtschafts- und Umweltfragen klar wurde. Seit Jahrzehnten sind weite Teile des Hofoldinger Forsts im Bereich der Gemeinden Brunnthal und Sauerlach geschützt. Verbliebene Reste will der im Süden angrenzende Landkreis Miesbach ebenfalls als Landschaftsschutzgebiet ausweisen. Durch den Zusammenschluss der Schutzgebiete „Hofoldinger und Höhenkirchner Forst“ im Landkreis München und „Otterfing – Hofoldinger Forst“ auf Miesbacher Seite stünde der komplette Forst unter Schutz, bliebe als zusammenhängendes Waldgebiet im Münchner Süden auch Erholungssuchenden erhalten. Während Umwelt- und Landschaftsschützer den von der Gemeinde Otterfing (Kreis Miesbach) angestoßenen Zusammenschluss begrüßen, fürchten Befürworter alternativer Energien das endgültige Aus der Pläne für einen, zumindest kleinen, Windpark.

Jahre vor der Klimainitiative 29++ des Landkreises München setzten die Süd-Gemeinden Brunnthal, Sauerlach und Aying bereits auf Windkraft. Otterfing wollte nicht außen vor stehen. Der Gedanke an einen gemeinsamen Windpark im Hofoldinger Forst, an der Autobahn A8, reifte. Mit dem Ende der Hoffnung auf staatliche Fördergelder scheint das Landkreis übergreifende Projekt Anfang dieses Jahres jedoch in weite Ferne gerückt.

Was Wind betrifft, gilt das Oberland nicht als sonderlich ertragreiche Region. Der Arge „Windenergie Hofoldinger Forst, zu der die vier Gemeinden und beide Landkreise zählen, geht die Luft aus(wir berichteten). Die Hoffnung aber stirbt zuletzt. Sonst hätte Brunnthals Bürgermeister Stefan Kern (CSU), der den Zusammenschluss der Schutzgebiete grundsätzlich gut heißt, kaum kritisiert, dass der Vorschlag für ein umfassendes Schutzgebiet „Hofoldinger Forst“ ausgerechnet aus dem Landkreis Miesbach kommt. „Windanlagen in einem Schutzgebiet aufzustellen, macht die Sache nicht einfacher“, sagte Kern im Kreisausschuss. Der Miesbacher Landrat Wolfgang Rzehak (Grüne) hätte sich dadurch nur zusätzliche Steine in den Weg gelegt.

Zwar ist der wohl einzige in Frage kommende Standort für Windanlagen, an der Grenze zwischen den Landkreisen, nicht einbezogen in das neue Schutzgebiet. Ein geschützter Wald aber gibt generell kaum Flächen für Windräder her. „Da bleibt bloß die A8, wo der Schutzeffekt ohnehin gestört ist“, sagte Kern.

Kreisrat Erwin Knapek (SPD) empfahl den Fraktionen, Prioritäten zu setzen. „Wir sollten uns fragen, was wichtiger ist: Klima- oder Landschaftsschutz?“ Wohl weil er fürchtete, eine Auseinandersetzung um Windkraft könnte ein umfassendes Schutzgebiet noch verhindern, lenkte der frühere Bürgermeister von Unterhaching die Aufmerksamkeit des Gremiums auf die zunehmende Erderwärmung: „Ohne Klimaschutz gibt es nichts; keinen Tierschutz und keinen Landschaftsschutz.“

Der Ausschuss stellte sich letztlich hinter die Pläne, den Hofoldinger Forst als Ganzes zu schützen. Inwiefern es dann in Zukunft noch die Chance auf einen Windpark gibt, ist unklar.

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