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Mit dem Orden im Stall: Christian Schleich inmitten seiner Kirchstockacher Schafzucht.

Auszeichnung für Christian Schleich

Schafzüchter erhält Bundesverdienstkreuz

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Christian Schleich ist ein vielbeschäftigter Mann. Der 72-Jährige sitzt nicht nur im Gemeinderat, er hat sich vor allem in der Schafzucht verdient und überregional einen Namen gemacht. Jetzt hat er das Bundesverdienstkreuz erhalten.

KirchstockachDer 72-Jährige kommt gerade im Arbeitsoverall aus dem Stall. Über 300 Schafe und ein halbes Dutzend Schafsböcke auf dem beschaulichen, aber emsig bewirtschafteten Hof an der St.-Georg-Straße in Kirchstockach wollen erst einmal versorgt sein. „Mein Tagwerk beginnt immer noch regelmäßig um 6 Uhr in der Früh“, erzählt er. Drei Stunden nehmen ihn die Merinolandschafe in zwei Stallungen in Beschlag. Erst um 9 Uhr wartet auch auf den Bauern und seine Mannschaft eine gescheite Brotzeit. Schleich schält sich aus seiner Stallkleidung, während er nebenbei erzählt, dass er als gelernter Landwirtschaftsmeister das eigene Zucht-Geschäft bereits in dritter Generation betreibt und wie sein Vater und Großvater von der Pieke auf gelernt hat.

Der Hof, eine Familiensache

Großvater Christian war seinerzeit aus Württemberg zunächst nach München gekommen, hatte dort beim Großonkel eine Ausbildung zum Schäfer absolviert und bald schon eine eigene Herde aufgebaut. Seit 1938 ist die Familie am Saum des Hofoldinger Forstes daheim. 1973 übernahm Christian Schleich von seinem Vater endgültig die Geschäfte. „Ich war selbst noch als Schäfer unterwegs, regelmäßig zum Beispiel auf der Siegertsbrunner Herbstweide“, erzählt er. Den Hof hat er stetig ausgebaut und modernisiert. Neben der Schafzucht bauen die Schleichs vor allem Braugerste an.

Seit 2009 führt Tochter Barbara die Geschäfte. Sie ist wiederum mit dem Landwirtschaftsmeister Hannes Plabst verheiratet. „Und seit 16. Januar ist die fünfte Generation schon am Start“, sagt Christian Schleich lachend und mit einer großen Portion Stolz in der Stimme. „Jungbauer“ Johannes Christian wird gerade im Kinderwagen von der Tochter versorgt. „Wir machen jeden Tag schon Turnübungen“, sagt der stolze Opa in Richtung des kleinen Stammhalters. „Wenn er mich sieht, dann lacht er.“ Den Großvater freut’s.

Apropos Freude. Die war riesig, nachdem bekannt wurde, dass Christian Schleich das Bundesverdienstkreuz bekommt. „Ich habe gleich meine Frau Elisabeth gefragt, ob das wohl ein Scherz sein soll“. War es nicht. „Es freut mich schon, dass der Jahrzehnte lange Einsatz für unseren Berufsstand derart gewürdigt wird“, betont der 72-Jährige.

„Mit viel Herzblut, Engagement und Beharrlichkeit“ wirkt Christian Schleich für die Schafzucht, lobte Minister Brunner bei der offiziellen Ehrung. Als ausgewiesener Fachmann und Ratgeber, als Preisrichter und langjährig führender Verbandsvertreter des Schaflands Bayern in der Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände. In seiner Zeit als Vorsitzender der bayerischen Herdbuchgesellschaft für Schafzucht sei es ihm gelungen, so Brunner in seiner Laudatio, „die Zahl der Zuchtbetriebe und Schafrassen in Bayern stetig zu steigern“. Der Hof der Schleichs ist der älteste Zuchtbetrieb Bayerns.

Trotz aller Ehrungen ist der bodenständige Landwirt vor allem begeisterter Züchter. Während er Besucher zu den Stallungen führt, strahlt Schleich über die wichtigste Auszeichnung der letzten Zeit. „Einer unserer Böcke wurde im Januar Champion des Jahres – gegen 72 andere hat sich unser Zuchttier landesweit durchgesetzt.“ Seine Tochter habe großen Anteil an diesem Erfolg. „Man braucht ein Auge für die richtigen Viecher“, so Schleich.

Lieferung bis nach Argentinien

An der Stalltür sind Zucht-Auszeichnungen und Siegerzertifikate in Vielzahl angeheftet. Drin im Stall stampfen die Schafe auf, während Schleich die Vorzüge seiner offenen Laufstallhaltung erklärt, in der die Tiere ganzjährig untergebracht sind. Die Lieferungen gehen ins In- und Ausland. „Das Merinolandschaf ist die Hauptrasse in Deutschland Es kann zweimal pro Jahr lammen.“ Derzeit habe man sehr viele Lämmer und damit Nachwuchs auf dem Hof. Sehr gutes Fleisch und eine ebenso gute Wollqualität machen es international begehrt“, erklärt der Schaf-Experte. Gerade steht ein Transport von 50 Tieren in die Ukraine an. Schleichs Hof beliefert aber auch den Markt in Israel, auf dem Balkan und sogar in Argentinien.

Aber: Ehrung hin oder her. Der Bauer muss jetzt wieder ran. Stallarbeit ist auf dem Schafhof in Kirchstockach vor allem auch Chefsache. Da ändert auch ein Verdienstorden nichts. Das Tagwerk ist für Christian Schleich erst am späten Abend vollbracht. Für seine Schafe tut er das gern.

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