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Handlungsbedarf für mehr Sicherheit sieht der Gemeinderat Brunnthal an den stark frequentierten Kreuzungsschnittpunkten wie hier in Faistenhaar beim Altwirt ( Hintergrund).

Sorge wegen Unfallrisiko

Brunnthaler Gemeinderat: Ärger um Ausweich-Rennstrecke

  • VonHarald Hettich
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Viele Reisende umfahren den Stau auf der Salzburger Autobahn gern auf  Ausweichrouten. Der Gemeinderat Brunnthal fordert, diese Strecken sicherer zu machen.

Hat entlang des Hofoldinger Abschnittes der Salzburger Autobahn einmal mehr der Stau das Kommando übernommen, empfinden die Bürger aus Hofolding und Faistenhaar ihre Brunnthaler Ortsteile seit Jahren als Ausweichrennstrecke. Die West-Ost-Tangente von Sauerlacher- und Faistenhaarer Straße entlang der Staatsstraßen 2070 und 2078 bereitet vielen besonders an den wichtigen innerörtlichen Schnittstellen Sorgen. Besonders die Kreuzungsbereiche in Hofolding beim Landgasthof am Schnittpunkt Brunnthaler Straße und weiter östlich beim Altwirt in Faistenhaar im unübersichtlichen Kreuzungsgeflecht von Ottobrunner-/Miesbacher- / Ayinger- und Faistenhaarer Straße hat jetzt erneut der Brunnthaler Gemeinderat ins Visier genommen.

Unübersichtliche Verkehrsführung

Nachdem bisherige Forderungen der Gemeinde nach einer übersichtlicheren Verkehrsführung von Ampelnachrüstungen bis Kreisverkehr regelmäßig abgelehnt worden waren, nahm die örtliche SPD nun einen neuen Anlauf. Der Forderung, wonach „zur Entschärfung des Unfallrisikos“ die genannten Kreuzungspunkte baldmöglichst umgebaut werden müssten und zudem der bislang schmale Gehweg zum Hofoldinger Nettomarkt erweitert werden müsse, schloss sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig an. Doch die Erfolgsaussichten des neuerlichen Antrages scheinen überschaubar.

„Nichts ist bisher passiert“

Bereits vor drei Jahren hatten sich Gemeindevertreter mit Bürgermeister Stefan Kern (CSU) mit Verkehrssachverständigen, Behördenvertretern und der regionalen CSU-Landtagsabgeordneten Kerstin Schreyer zum Ortstermin an den entsprechenden Gefahrenstellen getroffen und Verbesserungspotenziale ausgelotet. Dabei waren die Optionen eines Kreisverkehrs und einer erweiterten Ampelregulierung erörtert worden. „Aber seitdem ist nichts passiert“, schimpfte unter anderen Siegfried Hauser (PWB) jüngst im Rat. Auch Rathauschef Kern will die Inaktivität vor Ort nicht verstehen und sprach von einer „Blockadehaltung“ der Regierung von Oberbayern. Diese sei offenbar auch mit Unkenntnis über die tatsächlichen Verhältnisse vor Ort gepaart. Bisher hatten die Behörden gerade mit Blick auf die besonders fokussierte Altwirt-Kreuzung argumentiert, vor Ort sei kein „Unfallschwerpunkt“. Im Gemeinderat erklärte der Bürgermeister, vor Ort würden zwar immer wieder schwere Unfälle passieren. „Doch dann passiert über Jahre auch wieder nichts“. Diverse Räte wie auch die SPD warnten, solange zuzuwarten, bis vor Ort die „ersten Toten zu beklagen“ seien. Jetzt will der Gemeinderat auf SPD-Initiative erneut Flagge zeigen.

Forderung nach Tempo-30-Regelung

Explizit fordert das Gremium, in den beiden Gemeindeteilen eine Tempo-30-Regelung einzuführen. Auch die Forderung von Zebrastreifen bis Ampel und Kreisverkehr wurde erneut verstärkt. Auch eine (kosten-) technisch sparsamere Kreisverkehr-Minilösung hat man für Faistenhaar im Köcher. Rathauschef Kern forderte im Chor mit dem Rat explizit neue Erhebungen. Einen verbesserten Info-Strang erwartet sich der Christsoziale dabei auch durch den Ressort-Wechsel seiner Parteikollegin Schreyer. Diese hatte nach zwei Jahren als Sozialministerin erst Anfang Februar den Posten der Verkehrsministerin im Kabinett Söder übertragen bekommen. Dadurch sieht man jetzt auch in Brunnthal steigende Chancen zur Entschärfung der „Rennstrecke“.

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