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Sie sind sich schnell einig geworden: Thomas Adam gibt das Brunnthaler Dorfgeschäft „Beim Saxe“ Anfang März in neue Hände. Dann wird Dagmar Haßelbacher den beliebten Treff nahe beim Rathaus weiterführen.

Treffpunkt in der Ortsmitte

„Für mich erfüllt sich ein Kindheitstraum“

Dagmar Haßelbacher übernimmt von Thomas Adam den Brunnthaler Dorfladen. Eröffnung ist am 1. März.

Brunnthal– - Leckere Backwaren und Kuchen samt eigenem Café-Bereich, eine Wursttheke, im Sommer italienisches Eis, Lebensmittel und Waren des täglichen Gebrauchs, dazu Post- und Reinigungsannahme sowie Lottoannahmestelle: Das Ladengeschäft „Beim Saxe“ in der Brunnthaler Ortsmitte an der Münchner Straße ist mehr als eine Einkaufsmeile. Hier trifft sich das Dorf, hier werden Neuigkeiten erörtert, und es brodelt neben heißen Würstchen die Gerüchteküche.

Demnächst geht der Laden in neue Hände über. Der bisherige Betreiber und gebürtige Brunnthaler Thomas Adam gibt das Geschäft aus persönlichen Gründen ab. Dagmar Haßelbacher, selbst in der Gemeinde ein über viele Jahre bekanntes Gesicht, übernimmt das Geschäft offiziell am 1. März.

Wie ihr Vorgänger will sie den Laden als Familienbetrieb weiterführen und nur kleine Änderungen vornehmen. „Weitgehend bleibt der Laden, wie er ist“, sind sich Alt- und Neubetreiber einig. Der Name freilich ändert sich. „Dorfladen Brunnthal“ wird er künftig heißen.

Am Dienstag ab 10 Uhr findet im Beisein von Bürgermeister Stefan Kern die Übergabe statt. Am 4. März ab 12 Uhr lädt die neue Chefin ab 12 Uhr zum Sektempfang für die Kunden und Bürger.

Beim Ortstermin scheinen Alt- und Neugeschäftsführung gleichermaßen zufrieden. 1996 hatte Talat Sürmeli das Ladengeschäft nahe dem Rathaus als „Talats Lebensmittel“ gegründet und erst 2014 an Thomas Adam übergeben. „Beim Saxe“ hieß der Dorfladen in Folge und in Anlehnung an den großväterlichen Hof des Sixtus Saxer. Jetzt ist für Adam Schluss. „Ich habe hier wöchentlich 90 Stunden gearbeitet, meine Frau Christina trotz unserer fleißigen Kräfte hat selbst noch mal 60 Stunden in den Laden gesteckt“, erzählt der Scheidende. „Obwohl das Geschäft auch viel Freude bereitet hat, will ich künftig wieder mehr Zeit haben und werde in meinen angestammten Beruf als Kommunikationselektroniker zurückkehren.“

Gerne aber denkt er an manches zurück. „Besonders nachmittags ist hier einiges los, wenn die Leute etwa beim Ausfüllen der Tippscheine über die richtige Fußballwette oder die Glückszahlen beim Lotto lebhaft diskutieren.“ Nur auf die Sechziger, Adams Herzensverein, setze fast niemand mehr. Besonderer Service dagegen: „Für die Senioren füllen wir die Tippscheine auch gerne aus“, sagt Adam. „Zudem setzen hier manche auch unsere Ladenbrille auf. Die hat irgendwer mal vergessen und nie abgeholt. Seitdem ist sie Sehhilfe für viele Kunden.“

In den Dorfladen strömen auch jene, die beim Einkauf im Discounter wieder mal einiges vergessen haben. „Beim Saxe kriegst du fast alles“, wirft ein Kunde ein. Das dürfte auch so bleiben. „Wir haben uns schneller auf die Übergabe geeinigt als die Gemeinde“, sagen Adam und Haßelbacher.

Die neue Betreiberin ist mit dem Rathaus-Kämmerer verheiratet. Im Gemeindeanwesen hatte die Kommune bei der Neuvergabe mitzureden. „Wir wollten den Laden möglichst innerhalb der Gemeinde vergeben“, betont Bürgermeister Kern. Dagmar Haßelbacher ist zwar gebürtige Hessin aus Offenbach. Doch schon seit vielen Jahren lebt sie in Brunnthal und fühlt sich dort mit Mann und vier Kindern sehr wohl.

Apropos Kinder: Die humorvoll-freundliche 54-Jährige wird künftig nicht nur den Dorfladen zusammen mit einigen Sprösslingen und dem Schwiegersohn managen. „Meinen Job in der Mittagsbetreuung der Gemeinde gebe ich nicht auf“, betont sie. Immerhin ist der Weg nicht weit - ist doch die Mittagsbetreuung direkt über dem Dorfladen untergebracht.

Vorgenommen hat sich die neue Betreiberin, das Brotzeitangebot etwa für die Schüler auszuweiten und beim Mittagstisch im Dorfladen noch mehr Angebot zu etablieren. „Das wird der Dagmar auch gelingen“, spart der Vorgänger nicht mit Vorschuss-Lorbeeren. „Bei mir gab es vorwiegend Rollbraten und Leberkäse – Kochen ist nicht wirklich meine Sache“, schmunzelt der sympathische Adam seiner Nachfolgerin zu, wirkt im Vorfeld der Übergabe keinesfalls unglücklich und dankt den Kunden und Brunnthalern für die „große Treue“.

Die neue Chefin wirkt wie eine echte Anpackerin, arbeitet bereits im Laden mit: „Für mich erfüllt sich mit dem Dorfladen ein Kindheitstraum“ gesteht Haßelbacher. Harald Hettich

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