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Keine Fenster und Fassade vor dem Winter: Die Bauarbeiten für die neue Ortsmitte in Brunnthal sind in Verzug. 

Deutlich teurer und später fertig

Brunnthaler Ortsmitte wird zur Problem-Baustelle

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Zwei schlechte Nachrichten auf einmal: Die neue Ortsmitte von Brunnthal wird später fertig als gedacht und deutlich teurer. Kein Zufall.

Brunnthal – Länger wird es dauern und teurer wird sie werden: die Brunnthaler Ortsmitte. Über Verzögerungen beim Bau und steigende Kosten hat der Gemeinderat nun diskutieren müssen. Erst im Frühjahr 2019 können Gewerbetreibende, Gasthof-Wirte, Hotelier und Mieter in ihre Wohnungen einziehen. Und der einst avisierte Kostenrahmen ist nicht zu halten. Bei über zwölf Millionen Euro liegen die Schätzungen mittlerweile. Doch das Ende scheint noch nicht erreicht.

Während das neue Zentrum gegenüber dem Rathaus baulich Gestalt annimmt, wurden vis-à-vis im Ratssaal Probleme gewälzt. Mit zwei bis drei Monaten Verzögerung kalkulieren die Planer. Bei der EU-weiten Ausschreibung hatte es zeitlichen Verzug gegeben – auch, weil zunächst keine Firma ein Angebot abgegeben hatte. Erst als die Planer das Projekt auf vier Einzelgewerke heruntergebrochen hatte, konnten die Aufträge vergeben werden. „Das hat viel Zeit gekostet“, erklärte Alexander Bley vom Projektsteuerer Köhler Architekten. Auch habe man die Baufirma wegen Verzögerungen im Ablauf „in Verzug setzen müssen“. Prekäre Folge: Während der Winter naht, können heuer die Fenster nicht mehr eingebaut und die Fassadenarbeiten nicht abgeschlossen werden. Auch der Dachstuhl kann erst ab Ende November montiert werden. „Das alles hat auch Auswirkungen auf die Nachfolge-Gewerke.“

Weitere Folge: Alles wird teurer. Von zuletzt 6,4 Millionen Euro für den Gasthof stiegen die Kosten aktuell auf gut 7,1 Millionen. Allein der Rohbau wird um fast 500 000 Euro teurer. Und damit sind erst gut 80 Prozent des Projektes Ortsmitte ausgeschrieben und vergeben.

Das rief die Skeptiker des Projektes auf den Plan. Laut UBW-Rat Sylvester Schuster läuft das Ortszentrum kostentechnisch längst aus dem Ruder. „Wir sind mittlerweile bei 15 Millionen Euro“, sagte er mit Blick auf das geplante, südlich angrenzende Wohnhaus der Gemeinde. Robert Huber (PWB) hielt gar „15 bis 20 Millionen Euro Kosten“ für realistisch. „Unsinn“, entgegnet Bürgermeister Stefan Kern (CSU) auf Nachfrage des Münchner Merkur. „Das Ortszentrum wird sicher nicht 15 Millionen kosten.“ Da werde zu viel miteinander verrechnet, brutto und netto „verwurschtelt“ . Kern spricht von derzeit „zwölf Millionen Euro und irgendwas“ brutto. Der Rathauschef relativiert aber: Zwar sei der Kostenansatz der Architekten überschritten. Dennoch weise der Ansatz der Gemeinde eine Reserve von insgesamt 1,5 Millionen Euro auf. Er meint vielmehr: „Spannender als die Kostenfrage ist die Zeitfrage.“

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