Probleme mit Vergabe der Arbeiten

Brunnthals Ortsmitte wird teurer

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Rund 600.000 Euro Reserven gibt‘s, knapp 580.000 Euro hat Brunnthal schon verbraucht für die neue Ortsmitte. So mancher redet schon vom „Millionengrab“. 

Brunnthal – Der Bau der Brunnthaler Ortsmitte dürfte deutlich teurer werden. Probleme und Mehrkosten verursachen vor allem die Zimmerer- und Holzbauarbeiten sowie die Fassadengestaltung. Die Zimmerer-Leistungen werden gut 476 000 Euro – und damit erheblich – über dem Kostenansatz von rund 251 000 Euro liegen. Für die Gestaltung der Fassade gab es überhaupt keinen Anbieter, der ein Angebot abgab.

Die Kostenreserve von insgesamt des Haushalts von 606 000 Euro ist damit trotz einiger Einsparungen insgesamt fast aufgebraucht. Denn bislang liegt die Kostensteigerung schon bei rund 579 000 Euro. Dabei sind die Arbeiten erst zu 70 Prozent ausgeschrieben, weitere Mehrkosten während des Baus gilt es einzukalkulieren. Die Gemeinde macht das nötige EU-weite Ausschreibungsverfahren mit aus ihrer Sicht wesentlichen Hürden sowie den großen Bauboom verantwortlich.

Trotz immenser Mehrkosten bei den Zimmererarbeiten stimmte der Rat mehrheitlich zu. Die Gemeinde steckt in der Zwickmühle. An der Ausschreibung hatte sich nur ein Unternehmen beteiligt. Also galt: Dessen Angebot akzeptieren oder neu ausschreiben. Letzteres – inklusive eines möglichen Einspruchs des einen Bieters – würde die bereits laufenden Arbeiten womöglich viele Monate verzögern. Wichtige Arbeiten könnten nicht mehr vor dem Winter erfolgen. „Aufgrund der offenen Dächer in der Winterzeit könnte es unter Umständen auch zu Schäden im Rohbau kommen“, zeigte Bürgermeister Stefan Kern (CSU) mögliche Folgen auf. Es folgten weitere „zusätzliche Kosten“. Erschwerend kommt hinzu, dass nach Auskunft der Verwaltung „nach derzeitigem Prüfungsstand“ außer einer möglichen Budgetüberschreitung keine Ausschlussgründe für den Bieter vorliegen.

Noch schwieriger ist die Situation bei den Fassadenarbeiten. Kein Bieter hatte an der Ausschreibung teilgenommen. „Das Gewerk muss aufgrund der derzeit angespannten Marktlage erneut ausgeschrieben werden“, sagte Kern. Damit auch kleinere Firmen für ein Gebot in Frage komme, werde man die Leistungsverzeichnisse in mehrere Gewerke aufteilen. Andernfalls hätte die Gemeinde ein ernstes Problem. Immerhin herrscht auf der Baustelle gegenüber des Rathauses bereits reges Treiben.

Der Blick auf die Finanzen berietet einigen Räten Sorge. Einige sprachen vom „Millionengrab Ortsmitte“, doch die Gemeinde bleibt optimistisch: Sie geht davon aus, die Haushaltsansätze nicht erhöhen zu müssen. Im Februar 2019 soll die Ortsmitte fertig sein. 

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