Die Zufahrt zur Baustelle des Brunnthaler Brunnenhauses wurde durch Sauerlach gesperrt. Das sei für den Dialog nicht sonderlich förderlich, hieß es im Gemeinderat.
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Die Zufahrt zur Baustelle des Brunnthaler Brunnenhauses wurde durch Sauerlach gesperrt. Das sei für den Dialog nicht sonderlich förderlich, hieß es im Gemeinderat.

Gemeinde Brunnthal setzt auf Dialogbereitschaft, aber es knistert

Trinkwasserstreit: Der Knatsch-Pegel steigt

  • VonHarald Hettich
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Der Brunnthaler Gemeinderat hat sich jetzt mit deutlicher Mehrheit für einen weiteren Dialog im Trinkwasserstreit mit dem Nachbarn Sauerlach ausgesprochen. Auf Bürgermeisterebene wollen die Brunnthaler mit ihren Nachbarn um eine Lösung im heftig sprudelnden Brunnenzwist ringen.

Brunnthal/Sauerlach – Einen Rechtsstreit mit Sauerlach, wie er sich zuletzt abgezeichnet hatte, gilt es aus Sicht des Gemeinderats in jedem Falle zu vermeiden, da ist man sich einig. Grundsätzliche Bereitschaft zum Dialog signalisierte am Rande auch Sauerlachs Zweiter Bürgermeister Klaus Zimmermann (UBV), der unter den Sitzungsgästen im Brunnthaler Landgasthof weilte.

Wurde der Bau verfrüht begonnen?

Die Wellen schlugen zuletzt hoch beim Streit um den von Brunnthal forcierten Bau eines neuen Trinkwasserbrunnens an der Römerstraße nahe der Autobahnauffahrt Hofoldinger Forst. Sauerlach wirft Brunnthal vor, mit dem Bau begonnen zu haben, ehe das Landratsamt das die Bohrstelle umgebende Wasserschutzgebiet überhaupt als solches rechtlich ausgewiesen habe. Weil dieses Wasserschutzgebiet zu größten Teilen auf Sauerlacher Flur läge, befürchtet man dort negative Einschnitte bei der Forstnutzung sowie bei der weiteren Ortsentwicklung. Aussagen vonseiten des Landratsamtes hatten den Streit befeuert.

Zusammenarbeit ist erschüttert

Im Brunnthaler Gemeinderat hielt sich das Verständnis für die Sauerlacher Position in Grenzen. „Dies alles erschüttert eine vertrauensvolle und verlässliche Zusammenarbeit unter den Gemeinden“, lautet der letzte Satz im Beschlussvorschlag der Brunnthaler Gemeindeverwaltung fürs angestrebte weitere Vorgehen. „Die Trinkwasserversorgung der eigenen Bevölkerung ist die elementarste Aufgabe einer Gemeinde“, betonte Brunnthals Bürgermeister Stefan Kern (CSU).

Immer den Nachbarn über alles informiert

In der Gemeinde herrscht Unverständnis besonders auch wegen des Umstandes, dass man den Nachbarn Sauerlach seit den ersten Planungsbestrebungen zum Brunnenbau 2007 regelmäßig und umfassend informiert habe. Die Bedeutung des Themas zeigt sich in vielen Facetten: Allein der Beschlussvorschlag der Mittwochssitzung umfasst drei voll beschriebene Din-A-4-Seiten und nennt eine Vielzahl von Daten und Terminen, zu denen sich Sauerlach zunächst eindeutig hinter die Brunnthaler Bestrebungen gestellt habe. „Zumal wir mit unserem ersten Brunnen auch den Sauerlacher Gemeindeteil Walchstatt mit Trinkwasser versorgen“. Da dessen wasserrechtliche Erlaubnis bis 2013 befristet war, sei eine Neukonzeption erfolgt. Nachteile für den Ortsnachbarn kann Kern nicht erkennen. Das für den Brunnen notwendige Wasserschutzgebiet liege fast ausschließlich im Bannwald. Damit sei Sauerlach in seiner weiteren Ortsentwicklung keinesfalls behindert. Das Projekt sei längst „realisierungsreif“.

Eine Ende des Zweckverbandes ist vorstellbar

Die Tragweite des Themas zeigte sich aber auch im Titel des wichtigen Tagesordnungspunktes: „Künftige Zusammenarbeit mit der Gemeinde Sauerlach (insbesondere auf den Gebieten Schule und Wasserversorgung)“ lautete die Einladungsgrußbotschaft in der Sitzungsvorlage, Denn trotz allen Entgegenkommens beim angestrebten Dialog („Zur Not trage ich die Einladung selbst ins Sauerlacher Rathaus“ – O-Ton Kern) zeigten sich die Brunnthaler in der Sache bestimmt. „Für den Fall“, dass Sauerlach an seiner derzeitigen Einschätzung festhalte, sei sie um eine Stellungnahme zu bitten, „wie sie sich eine zukünftig vertrauensvolle und verlässliche Zusammenarbeit im Hinblick auf die Wasserversorgung für ihren Gemeindeteil Walchstatt und im Zweckverband weiterführende Schulen unter anderem für ein Gymnasium Sauerlach vorstellen kann.“

Zufahrtssperre muss weg

Unverkennbar ist aber auch das Bestreben, einen Konsens zu erreichen. „Einen schnellstmöglichen Dialog“ fordert Christine Zietsch (SPD) ein. Robert Huber (PWB) packte zu jener Dialogbereitschaft auch die Forderung mit rein, die von Sauerlach auferlegte Zufahrtssperre zur Brunnthaler Brunnenbaustelle müsse „weg“. Zudem kritisierte er den Ortsnachbarn, die Situation insgesamt „verschlafen“ zu haben und seine Einwände verspätet vorzubringen. Jetzt gelte es, eine einvernehmliche Lösung zu finden. Aber ohne „professionellen Mediator“. Der entsprechende Antrag Hilde Miners (Grüne) wurde abgelehnt.

Man will in der Causa die Wogen durch einen klaren Dialog „Auge in Auge“ glätten, wie Kern es formulierte. Eine Aussage, die unterschiedliche Deutungen durchaus zulässt.

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