Der Zeitpunkt für den Bau einer Halle steht zwar noch in den Sternen, aber sie wird kommen. 
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Der Zeitpunkt für den Bau einer Halle steht zwar noch in den Sternen, aber sie wird kommen. Symbolbild:

Erster Schritt auf dem Weg zu einer neuen Halle für die Vereine in Brunnthal

Vereinsleben boomt - Jetzt bekommt der Sport mehr Platz in Brunnthal

  • VonHarald Hettich
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Die Vereine brauchen unbedingt eine Halle, damit der Sport für alle Mitglieder möglich ist. Sonst droht der Aufnahmestopp.

Brunnthal – Auf dem Weg zur Mehrzweckhalle ist der Brunnthaler Gemeinderat einen kleinen Schritt vorangekommen. Zur weiteren Planung soll jetzt ein Projektsteuerer engagiert werden, um aus dem Bedarf der Vereine eine grobe Planung samt Kostenschätzung zu erarbeiten. Dafür sollen in der Haushaltsplanung der Gemeinde zusätzliche Mittel zu den bislang frei gegebenen 25 000 Euro bereitgestellt werden.

Die Gemeinde hat bereits vorgearbeitet und mögliche Projektsteuerer angeschrieben. Den Zuschlag als günstigster Anbieter erhielt die Münchner Bau- und Projektmanagement GmbH LMR mit einem Angebot von gut 37 000 Euro. Freilich nur ein Klacks im Vergleich zu den Projektkosten, die wohl im niedrigen zweistelligen Millionenbereich liegen dürften.

Bereits in seiner Sommerklausur hatte sich der Gemeinderat auf die groben Linien des weiteren Vorgehens verständigt. Ein Zeithorizont für die neue Halle wurde allerdings auch in der Gemeinderatssitzung nicht bekannt. Seit Jahren schlägt sich die Gemeinde mit der Forderung vor allem der beiden Mitglieder stärksten Gruppierungen, des TSV Brunnthal und des TSV Hofolding, herum.

Aktuell 850 Mitglieder

Der TSV Brunnthal mit seinen aktuell rund 850 Mitgliedern weist eine besonders junge Mitgliederstruktur auf. Gut 60 Prozent der Mitglieder seien unter 18 Jahre alt, erklärte TSV-Vorstand Susanne Hofmann im Gemeinderat. Abteilungen wie Fußball, Handball und Turnen boomen. Auch der TSV Hofolding ist mit rund 800 Mitgliedern kaum kleiner: Exemplarisch wächst der Bereich Tischtennis stetig. Beide Vereine boomen und dürften sich eigentlich über eine enorme Nachfrage freuen. Abzulesen auch an konkreten Zahlen. „Wir hatten alleine heute wieder 23 Aufnahmeanträge“, erklärt TSV-Vorstand Matthias Amtmann, der auch für die UBW im Brunnthaler Gemeinderat sitzt.

Sportflächen nicht ausreichend

Starke Zahlen an sich. „Doch wir haben ein massives und nicht mehr lösbares Platzproblem für die Sportler, das Sportflächenangebot reicht einfach nicht mehr aus“, betonten die beiden Vorstände. Denn Brunnthal wächst weiter. „Mit dem neuen Wohngebiet an der Glonner Straße kommen neue Familien und potenzielle Vereinsmitglieder“, sagte Amtmann. Dass man jetzt seitens der Vereine über einen Aufnahmestopp nachdenken müsse, verstünden die Bürger nicht.

Antrag für eine Halle zum dritten Mal gestellt

Bereits im Mai hat der TSV Brunnthal deshalb einen neuerlichen, dritten Hallenantrag gestellt. Bei früheren Anläufen waren die eigenen Forderungen auch an einer Priorisierung des Projekts Ortsmitte gescheitert. Nun sehen die Vereine die Zeit für einen neuen Anlauf offenbar gekommen.

Hilfe ja: Aber bitte schlüssiges Konzept

Bei der Diskussion im Gemeinderat gab es auch kritische Stimmen. Fabian Sass (CSU) etwa unterstrich zwar die „tolle Arbeit der Vereine“ und hob explizit den Landesliga-Aufstieg der Brunnthaler Fußballer hervor. „Doch wir als Gemeinderat wollen ein schlüssiges Konzept sehen“, wandte er sich direkt an Amtmann und erhielt die Antwort. „Das können wir als Vereine ergänzend zu unserer Alltagsarbeit nicht leisten“. Laut Vorschlag der Gemeinde und des Bürgermeisters Stefan Kern (CSU) wird daher die Konzeption extern vergeben. Der Rathauschef betonte im Chor mit anderen, eine neue Halle müsse „Heimat aller Vereine vor Ort sein“. Eine Multifunktionshalle in Form zumindest einer Dreifach-Halle schwebt den Handelnden vor Ort vor. Laut Hilde Miner (Grüne) müssten sich schließlich alle Brunnthaler „dort auch wiederfinden“.

Die Wünsche sind vielfältig

Christine Zietsch (SPD) sah einen guten Antrag des TSV und mahnte an, man müsse „jetzt endlich weiterkommen“. Wobei die konzeptionelle Abstimmung auch für den jetzt ins Planungsboot geholten, externen Profi gar nicht eben leicht werden dürfte. „Volleyballer brauchen hohe Hallendecken, andere brauchen Tagungsräume und die Fußballer wollen eh lieber einen Kunstrasen als eine Mehrzweckhalle“, lauteten einige Einschätzungen. Trotz neuen Steuermanns scheint der Weg zur neuen Brunnthaler Hallenheimat noch relativ weit zu sein.

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