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Dressurpferd geschlagen: „Es spricht viel dafür, dass der Reiter die Nerven verloren hat“

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Von: Volker Camehn

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Dressurreiten muss ohne Gewalt funktionieren. SymbolFoto: Jan Woitas/dpa
Dressurreiten muss ohne Gewalt funktionieren. Symbolfoto: Jan Woitas/dpa © Jan Woitas

Eine Geldbuße von 1500 Euro und drei Monate Sperre – dafür spricht sich die Disziplinarkommission des Bayerischen Reit- und Fahrverbandes (BRFV) im Fall eines Berufsreiters aus, der auf einem Dressurturnier in Brunnthal sein Pferd mit einer Gerte geprügelt haben soll.

Brunnthal – Drei Monate Sperre bedeutet: Er darf in dieser Zeit nicht an Turnieren teilnehmen, Am 14. September hatte der Verband neun Zeugen und den Reiter geladen, das Urteil erging nach einer mehrstündigen Sitzung.

Das Fachmagazin „St. Georg“ zitiert zudem den Coburger Rechtsanwalt und Verfahrensvorsitzenden Eckart Staritz mit den Worten: „Im Wesentlichen haben wir die Vorwürfe als erwiesen angesehen. Es spricht viel dafür, dass der Reiter die Nerven verloren hat, weil das Pferd nicht rückwärts gegangen ist.“ Zudem müsse gezeigt werden, „dass das so nicht geht. Darum haben wir eine Ordnungsmaßnahme verhängt. Wenn er das noch einmal macht, ist er nicht geeignet zum Reiten“. Und: „An dem Pferd war ja nichts kaputt. Es hat nicht geblutet und ging laut den Richtern auch locker durch die Prüfung“, zitiert das Magazin Staritz weiter. „Das war keine schwere Misshandlung, er hat nicht minutenlang auf das Tier eingedroschen.“ Er habe das Pferd gestraft und sich damit „unreiterlich“ verhalten. Aber es sei kein Verbrechen. „Und wir wollen so etwas nicht. Das ist völlig daneben. Auf solche Verhaltensweisen muss man mit einer Ordnungsmaßnahme reagieren. Die muss jedoch angemessen sein.“

Reitprofi bestreitet die Vorwürfe

Der Reitprofi bestreitet die Vorwürfe. Vielmehr, so ist zu hören, vermute er eine gezielte Kampagne. Er hat jedoch die Möglichkeit, die Entscheidung der Disziplinarkommission anzufechten. Eine Bitte um Stellungnahme des Münchner Merkur, dem der Name des Reiters bekannt ist, blieb bisher unbeantwortet.

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