Chaos auf der Stammstrecke: Deswegen verspäten sich die S-Bahnen mehr als 40 Minuten

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Ein Mann und sein Bus: Nico Vater ist Fahrdienstleiter bei Geldhauser. Durch die Fichtenstraße (r.) sollen künftig nur noch Schulbusse fahren.  

Erweiterung des Betriebsgeländes in Hofolding

Bus-Unternehmen Geldhauser darf wachsen

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Es war ziemlich eng: Mit 8:7 hat der Gemeinderat grünes Licht gegeben für die Erweiterung des Bus-Betriebsgeländes. Begraben sind die Sorgen vieler Hofoldinger  aber nicht. 

Hofolding – Das Busunternehmen Geldhauser will sein Betriebsgelände in Hofolding deutlich erweitern. Das umstrittene Projekt nahm nun im Brunnthaler Gemeinderat die letzte Hürde. Allerdings fiel das Ergebnis knapp aus: Mit 8:7 Stimmen votierten die Räte für das Vorhaben, auf dem Areal einen neuen Bus-Betriebshof mit Reparatur- und Abstellhalle für 50 Busse zu schaffen.

Vor allem Ratsmitglieder aus Hofolding treibt weiter die Sorge vor mehr Verkehr und Lärm um. Im weiteren Bauleitverfahren werden nun die Details festgezurrt. „Lediglich Grundzüge, noch keine Detailschärfe“ sei im Flächennutzungsplan erarbeitet worden, versuchte Rathauschef Stefan Kern (CSU) zu beruhigen. Doch die Sorgen zerstreute er nicht. Ein „sensibles Gebiet“ sieht Siegfried Hauser (PWB) dort. Das zeige schon das 58-seitige Lärmgutachten. Die darin formulierten Forderungen nach Ruhezeiten und Betriebsumfang seien angesichts der Planungen „niemals einzuhalten“. Auch gebe es vom Projektbetreiber „ständig neue Flächennutzungspläne – mit Unterschieden von bis zu 6700 Quadratmetern“.

Kern widersprach. Das Planungsgebiet sei klar umrissen und durch die Grüntrennlinie in Richtung Faistenhaar klar begrenzt. Auch die Sorgen von Anwohnern und einigen Räten in Bezug auf die Verkehrsbelastung teilte der Bürgermeister nicht. Die Direktverbindung zwischen Unternehmenszufahrt am Drehkreuz von Fichten- und Tannenstraße zur Staatsstraße werde durch einen Städtebauvertrag fixiert. Lediglich einige Schulbusse würden künftig durch die westliche Fichtenstraße fahren. „Montags bis donnerstags täglich sieben Schulbusse, freitags fünf“, konkretisierte Geldhausers Fahrdienstleiter Nico Vater.

„Niemand hat was gegen Schulbusse“, betonte Gerda Handel (CSU). Aber man fühle sich „verarscht“, wenn nicht Schulbusse durchfahren, sondern auch andere Busse des Unternehmens. Dies bestritt Vater. Allerdings räumte er ein, dass mancher Schulbus auf den Rückfahrten zum Betriebshof auch leer durch Fichtenstraße verkehre. Aus Brunnthal kommend würden Kinder auf Wunsch vieler Eltern nicht auf der stark befahrenen Brunnthaler Straße herausgelassen, sondern in der Höhenkirchner Straße. „Um dann nicht waghalsig wenden zu müssen, fahren diese Busse weiter durch die Fichtenstraße zum Firmengelände.“ Der Bürgermeister betont auf Nachfrage: „Hier steht das Schutzbedürfnis für Kinder klar über dem Anspruch der Anwohner.“ Kern stellte sich wie die Mehrheit hinter die Forderung seiner Kollegin Ulla Gocke (CSU), über eine Änderung der Haltestellenkonzeption nachzudenken. „Die sieben Fahrten müssen aber möglich sein“, unterstrich Helmut Vorleitner (CSU).

Auch wirtschaftliche Bedenken will die Mehrheit nicht gelten lassen. „Bauchschmerzen“ hatte Peter Sachs (CSU) mit Blick auf „viel mehr Gewerberaum, aber weniger Gewerbesteuer“ durch die anstehende Großinvestitionen des Unternehmens, die zu vorerst weniger Gewinnen und sinkenden Gewerbesteuerzahlungen führt. Parteikollege Daniel Brenner widersprach. „Lieber kurzfristige Einbußen als ein Totalausfall“, wenn Geldhauser etwa die Zentrale aus Hofolding verlegen würde. Als „Witz“ bezeichnete Sylvester Schuster (UBW) diese Diskussion. „Es geht doch darum, dass Geldhauser bleibt.“ Das sei auch an Zugeständnisse gekoppelt, wenn ein Unternehmer wirtschaftlich handeln müsse. „Nicht das einzige Kriterium“ sei die Gewerbesteuer, ergänzte Kern. Das Unternehmen sei insgesamt ein wichtiger Faktor für die Gemeinde – und darf nun weiterplanen. 

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