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Regina und Albert Reder mit ihrem Goggomobil TS 250 Coupé Cabrio

20. Oldtimer-Treffen bricht alle Rekorde

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Schon längst ist das Oldtimer-Treffen auf dem Feld der Familie Ritz in Faistenhaar ein Kult-Termin für Liebhaber historischer Karosserien. Hunderte Oldtimer-Besitzer pilgerten mit ihren auf Hochglanz polierten Schätzen auch diesmal wieder zum mittlerweile 20. Treffen.

Faistenhaar – 30 Jahre wird der Verein der Faistenhaarer Oldtimerfreunde heuer alt und zum 20. Mal steigt die große Fahrzeugschau. Zum stolzen Doppeljubiläum „sprengen wir alle Rekorde“, betont Organisator Franz Ritz beim Blick auf die Teilnehmerliste. „Allein 300 Bulldogs, 200 Motorräder und 100 Autos sind heuer dabei.“

Mit von der Partie sind auch Regina und Albert Reder. Sommerlich fesch gekleidet hat es sich das Pullacher Ehepaar unter dem Sonnenschirm gleich hinter ihrem ganz besonderen Kleinwagen bequem gemacht. Ein Goggomobil TS 250 Coupé Cabrio aus der Fahrzeugschmiede des Dingolfingers Hans Glas nennt das Paar sein eigen.

Der fast zart anmutende Zweizylinder-Zweitakter mit Baujahr 1966, 13,6 Pferdestärken und überschaubaren 85 Stundenkilometern Höchstgeschwindigkeit erstrahlt in azurblauer Hochglanzkarosserie und rötlich getönter Frontscheibe. „Der Wagen gehört aber allein meiner Frau“, erklärt Albert Reder. „Sie wollte immer ein Cabrio – das habe ich ihr letztes Jahr zum Geburtstag geschenkt“. Die Gattin blickt den Gatten dabei mindestens ebenso liebevoll an wie ihr Gefährt.

„Es war reiner Zufall, dass wir an den Wagen gekommen sind“, erzählt die Besitzerin. Mit ihrem Alltagswagen hatten sie im Raum Rosenheim eine Panne. „Da haben wir dieses edle Stück entdeckt und gleich zugeschlagen“, erzählt Albert Reder. Genutzt wird der kleine Liebling auf vier Rädern lediglich für Ausflugsfahrten. „Immer schön langsam in einer hektischen Zeit, in der oft gerast wird“, sagen die Reders.

Ein ganz besonderes und vor allem seltenes Schmuckstück hat Anton Hofberger aus Deisenhofen mitgebracht. Sein „Pembleton Brooklands“, dessen leistungsstarker BMW-Viertakter- und Zweizylinder-Boxermotor mit 65 PS von einer feinen Aluminium-Karosserie ummantelt ist, wirkt so richtig alt. „Aber so oid is der gar ned“, schmunzelt sein stolzer Besitzer. „Der ist bewusst auf alt gmacht, aber erst 1988 gebaut“, verrät Hofberger. Selten ist er auf alle Fälle. Nur 33 Stück wurden davon gebaut.

Neben Hofbergers Vier-Rad-Ausgabe gibt es den edlen Wagen auch auf drei Rädern. „Ich habe ihn in Thüringen gefunden und gleich gekauft“, erzählt er. „Am Anfang hatte ich Angst vor dem TÜV – aber das war kein Problem.“ 162 Stundenkilometer schnell ist der flotte Flitzer. Aber auch der Klang seiner Motorenkomposition im Leerlauf bereitet den Fahrzeug-Fans wahre Freude.

Ein eigenes Zelt haben die Oldtimerfreunde in diesem Jahr für eine Sonderausstellung mit alten Rennmotorrädern reserviert. Rund zwanzig formschöne Renner werden mit Argusaugen von den Besitzern bewacht. Florian Hengler aus Weyarn hat zwei schmucke, silbern glänzende BMW-Zweiräder mitgebracht. Besonders stolz ist der Rennen fahrende Konstrukteur auf seine BMW GR 500 als zwei Zylinder-Viertakterausgabe. „Kompletter Eigenbau“ verrät Dengler. Drei Jahre akribische Arbeit habe er beim Aufbau dieses Motorrades aufgewendet. „Jede Menge PS“ steht auf dem technischen Begleittext. Kompletten Rennaufbau weist auch die BMW 500 Kaczor daneben auf, die aus der Motorradschmiede des legendären Rennfahrers und Konstrukteurs Ferdinand Kaczor kommt. Mit beiden Maschinen hat Hengler bereits eine Reihe von Rennen in Hockenheim, Oschersleben oder auf dem Salzburgring bestritten. „Der Kaczor hat mit der Maschine sogar den Serien-Weltmeister Giacomo Agostini geschlagen“, lässt der Besitzer auf die stolze Historie blicken. Der „Ferdi“ sei nicht nur auf der Rennpiste, sondern auch an der Drehbank und mit dem Schweißgerät ein genialer Akteur gewesen.

Franz Ritz blickt nachmittags beim Weißbier zufrieden auf die Jubiläums-Veranstaltung. „Schön ist auch, dass wieder alle mitgeholfen haben“, freut sich der Organisator. Örtliche Vereine, viele Helfer und auch die Gemeinde als Wegbereiter lobt er. Dann erklimmt er seinen schmucken Lanz-Traktor für eine Runde über den Platz. Unter der Dunstglocke rattert und scheppert es beträchtlich, als er das stolze Gerät startet.

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