Überzeugt vom Wasserstoff-Antrieb: (v.l.) Landrat Christoph Göbel, Busunternehmer Martin Geldhauser und CSU-Bundestagskandidat Quentin Wolf in Brunnthal bei einer Informationsveranstaltung der CSU-Klimaplattform AKU.
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Überzeugt vom Wasserstoff-Antrieb: (v.l.) Landrat Christoph Göbel, Busunternehmer Martin Geldhauser und CSU-Bundestagskandidat Quentin Wolf in Brunnthal bei einer Informationsveranstaltung der CSU-Klimaplattform AKU.

Informationsveranstaltung

Feuer und Flamme für Wasserstoff als alternativer Antrieb

  • VonHarald Hettich
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Wasserstoff als alternativer Antrieb - darum drehte sich jetzt eine Informationsveranstaltung der CSU-Klimaplattform auf dem Gelände der Busfirma Geldhauser in Brunnthal.

Landkreis/Brunnthal – Draußen auf dem Gelände des Hofoldinger Busunternehmens Geldhauser steht ein Vorführauto mit Wasserstoff-Brennstoffzellen für den Wandel in der Mobilität. Drinnen, bei der Informationsveranstaltung „Grüner Wasserstoff – Integraler Bestandteil von Energie-, Verkehrs- und Wärmewende“ bricht Tobias Brunner auf Einladung der CSU-Klimaplattform AKU eine Lanze „für Innovation und Technologieoffenheit“.

Geladene Gäste bei Geldhauser wie im Online-Livestream jagte Brunner durch einen gut eineinhalbstündigen Exkurs der Möglichkeiten in der Verkehrswende.

Kritische Stimmen der Zuschauer

Kritisch interessierte Teilnehmerfragen hinterher zeigten, dass das Thema mittlerweile tief in der Gesellschaft verankert ist. Offenbar auch in der Politik. Kurz vor der Bundestagswahl war auch der langjährige CSU-Stimmkreis-Abgeordnete Florian Hahn mit frischen Informationen von Millionen schweren Fördertöpfen und umweltpolitischen Absichten gekommen. Landrat Christoph Göbel (CSU)) war ebenfalls anwesend und brach die Energiewende regional besonders auf Verkehrsthemen und die Umstrukturierung des öffentlichen Nahverkehrs herunter.

Mit einer neuen Wasserstofftankstelle und einem sukzessiven Antriebswechsel bei seiner Busflotte hin zu Elektro- und Wasserstofftechnik ist das örtliche Unternehmen Geldhauser beispielgebend (wir berichteten). Binnen vier Jahren soll in Bayerns Wasserstoff-Modellregion „HyBayern“ mit den Landkreisen München, Ebersberg und Landshut ein dreistelliger Millionenbetrag zur Ankurbelung der Zukunftstechnologie fließen. „Rund 20 Millionen fließen allein in unsere Landkreis-Region“, so Göbel.

2033 soll Antriebsumkehr vollzogen sein

Einer der Wegbereiter des wesentlichen Umstiegs von fossilen Brennstoffen auf die Antriebstechnik mit Wasserstoffbrennzellen ist Tobias Brunner. Der Ingenieur ist Geschäftsführer der Grasbrunner Firma Hyenergy und brach auch beim Ortstermin bei Geldhauser eine Lanze für die moderne, umweltschonende Antriebstechnik. „Zwingend“ sei der Umstieg mit der Zielvorgabe, binnen der kommenden zehn Jahre den heute noch dominierenden Verbrennungsmotor in Gänze ablösen zu können. Die Frage einer Zuhörerin, wie denn dieser Wandel ohne Kollaps von Wirtschaft und Verkehr stattfinden könne, wo doch aktuell erst rund 450 000 der etwa 40 Millionen deutschen Kraftfahrzeuge über Elektro- oder Wasserstoffmotoren verfügten, beantwortete Brunner mit der Unaufhaltbarkeit des Wandels. Spätestens bis 2033 soll nach seiner Rechnung die Antriebsumkehr vollzogen sein. Die Bereitstellung wichtiger Ressourcen bei der Betankung mit Wasserstoff könne Deutschland auch dann nicht alleine schultern. „Wir werden hier im großen Stil auch importieren müssen.“

Neue Technik beim Klimaschutz alternativlos

Eine weitere Zuhörerin kritisierte, dass Brunner allein nur die Wasserstoff-Brennstoffzelle in den Fokus stellt und damit den Blick auf den derzeit stark protegierten Batterie-Elektroantrieb verzerre. Hohe Anfangsinvestitionen und solche beim Aufbau einer ausreichenden Tankstelleninfrastruktur räumte Brunner ein. „Eine mittelfristig hohe Wertschöpfung für Hersteller, Zulieferer und Kunden ebenso wie auf Sicht deutlich geringere Tankstelleninfrastruktur- und Bereitstellungskosten sowie viele neue Arbeitsplätze würden die hohen Startanstrengungen „mehr als aufwiegen“. Beim Klimaschutz sei die neue Technik ohnehin alternativlos. „Allein im Busverkehr lassen sich Emissionseinsparungen von rund 82 Prozent erzielen“, nannte Brunner Zahlen.

Busunternehmer Martin Geldhauser geht nicht nur bereits mit den konkreten Tankstellen-Planungen neue Wege. Je fünf Buslinien in den Landkreisen München und Ebersberg sind schon vom Diesel auf die neue Antriebstechnik umgestellt. Viele weitere sollen im Einvernehmen mit den Landkreisen bis 2025 folgen.

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