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25 000 Quadratmeter Wald sind zerstört: Auch der Brand eines Jungwaldes am Gründonnerstag nahe der Gudrunsiedlung in Brunnthal geht auf das Konto des Brandstifters. Sechs Monate später hat die Polizei noch keine heiße Spur.   

Keine Spur zum Täter

Feuerteufel: 13 Brände gehen wohl auf sein Konto

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Acht Feuer in zehn Tagen, weitere folgten: Massiven Schaden hatte in Feuerteufel im Frühsommer im Landkreis München angerichtet. Und er ist noch immer auf freiem Fuß.

Landkreis – Er legte acht Feuer in zehn Tagen und hat insgesamt einen Schaden von rund 50 000 Euro verursacht: Von Anfang April bis Ende Mai hat ein Serien-Brandstifter Polizei und Feuerwehr in der Landeshauptstadt, vor allem aber im südöstlichen Landkreis München auf Trab gehalten. Der unbekannte Täter zündelte immer wieder in Waldstücken, zehntausende Quadratmeter Holz und Büsche fielen den Flammen zum Opfer. Auch gut sechs Monate nach dem ersten Brand suchen die Ermittler der Brandkommission  noch immer nach Hinweisen. Doch die Hoffnung, dem Feuerteufel auf die Schliche zu kommen, schwindet. „Ohne neue Ermittlungsansätze müssen wir die Serie als ,ungeklärt‘ der Staatsanwaltschaft vorlegen“, sagt Polizeisprecher Oliver Timper.

Den ersten Waldbrand, der wohl aufs Konto des Zündlers geht, gibt es am 1. April an der Putzbrunner Straße in München-Waldperlach. Es brennt am helllichten Tag. Die Rauchsäule ist von Weitem zu sehen, Anwohner schlagen Alarm. Nach 30 Minuten hat die Feuerwehr die Flammen unter Kontrolle, zwei weitere Stunden dauert es, ehe alle Glutnester gelöscht sind. Zurück bleibt eine zerstörte Waldfläche von 30 mal 150 Metern.

In den folgenden Tagen geht es Schlag auf Schlag: Gras- und Wiesenflächen, Gehölz, Jungwald – alles fällt den Feuern, die der Brandstifter in München-Perlach, Grasbrunn und Keferloh legt, zum Opfer. Bis zum 10. April hat der Unbekannte acht Mal zugeschlagen – und treibt weiter sein Unwesen. Rund um Ostern brennt es auch in Putzbrunn und Brunnthal. „Wir gehen derzeit von 13 Fällen aus, die wir der Serie zuordnen“, sagt Timper. Zwar sei letztlich nicht gesichert, dass alle 13 Brände auf das Konto des Feuerteufels gehen, aber die Wahrscheinlichkeit sei sehr hoch. „Verschiedene Aspekte in Bezug auf Tatzeit, Tatort und die angegriffenen Objekte lassen vermuten, dass die Brände vom gleichen Täter gelegt wurden“, erläutert der Polizeisprecher. Den Gesamtschaden schätzt die Polizei auf eine Summe zwischen 30 000 und 50 000 Euro.

Mitte April legt der Feuerteufel eine mehrwöchige Pause ein – eine trügerische Ruhe. Denn am 29. Mai schlägt er wieder zu. 3500 Quadratmeter Jungwald gehen bei Hohenbrunn in Flammen auf. Zu diesem Zeitpunkt hat das Bayerische Landeskriminalamt bereits eine Belohnung von 1000 Euro für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, ausgesetzt. Weitere 4000 Euro lobt die Agrar Grasbrunn GmbH aus. Das Unternehmen ist von der Brandstifter-Serie erheblich betroffen.

Doch obwohl laut Timper 34 Hinweise bei den Ermittlern eingegangen sind und 49 Spuren abgearbeitet worden sind. „Eine heiße Spur gibt es nicht“, gibt der Polizeisprecher zu. Unter den Hinweisen aus der Bevölkerung habe es keine konkreten beziehungsweise „ermittlungsrelevanten“ Anhaltspunkte gegeben. Die letzten Spuren würden derzeit vom Hauptsachbearbeiter abgearbeitet. „Aber derzeit liegen keine Sach- und Zeugenbeweise vor, die zur Ermittlung des Täters führen würden.“

Dass die Polizei weiter im Dunkeln tappt, liegt auch daran, dass es seit Ende Mai keine neuen Spuren zum Auswerten gibt. Denn der Feuerteufel hat seither nicht mehr zugeschlagen. Das kann laut Timper verschiedene Gründe haben. „Vielleicht haben sich die persönlichen Lebensverhältnisse des Täters geändert, vielleicht wurde der Fahndungsdruck zu groß.“ Auch die fortschreitende Vegetation könnte letztlich dazu beigetragen haben. Lag im Frühjahr beispielsweise noch viel Altgras herum, trieb wenig später frisches Gras aus. „Und das brennt nicht so leicht.“

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