+
Einen neuen Treffpunkt müssen sich die Jugendlichen in Brunnthal suchen.

Nach Entscheidung, JUZ Brunnthal zu schließen

Aus fürs "Sunshine" sorgt für Verwunderung

  • schließen

Brunnthal – Zu teuer, zu wenig besucht: Brunnthal hat beschlossen, das Jugendzentrum zu schließen. Der Kreisjugendring sieht sehr wohl Bedarf. 

Keinen Vertrag für den Kreisjugendring (KJR), folglich auch kein Jugendzentrum mehr. Kein Jugendbeauftragter. Und kein Pendelbus zwischen den Orten, an denen sich Jugendliche gern aufhalten. Der Kulturausschuss bestätigte, dass der Vertrag fürs JUZ mit dem KJR nicht verlängert wird. Das „Sunshine“ ist ab 2016 Geschichte. Dort gibt’s am Mittwoch, 2. Dezember, ab 19.30 Uhr noch einen Abschieds-Umtrunk. Dann ist Schluss. 

Denn die Gemeinde will nicht länger Geld für eine Einrichtung ausgeben, die immer weniger frequentiert werde. Die meisten jungen Brunnthaler seien in Vereinen aktiv, der Bedarf für ein JUZ weniger gegeben. So die Argumente der Verwaltung und Gemeinderäte. 

Anders sieht das Stephan Schwarz, stellvertretender Leiter der regionalen Jugendarbeit beim KJR. „Wir sehen den Bedarf.“ Denn „erfahrungsgemäß gibt es auch andere Bedürfnisse“ von Jugendlichen, die nicht in Vereinen integriert sind. Darum kam der Beschluss „schon überraschend“. 

Natürlich gingen die Zahlen in einer Einrichtung für die Jugend „mehr auf und ab als in Vereinen“, räumt Schwarz ein. „Aber als Infrastruktur für eine Gemeinde ist sie sehr wichtig“, sagt Schwarz und fügt hinzu: „Und gesetzlich festgeschrieben.“ 

Auch so mancher Besucher des „Sunshine“ ist enttäuscht. „War früher immer voll des Sunshine“, schreibt ein Nutzer auf der Facebook-Seite des Münchner Merkur. Allerdings bestätigen andere auch den Standpunkt der Gemeinde: „Schon ne Zeit her“, antwortet eine Nutzerin. Und nicht bei allen scheint das Angebot des KJR überhaupt angekommen zu sein. „Wir haben ein Jugendzentrum???“, fragt ein User verwundert. 

Bald nicht mehr. Ab 2016 ist Brunnthal nahezu die einzige Gemeinde im Landkreis München ohne einen solchen Treffpunkt für Jugendliche. Eine Schließung „habe ich noch nicht erlebt“, spricht Schwarz aus rund zehn Jahren Erfahrung in seinem Amt. „Diskussionen über Kosten oder eine Schließung“ kennt er bislang nicht. 

Nahezu überall ist der Kreisjugendring mit im Boot. Rund 30 Jugendzentren und -treffs gibt’s im Landkreis. Garching und Haar beispielsweise gönnen sich sogar zwei solcher Einrichtungen. Taufkirchen und Grünwald hingegen nehmen die offene Jugendarbeit in die eigene Hand und arbeiten ohne den KJR, erläutert der stellvertretende Bereichsleiter. In Aying ist dieser hingegen nur in der Jugendsozialarbeit tätig. 

Und in dieser Form gibt’s auch in Brunnthal zumindest für viele kleinere Kinder weiterhin einen Ansprechpartner: den Jugendsozialarbeiter an der Grundschule. Eine Frage, die sich auch Schwarz stellt, bleibt, wo nun diejenigen Kinder und Jugendlichen einen Anlaufpunkt finden, die bislang Gäste im „Sunshine“ waren. 

Janine Tokarski

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Er drohte sogar mit Anschlägen: Informatik-Student (25) wegen Hasspostings festgenommen 
In Unterföhring haben LKA und Cybercrime-Ermittler einen Studenten aus dem Landkreis München festgenommen. Er ist mutmaßlicher Urheber volksverhetzender Postings auf …
Er drohte sogar mit Anschlägen: Informatik-Student (25) wegen Hasspostings festgenommen 
Feldkirchen: Beliebtes Post-Pächter-Paar hört nach 14 Jahren auf
Viele Kunden fuhren extra aus den umliegenden Orten nach Feldkirchen, um bei Monika und Tom Halkema Briefmarken zu kaufen oder Bankgeschäfte zu erledigen. Nach 14 Jahren …
Feldkirchen: Beliebtes Post-Pächter-Paar hört nach 14 Jahren auf
Coronavirus im Landkreis München: Das sind die aktuellen Corona-Zahlen
Das Coronavirus versetzt den Landkreis München in den Ausnahmezustand. Noch immer werden Todesfälle vermeldet. Doch die Infektionen werden deutlich weniger. Alle Infos …
Coronavirus im Landkreis München: Das sind die aktuellen Corona-Zahlen
Entsteht hier der zweite Feringasee - oder doch besser ein Biotop?
Ein neuer See entsteht bei Unterföhring dank des Ausbaus der A 99. Doch was mit dem Gewässer passieren soll, daran scheiden sich die Geister.
Entsteht hier der zweite Feringasee - oder doch besser ein Biotop?

Kommentare