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Zwischenbilanz in der Ortsmitte: Bürgermeister Stefan Kern fotografierte die Abrissarbeiten beim Lutterschmid.

Haushaltsberatungen

Die schwarze Null steht

Brunnthal – Die Haushaltslage der Gemeinde Brunnthal kann als geordnet bezeichnet werden. Diese Draufsicht beim Haushalt 2017 liest sich nicht nur aus dem Resümee des Kämmerers Andreas Haßelbacher.

Den Worten Haßelbachers zufolge steht die schwarze Null. Im Finanzausschuss erfolgte Zustimmung. Abschließend muss noch der Gemeinderat über den Katalog abstimmen. Größte Ausgabeposten in naher Zukunft sind die Gestaltung der Ortsmitte beim Lutterschmid und die Umsetzung eines Einheimischenmodells.

Beim Verwaltungshaushalt hat die Gemeinde nach den Worten von Bürgermeister Stefan Kern (CSU) bewusst konservativ agiert. Zwar spiegelt der aktuelle Ansatz bei Einnahmen von rund 12,2 Millionen Euro und Ausgaben von gut 12,5 Millionen Euro ein Minus im Jahresergebnis von rund 330 000 Euro wider. „Aber intern rechnen wir aufgrund einer gestiegenen Gewerbesteuer schon ganz anders“, verriet Haßelbacher . Steigt der heute auf 4,1 Millionen Euro prognostizierte Gewerbesteueranteil auf erwartete 4,6 Millionen Euro, dann lässt sich ein positives Jahresergebnis erzielen. Noch im Vorjahr hatte die Rechnung bei einem Minus von 723 000 Euro deutlich schlechter ausgesehen.

„Wir haben auch noch ein liquides Vermögen von rund 15 Millionen Euro auf der Bank liegen – derzeit freilich im Nahe-Null-Prozent-Zins-Bereich“, sagte Kern. Es sind Rücklagen, die die Gemeinde auch gut wird gebrauchen können. Denn für die kommenden Jahre bis 2020 sind Investitionen von rund 26,7 Millionen Euro vorgesehen – allein 11,7 Millionen für das kommende Jahr.

Für die Realisierung der Ortsmitte hat die Gemeinde für 2017 sechs Millionen eingestellt. Dazu sollen vor dem Hintergrund der mittlerweile auch im ländlichen Brunnthal grassierenden Not bei der Beschaffung bezahlbaren Wohnraums für Einheimische 2,3 Millionen Euro investiert werden. Hier erwägt die Gemeinde eine Kreditaufnahme von jeweils 560 000 Euro in den kommenden drei Jahren. Auch die Wasserversorgung mit neuen Brunnenanlagen geht allein 2017 mit 1,16 Millionen Euro ins Geld: Die Straßensanierungen etwa an der Bogenstraße sind mit gut einer Million Euro veranschlagt.

Noch einmal deutlich höhere Aufwendungen erwartet die Gemeinde beim Eigenanteil in der Kinderbetreuung, der im Vergleich zum Vorjahr nochmals um gut 105 000 Euro auf knapp zwei Millionen Euro ansteigen soll. Da tut es der Gemeinde durchaus gut, dass die Ertragsseite im Haushalt durch Zuwendungen der öffentlichen Hand ihrerseits für 2017 um rund 1,5 Millionen Euro verbessert wird. Das alles ist aus Sicht der Gemeinde gut zu schultern. Bei der Einkommensteuer erwartet man einen leichten Anstieg im Vorjahresvergleich von vier auf 4,1 Millionen Euro. Auch bei der Grundsteuer, die für den Bürger prozentual unverändert bleiben soll, ist ein leichter Zuwachs von rund 30 000 Euro eingeplant. Mit den vorsichtigen Erwägungen bei der Gewerbesteuer summieren sich die Gesamtsteuereinnahmen auf rund 9,2 Millionen Euro. Sie sind damit rund 500 000 Euro höher als 2016.

Allerdings wird Brunnthal bei der Kreisumlage verstärkt zur Kasse gebeten. Zwar soll hier der Hebesatz nach Kerns Einschätzung bei 44,9 Prozent bleiben. Doch aufgrund des Wachstums der inzwischen knapp 5000 Einwohner zählenden Flächengemeinde und deren im Landkreis- und Bayernschnitt ordentlicher Steuerkraft steigt auch die Abgabe um vorraussichtlich rund 212 000 Euro an. Dennoch klingt die Prognose aus dem Brunnthaler Rathaus hoffnungsfroh. „Wir erwarten leichte Ertragssteigerungen für die kommenden Jahre und damit ausgeglichene Haushalte“, klang es unisono.Harald Hettich

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