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Mit 93 Jahren ist Herta Limpinsel gestorben.

Herta Limpinsel aus Hofolding gestorben

Schwere Zeiten und schöne Stunden

Hofolding – Das Leben von Herta Limpinsel erzählt die Geschichte einer starken Frau der Kriegsjahre. Einer Frau, die das NS-Regime, Flucht, Vertreibung, Tod und Verlust nicht brechen konnte. 

Die sich in ein neues Leben gekämpft und nie ihre Herzenswärme verloren hat. Die nun in Frieden diese Welt verlassen hat. Herta Limpinsel ist mit 93 Jahren in Hofolding gestorben. „Sie war eine rührige Seele und trotz ihrer zunehmenden Demenz auch in den letzten Jahren immer ein positiver, freundlicher und liebenswerter Geist“, sagt Tochter Maria-Luise Rottenhuber. 

Eine Wärme, die angesichts schwerer Schicksalsschläge nicht selbstverständlich war. Die Grausamkeiten des Zweiten Weltkriegs haben Spuren hinterlassen, trafen die junge Herta mit großer Gewalt. Beim Reichsarbeitsdienst in Marsberg im Sauerland lernte sie Johannes Limpinsel kennen und lieben. Inmitten der Kriegswirren heirateten die beiden im Mai 1942. 

Doch das Glück hielt nicht lang. Als Angehöriger der Luftwaffe und Flugzeugführer wurde ihr Mann bei einem Einsatz über dem Schwarzen Meer abgeschossen und galt seit dem 30. Mai 1943 als vermisst. Zeiten voller Trauer und Not für Herta Limpinsel, die viel zu früh Witwe wurde. 

Und die einen weiteren großen Kampf vor sich hatte: Denn nach dem Krieg wurde die Situation der deutschstämmigen Bevölkerung auf dem Gebiet der damaligen Tschechoslowakei immer schlimmer. Zusammen mit ihrer Mutter, einem Bruder, Schwestern und der erst dreijährigen Tochter Maria-Luise musste Herta Limpinsel 1946 ihre Heimat Mähren binnen kürzester Zeit verlassen. Nur was die Familie tragen konnte und am Leib hatte, „konnte sie mitnehmen“, erzählt die Tochter. Eine Odyssee tagelanger Märsche und Fahrten in Viehwaggons folgte. Limpinsels Tochter Maria-Luise kennt diese dunklen Zeiten vor allem aus vielen Erzählungen ihrer Mutter. „Sie hat lange nicht loslassen können.“ 

Und die ersten Jahre in der neuen oberbayerischen Heimat waren schwer. „Man wurde hier als Flüchtling lange kritisch angesehen“, sagt Rottenhuber. Bis 1958 lebte die Familie im Obergeschoss des damaligen Gasthofs Reindl (heute Landgasthof Altwirt) in sehr bescheidenen Verhältnissen. 

Herta Limpinsel war es seit ihrer Jugend gewohnt, hart anzupacken. Als Forstarbeiterin im Hofoldinger Forst erwarb sie sich Meriten. „Später hat sie in einer Matratzenfabrik weiter sehr schwer arbeiten müssen“, erzählt die Tochter. Erst mit einer Anstellung im Hauptmünzamt sei es für sie Mitte der 1970er Jahre ein wenig leichter geworden. In Faistenhaar und später im Familienanwesen in Hofolding fasste sie schließlich Fuß. 

Für Enkel Robert, seine Mutter, viele Verwandte, Freunde und Weggefährten bleibt ein Trost nach dem Tod von Herta Limpinsel: „Meine Mutter war eine starke, stolze Frau und ist ohne die verhassten Tabletten in Frieden eingeschlafen.

Harald Hettich

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