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Versammlung im Biergarten: Weil es in der Sportgaststätte zu wenige Plätze für die vielen Bürger gab, verlegte Bürgermeister Stefan Kern (l.) die Veranstaltung nach draußen. 

Anwohner fürchten Lärm und Verkehr

Viel Kritik an Geldhauser-Plänen

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Viele Bürger, ein Interesse: eine Diskussion über die Erweiterungspläne des Busunternehmens Geldhauser. Die Kritik der Anwohner in Hofolding und Faistenhaar ist groß. 

 Hofolding/Faistenhaar – Noch bevor die Ortsteil-Bürgerversammlung für Hofolding und Faistenhaar überhaupt begonnen hat, herrscht in der Sportgaststätte des TSV bereits Sauna-Atmosphäre: So dicht gedrängt sitzen die Besucher. Bierbank um Bierbank ist zusätzlich zu den rund 40 Stühlen herangekarrt worden, und doch stehen immer noch Menschen im Gang und vor der Tür. Und so beschließt Bürgermeister Stefan Kern (CSU), die Versammlung kurzerhand nach draußen in den Biergarten zu verlegen, wo ihm fast hundert Besucher zuhören.

Das Gros ist wegen eines Themas gekommen: der vom Gemeinderat anvisierten Vergrößerung des Gewerbegebiets zwischen Hofolding und Faistenhaar. Sie soll es dem in der Fichtenstraße beheimateten Busunternehmen Geldhauser ermöglichen, seine Betriebsfläche um etwa 6000 auf dann gut 15 000 Quadratmeter in Richtung Osten zu erweitern.

Wie bei derlei Plänen stets, so stößt auch dieses Vorhaben bei etlichen Anwohnern auf Kritik – zumal der Busverkehr für viele Nachbarn schon seit Jahren ein Ärgernis darstellt. Umso bemerkenswerter ist der sachliche und konstruktive Ton, der an diesem Abend bei der 90-minütigen Diskussion von fast allen Beteiligten angeschlagen wird. Etwas überraschend fällt auch die Abstimmung aus, zu der Kern aufruft, um „ein Meinungsbild“ mit in den Gemeinderat zu nehmen: So recken zwar 37 Bürger die Hand, um zu zeigen, dass sie das Vorhaben der Firma ablehnen. Doch fast genauso viele, nämlich 34, geben an, mit den vorliegenden Plänen leben zu können.

Dabei hatten sich infolge der öffentlichen Auslegung etliche Kritiker schriftlich zu Wort gemeldet, deren Bedenken der Bürgermeister vorträgt. Unter anderem fürchten Anwohner eine Zunahme des Verkehrs, was sicher berechtigt sei, wie Kern einräumt. Zugleich erhoffe man sich aber auch eine Verbesserung der Zufahrtssituation, sagt er. Zum Thema Lärm und nächtliche Ruhestörung verweist er auf das geplante Schallgutachten: „Das ist natürlich ein K.o.-Kriterium. Wenn die Vorgaben nicht erfüllt werden, können die Pläne nicht umgesetzt werden.“ Zugleich erinnert der Rathauschef daran, dass die Firma Geldhauser ein alteingesessenes Unternehmen im Ort sei und ein potenter Gewerbesteuerzahler. „Unter dem Top Fünf mindestens“.

Ihren Unmut über die Pläne äußern Vertreter der Firma Wisap, die neben dem Areal nördlich der Tannenstraße sitzt, das für die Erweiterung ins Auge gefasst wird. „Hier wird eine Chance verspielt, das Gewerbegebiet weiter zu entwickeln“, klagt Hannspeter Schubert, der auch die „voreilige Versiegelung von Grünflächen“ kritisiert. „Sie können mir nicht erzählen, dass es in der Gemeinde keine anderen Flächen gibt, wo man das nicht auch hätte bauen können.“

Derweil warnt Gerhard Radler von den Stockschützen vor dem zunehmenden Verkehr und der resultierenden Unfallgefahr für Jugendliche: „Ich appelliere an die Gemeinderäte, wirklich zu bedenken, ob sie hier die Verantwortung übernehmen wollen.“ Auch Marcel Hertl vom TSV Hofolding warnt vor einem erhöhten Risiko für Radfahrer zwischen Hofolding und Faistenhaar – nicht nur durch die großen Geldhauser-Busse, sondern auch durch die Kleinbusse.

All diese Anregungen werde er nun mit in den Gemeinderat nehmen, der sich am Mittwoch, 26. Juli, abermals mit dem Thema beschäftigt, sagt Stefan Kern. Er betont: „Noch ist nichts entschieden, es ist ein offenes Verfahren.“

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