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Eine politisch durchaus ungewöhnlich breite Phalanx will Jürgen Gott (2. v.re) auf den Chefsessel im Brunnthaler Rathaus hieven: Manfred Pantschur (PWB), Helmut Vorleitner (UBW), Siegfried Hauser (PWB), Hilde Miner (Grüne) und Anouchka Andres (v.li.) unterstützen den Kandidaten.

Kandidat für vier Parteien

Gott will ins Brunnthaler Rathaus

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Die Opposition im Brunnthaler Rathaus schließt sich zusammen: Mit dem gemeinsamen Kandidaten Jürgen Gott wollen sie den amtierenden Bürgermeister Stefan Kern bei den nächsten Kommunalwahlen aus dem Amt heben.

Brunnthal – Dieses Mal wollen sie es wissen: Bei der Kommunalwahl 2020 soll Jürgen Gott als gemeinsamer Kandidat eines breiten Bündnisses aus Parteien und Gruppierungen den seit 2002 amtierenden Brunnthaler Bürgermeister Stefan Kern (CSU) aus dem Amt kegeln. Bei seiner offiziellen Vorstellung sagten PWB, UBW, SPD und Grüne dem gemeinsamen Bewerber ihre Unterstützung zu.

Nach haushohem Wahlerfolg 2014, als 71,8 Prozent der Bürger Kern gegen seine SPD-Herausforderin Anouchka Andres im Amt bestätigt hatten, will eine geeinte Rathausopposition jetzt den Umschwung mit Macht. „18 Jahre sind genug“, so der Slogan.

Jürgen Gott, Inhaber des gleichnamigen Riemerlinger Autohauses, will im Falle eines Wahlsieges die Verantwortung im Betrieb an seine beiden Söhne übergeben. An der Schnittstelle von Business und Politik wirkt der 54-Jährige als Vorsitzender des Gewerbeverbands Hohenbrunn bereits seit über einem Jahrzehnt. Jetzt hat der Hofoldinger politisch Lunte gerochen. Sein Programm hat klare Eckpunkte. „Die Finanzstärke einer Gemeinde ist Grundlage für ihren Wohlstand“, betont er. Viele aktuelle Ausgaben seien „nicht nachvollziehbar“. Stattdessen gelte es einen engen Dialog mit den Firmen zu führen, bei „Jahresgesprächen“ deren Wünsche und Befindlichkeiten abzuklopfen. Große Gewerbesteuerzahler müssten unbedingt gehalten werden. „Es darf keine Abwanderungen wie zuletzt die Firma Ganser mehr geben“, betonte er. Gott will eine „Mitmachgemeinde“ anstelle reiner Rathausdoktrin.

Einen „engen Dialog“ mit allen verspricht der frisch gekürte PWB-Mann auch bei der Ökologie. „Kein Neuperlach“ stellt er sich nicht nur mit Blick auf den wachsenden Münchner Speckgürtel, sondern auch beim Wohnbau vor. Mit Fingerspitzengefühl will er die Wohnraumnot angehen. Einen Seitenhieb auf Konkurrent Kern gönnte sich Gott mit Blick auf die aus Oppositionssicht landkreisweit größte Personalfluktuation im Rathaus: „Das gibt es bei mir im Betrieb nicht.“ Mit Kritik am Amtsinhaber sparten auch die Unterstützer nicht. „Keine Selbstkritik und geringe Effektivität“ unterstellte ihm PBW-Gemeinderats-Fraktionschef Siegfried Hauser. Der Projektstau müsse unter neuer Flagge abgearbeitet werden. „Ernüchternd“ findet Anouchka Andres (SPD) dieihrer Meinung nach „in vielen Projekten unprofessionelle und perspektivlose Amtsführung“ Kerns. „Ein Miteinander statt Gegeneinander“ kritisierte UBW-Vorstand Helmut Vorleitner.

Matthias Amtmann (UBW) stellte gleich einen gemeinsamen Antrag vor: Beim Bau der Realschule Höhenkirchen müsse mit Blick auf Brunnthaler Nöte beim erweiterten Turnhallenbau auch genügend Raum für die heimischen Vereine geschaffen werden. „Eine Mehrzweckhalle in Brunnthal“ liege ja derzeit wegen „überdimensionierter Projekte anderswo“ wie bei der Ortsmitte auf Eis. Im Juni soll der Vorstoß des TSV-Vorsitzenden für eine Vierfachturnhalle in Höhenkirchen auf die Tagesordnung des Gemeinderates. Jürgen Gott ist dann noch nicht dabei. 2020 könnte sich dies ändern. 

Im Überblick:Kommunalwahl 2020 – Das sind die Parteien und Kandidaten im Landkreis München

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