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Als Untermieter hat Sylvia Herrgesell ihren Tumor bezeichnet. In ihrem Buch beschreibt sie ihren Weg von der Krebsdiagnose bis zur Heilung.

Brunnthalerin besiegt Brustkrebs: Ihr Buch soll jetzt anderen Mut machen

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Sylvia Herrgesell (55) aus Brunnthal hatte Brustkrebs. Sie hat den Kampf gegen die bösartige Krankheit gewonnen und jetzt ein Buch über ihren Weg geschrieben. 

Brunnthal – Sie lacht, sie strahlt. Die braunen Haare modisch geschnitten, die Augen blitzen vor Lebensfreude. Man sieht Sylvia Herrgesell nicht an, dass sie Brustkrebs hatte. Wohlgemerkt hatte, darauf legt die Brunnthalerin viel Wert. „Denn das ist vorbei, das ist Vergangenheit – und hat in der Zukunft auch keinen Platz mehr.“

Bei der heute 55-Jährigen wurde vor rund drei Jahren die lebensbedrohliche Krankheit diagnostiziert. Ihren Weg von der Entdeckung bis zur Heilung beschreibt sie nun in ihrem Buch „Der Untermieter muss raus!“.

Juli 2015: Eine Krebsvorsorgeuntersuchung zeigte eine Auffälligkeit. „Mein Arzt wollte umgehend, dass ich einen ertasteten Knubbel durch eine Mammografie abklären lasse“, erzählt Herrgesell. Eine Biopsie brachte die endgültige Gewissheit: Die Brunnthalerin hatte Brustkrebs. „Eine Tatsache, der ich mich jetzt stellen musste, auch wenn sie sämtlichen Plänen entgegen sprach.“ Doch zuerst musste die Familie – Ehemann Stefan und Tochter Anna – informiert werden. Dieser Schritt war für die 55-Jährige das Schlimmste. „Wir saßen auf der Couch, hielten uns fest an den Händen und hatten eine Menge Fragen, auf die wir noch keine Antwort kannten.“ Allerdings: Die Frage nach dem „Warum“ klammerte Herrgesell von vorn herein aus. „Wenn ein Glas herunterfällt und zerbricht, kann ich es auch nicht mehr ändern.“ Was sie aber tun konnte, war, sich mit aller Kraft dem Tumor entgegen zu stellen. „Ich wollte ihm sozusagen sofort klar machen, dass ich die Stärkere bin und er gar nichts zu sagen hat.“

Dem Krebs mit einem Lachen begegnen

Herrgesell versuchte, alles von der positiven Seite zu sehen, dem Krebs mit einem Lachen zu begegnen. In schönstem Galgenhumor überlegte sie beispielsweise zusammen mit ihrer Freundin Claudia, ob eine Perücke – falls ihr bei einer Chemotherapie die Haare ausfallen würden – im Winter warm genug sei, oder doch noch eine Mütze darüber gestülpt werden müsse. „Es nützt doch nichts, sich zu vergraben oder zu verzweifeln. Davon wird es nicht besser.“

Herrgesell hatte Glück im Unglück – nur der Wächterknoten, sprich, ein Lymphknoten in nächster Nähe des Tumors, der anzeigt, ob weitere Krebszellen mit dem Lymphfluss verschleppt worden sind, war befallen. Es hatten sich keine weiteren Metastasen gebildet. Das hieß auch, keine Chemotherapie, eine Bestrahlung mit nachfolgender Tablettentherapie würde reichen.

Rund ein Jahre später beginnt die Brunnthalerin ihre Geschichte aufzuschreiben. „Aber nicht, um es zu verarbeiten“, betont Herrgesell. „Sondern um anderen Frauen zu zeigen, wie wichtig Vorsorgeuntersuchungen und Mammografie sind.“ Herrgesell sieht den Tag, an dem der Arzt die Unregelmäßigkeit entdeckte, von nun als ihren „zweiten Geburtstag“ an.

Aber warum bezeichnet sie das Karzinom als ,Untermieter’? „Als der Tumor festgestellt worden ist, habe ich immer nur von ,dem Ding’ geredet“, erzählt Herrgesell. Ein Arzt brachte es auf den Punkt. „,Das Ding’“, sagte er, „ist wie ein unliebsamer Untermieter. Dem haben Sie fristlos gekündigt, und jetzt muss er raus.“ Dieser Gedanke gefiel der gelernten Bürokauffrau. „Und: Nachmieter ab jetzt unerwünscht.“  sh

Das Buch

„Der Untermieter muss raus!“ von Sylvia Herrgesell erscheint bei Amazon unter ISBN: 978-1-726697347 zum Preis von 12,90 Euro.

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