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Der alte Landgasthof soll einem Neubau weichen.  

Pläne für  Landgasthof Schmuck in Hofolding

Angst vor Trauerfeier mit Wirtshausmusik

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Auch die zweite Version der Neubau-Pläne für den Landgasthof Schmuck in Hofolding passt nicht jedem. Denn der Biergarten soll an den Friedhof grenzen. 

Hofolding – Die überarbeiteten Pläne für den Neubau des Landgasthofs Hofolding stellt Bürgermeister Stefan Kern (CSU) – in Absprache mit der Wirtsfamilie Schmuck – bei der Ortsteil-Versammlung für Hofolding und Faistenhaar erstmals vor. Der Rathauschef will ein Stimmungsbild einholen bei den Bürgern.

Doch bevor die abstimmen, meldet sich Siegfried Hauser zu Wort, PWB-Gemeinderat und Hofoldinger. In einer fünfminütigen Ansprache warnt er die Anwesenden davor, den Plänen zuzustimmen, da sie einen Umzug des Biergartens hinter den Gasthof vorsehen – vis-à-vis von Kirchplatz und Friedhof. Man müsse sich nur die Situation bei einer Beerdigung vorstellen, wenn die Trauernden direkt in den Biergarten und zu den Besuchern hinüberblicken. „Das geht einfach nicht“, findet Hauser.

Tatsächlich müsse man diese Bedenken ernst nehmen, sagt Bürgermeister Kern – einerseits. Andererseits „dürfen wir der Familie Schmuck aber auch nicht zu strenge Vorschriften machen“. Der Rathauschef erinnert daran, dass die Wirtsfamilie ihre anfänglichen Neubaupläne für einen Gasthof samt Hotel umgehend zurückgezogen hatte, nachdem Kritik laut geworden war. Mit einem neuen Architekten habe die Familie Schmuck nun einen zweiten Entwurf erarbeitet, den Kern auch wegen des „alpenländischen Stils“ für gelungen hält. Das Problem: Auch diese Pläne sehen den Biergarten hinter dem Gasthof vor – was bei 10 500 Fahrzeugen, die täglich vorne auf der Straße vorbeifahren, verständlich sei.

Allerdings sei zwischen Biergarten und Friedhofsmauer ein Sichtschutz mit Bepflanzung geplant, betont Kern. Und er verweist darauf, dass es in Hofolding nur etwa sechs bis acht Beerdigungen im Jahr gebe, die meist um 10 oder 14 Uhr stattfinden. Also zu einer Zeit, „zu der im Biergarten keine Musik gespielt wird“.

Überdies habe sich der Pfarrer bei einem Ortstermin dahingehend geäußert, dass er keine Probleme in der Nähe zum Biergarten sehe, sagt Kern. „Er hat das anders beurteilt und gesagt: Das Sterben gehört zum Leben dazu.“

All diese Argumente können Siegfried Hauser nicht überzeugen – wohl aber eine Mehrheit der Anwesenden. So sprechen sich nach der Kritikrede des PWB-Gemeinderats nur 14 Bürger gegen die Neubau-Pläne aus, 33 Anwesende befürworten sie.

Entschieden ist damit freilich noch nichts. Vielmehr wird sich der Brunnthaler Gemeinderat demnächst mit dem Thema befassen.

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