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Schrottreif: Die Lkw mitsamt Ladung.

Am Hofoldinger Forst

Polizei stoppt Schrottkonvoi

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Zahlreiche Mängel, fehlende Betriebserlaubnis und - wenn überhaupt - dilettantisch gesicherte Ladung. Die Polizei zog beim Hofoldinger Forst zwei Schrott-Lkw aus dem Verkehr.

Landkreis - Kaputte Bremsen, durchgerostete Rahmen und völlig überladen: Die Polizei hat bei der Ausfahrt Hofoldinger Forst der A 8 zwei schrottreife Lkw aus dem Verkehr gezogen. 

Aufgefallen sind die Lkw den Polizisten am Sonntag gegen 17 Uhr schon auf der Autobahn als Teil eines „Schrottkonvois“ mit mehreren Mehrtonnern mit Kurzzeitkennzeichen, schreibt die Polizei. Der desolate Zustand von zwei Fahrzeugen wurde an der Ampel nach der Ausfahrt Hofoldinger Forst erst richtig deutlich. Nur mit quietschenden und rauchenden Vorderreifen schaffte es der 49 Jahre alte italienische Fahrer, dass sich sein 4,5-Tonner bei der leichten Steigung in Bewegung setzte. Der fehlende Auspuff sorgte für ohrenbetäubenden Lärm und unterstrich die Mühen. 

Schrott-Lkws nicht verkehrstauglich

Die Polizisten hatten genug gesehen und hielten den Lkw sowie einen 7,5-Tonner an. Die Ursache für die Probleme der Lkw fanden sich schnell. Sie waren schlicht nicht fahrtauglich und gehörten eigentlich auf den Schrottplatz. Beim 4,5-Tonner war der Rahmen komplett durchgerostet und völlig überladen. Der Lkw selbst hatte einen 3,6 Tonnen schweren Imbisswagen geladen, ein zusätzlicher Anhänger zwei Pkw. Gesamtladung: 6,6 Tonnen. Kein Wunder, dass der Italiener sein Fahrzeug nicht vom Fleck bewegen konnte.

Vorwärts kam der Lkw mit der Ladung nur schwer.

Doch damit nicht genug. Der Anhänger mit defekten Bremsen war an einer selbst gebauten Kupplung befestigt. Außerdem waren die beiden Autos darauf absolut unzureichend gesichert, schreibt die Polizei. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn das drei Tonnen schwere Gespann sich unvermittelt gelöst hätte.

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Nicht besser war der Zustand des 7,5-Tonners eines ebenfalls italienischen Fahrers. Die Bremsanlage verlor Luft und der Pickup auf der Ladefläche war nicht gesichert und hätte jederzeit runter fliegen können.

Schrott-Lkws hatten keine Fahrerlaubnis

Bei den ganzen Mängeln ist es kein Wunder, dass die Lkw keine Betriebserlaubnis hatten. Sie hätten lediglich zur nächsten Werkstatt gefahren werden dürfen. Die beiden Italiener hatten aber andere Pläne. Sie wollten erst nach Italien und dann weiter nach Afrika fahren. Wie sie ihre Schrott-Lkw über die Alpen bringen wollten, bleibt aber ihr Geheimnis. Weiterfahren durften sie nicht.

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Die Mehrtonner schleppte die Polizei in die Verwahrstelle ab. Gegen die beiden Fahrer wurde Anzeige wegen Kennzeichenmissbrauchs, Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz und Steuerhinterziehung gestellt. Dazu kommen mehrere Ordnungswidrigkeiten. „Dass der Fahrer des Gespannes auch noch gegen das Sonntagsfahrverbot für Lkw verstieß, rundete die Sache ab“, heißt es im Pressebericht. Die Italiener erwartet jeweils ein Bußgeld im vierstelligen Bereich.

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