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Der Biomüll aus dem Landkreis und der Stadt wird in Kirchstockach weiterverarbeitet.

Landkreis will zulässige Geruchswerte in der Anlage Kirchstockach erhöhen

Bioabfall sorgt für Stunk

Brunnthal – Neuer Ärger droht rund um die Biogas-Vergärungsanlage: Der Landkreis will die erlaubten Geruchswerte erhöhen, die Gemeinde läuft Sturm.

Neuer Ärger droht rund um die Bioabfall-Vergärungsanlage im Brunnthaler Ortsteil Kirchstockach, die der Landkreis München seit 1997 an der Taufkirchner Straße betreibt. Der Landkreis plant große Veränderungen an der 33,5 Millionen Euro teuren und vollautomatisch betriebenen Anlage auf dem Gelände der Firma Ganser, die etwa 20 000 Tonnen Bioabfälle aus dem Landkreis und der Stadt pro Jahr verarbeitet. 

Der Bauausschuss des Brunnthaler Gemeinderates lehnte einen Vorstoß des Kreises einstimmig ab, die Grenzwerte der Geruchskonzentration im Umfeld der Anlage von aktuell 150 auf künftig 500 Geruchseinheiten pro Kubikmeter (GE/m³) zu erhöhen. 

Die Gemeinderäte wollen durch die Ablehnung höherer Emissionswerte die Ruhe im Ortsteil wahren und Ärger der Anwohner vermeiden. Denn obgleich die vom bayerischen Umweltministerium als Modellvorhaben geförderte Anlage, die rund vier Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr produziert (die Hälfte davon wird ins öffentliche Netz eingespeist), höchste Anforderungen in punkto Grundwasser- und Immissionsschutz erfüllt, ärgerten sich Anwohnern in früheren Jahren immer wieder über Geruchsbelästigungen. Mit Demonstrationen hatten sie die Inbetriebnahme der Biovergärung sogar verhindern wollen. Erfolglos. 

Doch dann war es ruhig geworden. Bis jetzt. Durch die Erhöhung der Emissionswerte, so fürchtet der Bauausschuss, würden auch Wohnbauprojekte im Umgriff der Anlage beeinträchtigt – und unattraktiver. Allerdings entscheidet der Kreis in diesem Fall allein. Die Gemeinde hat lediglich ein Anhörungsrecht.

hh

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