+
Da hinten muss man jetzt hin: Gar nicht einverstanden mit der Situation ist Pendler Georg Bock.

MVV lässt Bus-Pendler in Hofolding im Regen stehen

  • schließen

 Bus-Pendler in Hofolding sind sauer: Nach der Modernisierung der Bushaltestelle im Zentrum kann diese aus technischen Gründen derzeit nicht angefahren werden. Die provisorische Haltestelle ist vielen ein Dorn im Auge.

Brunnthal – Ein Haltestellen-Streit treibt derzeit die Bus-Pendler in Hofolding um. Grund: Die Haltestelle der Linien 216 und 244 im Hofoldinger Zentrum bei der Kirche wird derzeit nicht angefahren. Fahrgäste müssen rund 300 Meter weiter in Richtung Brunnthal am Hofoldinger Ortsausgang zusteigen. Neben dem längeren Fußmarsch ist der provisorische Halt weder überdacht noch beleuchtet. „Letzens wurden wir Fahrgäste sogar am neuen Haltepunkt übersehen. Der Bus drehte erst nach lauten Protesten um. Ein Unding“, sagt Georg Bock. Er arbeitet im Hofoldinger Gewerbegebiet und ist nach eigener Aussage „alltäglicher Stammkunde“ der zwischen Höhenkirchen und Sauerlach verkehrenden Busse. Derzeit ist Bock vor allem ein sehr unzufriedener Kunde. „Angesichts des in Deutschland üblichen Wetters mit Wind, Regen und Schnee“ sei „insbesondere bei den jetzigen Witterungsverhältnissen eine überdachte und halbwegs geschützte Bushaltestelle mehr als erforderlich.“ Die Gründe der Haltestellenverlegung kann Bock nicht nachvollziehen. „Das ist doch ein Schildbürgerstreich“.

Busse sitzen auf Warte-Plattform auf

Das alte, hölzerne Bushäuschen im Ortskern war Ende 2018 abgerissen und durch ein modernes, wetterfestes Wartehäuschen ersetzt worden. Auch der Gehweg und die Randsteine vor dem Haltepunkt wurden aufwendig erneuert. Allerdings war einiges schiefgelaufen. Örtliche Busunternehmen wie Geldhauser und Ettenhuber hatten sich bei der Gemeinde beschwert, ihre Fahrzeuge würden beim Anfahren der runderneuerten Haltestelle mit der Fahrzeugkante auf der Haltestellenplattform aufsitzen. „Die Haltestelle Hofolding wurde von der Gemeinde Brunnthal nach der empfohlenen DIN-Norm barrierefrei umgebaut“, erklärt hierzu Jürgen Hof vom Bereich Regionalbus des Münchner Verkehrs- und Tarifverbundes (MVV). „Jedoch sorgen die örtlichen Gegebenheiten (Kurvenlage, zu hoch gesetzter Bordstein, abschüssige Fahrbahn) dafür, dass die Fahrzeuge beim Anfahren an die Haltepositionen mit der vorderen Fahrzeugkante aufsetzen“, räumt Hof nach einem eigens anberaumten Ortstermin mit Vertretern der Gemeinde ein. „Um Schäden an den Fahrzeugen und an der Infrastruktur der Haltestelle zu vermeiden sowie die Unfallgefahr für ein- und aussteigende Fahrgäste zu verhindern“, sei der Haltepunkt provisorisch Mitte Dezember verlegt worden.

„Natürlich haben wir Verständnis für den Zorn der Bürger“, betont Brunnthals Bürgermeister Stefan Kern (CSU). Nach der Frostperiode werde der angestammte Haltepunkt „schnellstmöglich so umgebaut, dass keine Probleme mehr auftreten.“ Als Zeithorizont für den Abschluss der Arbeiten und die mögliche Wiederinbetriebnahme der Haltestelle nannte Kern „etwa Mai“. Bis dahin soll laut Gemeinde der Bordstein um zwei Zentimeter gesenkt und der Plattenbelag angeglichen werden.

Pendler: „eine Bananenrepublik“

Georg Bock kann ob dieser Aussagen nur den Kopf schütteln. „Warum können die Busfahrer für eine Übergangszeit gerade jetzt im Winter nicht angehalten werden, im Bereich der Haltestelle einfach langsamer zu fahren, damit sie problemlos mit der Karosserie über den Bordsteinrand gelangen?“ so der Beschwerdeführer. „Alternativ könnten die Fahrer auch mit großem Abstand von der Bordsteinkante anhalten, dann wäre kein unfallträchtiger kleiner Spalt für die Fahrgäste zwischen Bordsteinkante und Halte-Plattform.“ Dies kenne doch jeder Bus-Nutzer auch andernorts aus seiner täglichen Praxis. Gegebenenfalls müssten dann halt auch die Autolenker mal etwas warten. „Nachvollziehbar“ sei zwar ein notwendiger Umbau. „Aber warum dauert das bis Mai?“ . In Sachen öffentlichem Personennahverkehr (ÖPNV) sei man hierzulande „eine Bananenrepublik“, so der verärgerte Pendler. Aus seinen Alternativ-Vorschlägen wird aber nichts. „Eine vorzeitige Wiedereröffnung der Haltestelle an der Kirche wird nicht umgesetzt“, lässt der MVV entschlossen verlauten.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

MVV-Tarifreform: Das ändert sich im Landkreis München
Am 15. Dezember greift die große MVV-Tarifreform. Mit ihr gehen einige fundamentale Änderungen einher. Das verändert sich im Landkreis München.
MVV-Tarifreform: Das ändert sich im Landkreis München
Schock in Neubiberg: Rathaussanierung steht vor dem Aus
Das derzeit größte Projekt in Neubiberg steht vor dem Aus. Viel Zeit und Geld ist bisher ins Land gegangen allein für die Planung der 23 Millionen Euro teuren Sanierung …
Schock in Neubiberg: Rathaussanierung steht vor dem Aus
Kommunalwahl 2020: Das ist die Bürgermeisterkandidatin der Grünen in Hohenbrunn
Auf die anhaltenden Gerüchte folgte die Bestätigung: Die Grünen in Hohenbrunn stellen eine Bürgermeisterkandidatin für die Kommunalwahl 2020 auf. So will sie punkten.
Kommunalwahl 2020: Das ist die Bürgermeisterkandidatin der Grünen in Hohenbrunn
Rechte Symbole auf Autos in Taufkirchen gesprüht
Rechte Symbole haben bislang Unbekannte auf Autos am Lindenring in Taufkirchen gesprüht. Das Kommissariat für politisch motivierte Kriminalität von Rechts ermittelt. 
Rechte Symbole auf Autos in Taufkirchen gesprüht

Kommentare