Bill Cosby im Missbrauchsprozess schuldig gesprochen

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Interessiert an einem besonderem Kapitel der Brunnthaler Ortsgeschichte: Autor Norbert Loy (r.) und Vize-Rathauschef Thomas Mayer.

Ortsarchivar präsentiert Buch

In Brunnthal wollte die Wehrmacht ihre Flugzeuge parken

Brunnthal - In den letzten Monaten des Zweiten Weltkrieges kam der Gemeinde Brunnthal einige Bedeutung zu.  Dort war mit dem Feldflugplatz ein Ausweich- und Schattenplatz der deutschen Luftwaffe eingerichtet. Gemeindearchivar Norbert Loy hat nun ein Buch über den Flugplatz und seine Geschichte veröffentlicht. 

Auf dem Flugfeld sollten Maschinen aus Riem und Neubiberg untergebracht, Einsatzflüge gestartet und auch der Transport wichtiger Güter in die sogenannte Alpenfestung vorbereitet werden. Doch dazu kam es nicht mehr. Als Generalfeldmarshall Wilheim Keitel am 7. Mai 1945 die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht unterzeichnete, war auch der Feldflugplatz in Brunnthal wieder Geschichte.

Loy hat für sein Werk „Der Feldflugplatz Brunnthal – Ausweich- und Schattenplatz der Luftwaffe 1944 – 1945“ Archive durchforstet und mit Zeitzeugen sowie Nachfahren damaliger Protagonisten gesprochen. Spannend zu lesen ist das mit Originalbildmaterial opulent gestaltete Werk aber nicht nur für Geschichts-Interessierte. Auch der Technik-Aspekt mit vielen Einblicken in die deutsche Luftfahrts-(Kriegs-)Geschichte und seinen Maschinen-Typen gerät höchst lesenswert. Dazu gelingt es Loy, mit intensiven Schilderungen, Original-Einsatzberichten und Log-Buchauszügen von Zeitzeugen aus den Reihen der Kriegsparteien das Grauen der letzten Kriegsmonate plastisch und irritierend exakt darzustellen.

„Sechs Jahre habe ich zusammen mit Freunden und Unterstützern das Material zusammengetragen, das nur die Geschichte von wenigen Monaten umfasst“, erzählt der Autor. Vor Ort in Brunnthal hatte er erste Informationsfetzen zu dieser spannenden Geschichte erhascht, Recherchen ohne anfängliche Buch-Absicht begonnen und dann im Laufe der Arbeit festgestellt, wie viele Dimensionen des Kriegsgrauens, aber auch gelebter Luftwaffengeschichte die Forschung offenbarte. Erhat in verschiedenen historischen Archiven intensiv geschürft und gelangte bei seinen Studien bis hin zum National-Archiv in Washington.

„Die Zeit drängte ja auch“, verweist der Autor auf den wesentlichen Faktor, dass Zeugenberichte aus erster Hand mittlerweile schwer zu bekommen seien, weil viele der Zeitzeugen schlicht nicht mehr leben. Umso erstaunlicher gerät das Ergebnis. Über die Nachkommen von amerikanischen wie deutschen Fliegern gelang es ihm, die Protokolle fliegerischen Kriegsirrsinns in verständliche, lebendige Tatsachenschilderungen zu gießen. Er hat Luftaufnahmen der US-Streitkräfte zusammengetragen und eine exakte Bestandsaufnahme jener Flugzeuge erarbeitet, die bis zum Kriegsende auf dem Feldflugplatz untergebracht waren.

Flugzeugtypen wie die Junckers 87 oder die Messerschmitt Me 410 bieten tiefe Einblicke in Luftwaffen- und Flughistorie, liefern technische Details und berührende Schilderungen der Piloten aus erster Hand.

Besonderen Nachhall hatten die Gespräche Loys mit Zeitzeugen. „Viele Ehemalige erzählten mit nur Bruchstücke darüber, was sie erlebt und durchgemacht hatten. Andere schwiegen ganz und wollten über die Kriegszeit einfach nicht mehr sprechen – aus Verdrängung, Scham oder um nicht mehr erinnert zu werden“, erzählt Loy von seinen Eindrücken bei der Forschung. „Andere hingegen waren froh, dass sie sich ausführlich über die Ereignisse von damals unterhalten konnten.“

Von Harald Hettich

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