Stefan Kern, Bürgermeister von Brunnthal
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Hofft, dass im Sommer das Gemeindeleben wieder aufblüht: Bürgermeister Stefan Kern. 

Ausblick

Tatendrang trotz klammer Kasse: Das steht in Brunnthal in diesem Jahr an

  • vonHarald Hettich
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Seit über 18 Jahren ist Stefan Kern (CSU) Bürgermeister von Brunnthal. Doch die Pandemie stellt auch einen erfahrenen Rathauschef vor neue Herausforderungen. Der Münchner Merkur hat mit dem Bürgermeister über die künftigen Projekte und Schwierigkeiten gesprochen.

Herr Kern, was sind die wichtigsten Projekte in diesem Jahr?

Seit Jahren warten viele Gemeindebürger auf Bauland für ein Eigenheim. Das Projekt wird die Gemeinde im Februar 2021 ausschreiben und damit acht Familien eine leistbare Möglichkeit für Eigentum bieten. Bei größerem Bedarf könnten auch noch weitere Flächen freigeben werden. Neben klassischen Doppelhaushälften soll es auch Baupartnerschaften mit zwei Einheiten in einer Doppelhaushälfte geben. Die Wasserversorgung wird für die nächsten 50 Jahre mit einem neuen Brunnen westlich der Autobahn gesichert, und das Brunnthaler Wasserwerk wird auf die neuesten technischen Stand gebracht. Die Kinderbetreuung wird weiter ausgebaut mit weiteren Kindergarten-Plätzen und einer Kleinkindbetreuung. Die Feuerwehren bekommen neue Geräte und Fahrzeuge. Daneben ist in Brunnthal auch die Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses geplant. Neben einigen Energieeinsparmaßnahmen und regenerativen Erzeugungsmaßnahmen steht auch eine Entscheidung zur Windkraft im Hofoldinger Forst an. Noch steht das abschließende Ergebnis der Gutachten nicht fest. Grundsätzlich könnte die Gemeinde in eine von Bürgern getragene Anlage einsteigen.

Vorzeigebauprojekt: Südlich der Glonner Straße entsteht neuer Wohnraum. 

Wo konkret plant die Gemeinde größere Bauvorhaben, und welche stehen vor dem Abschluss?

Wichtiges Bauvorhaben sind die Wohnungen mit Kindergarten in Brunnthal südlich der Glonner Straße. Das zeigt sich schon an der Haushalts-Budgethöhe von sechs Millionen Euro. Auch soll in Hofolding kommunaler Wohnungsbau erfolgen. Günstiger Wohnraum wird nicht nur für Betreuungskräfte dringend benötigt. Auch gilt es, die derzeit 30-prozentige, staatliche Förderung auszuschöpfen. Auf restlich verfügbaren Flächen im Altbaubereich soll die Schule Brunnthal um weitere zwei Klassenzimmer ausgebaut werden. Langfristig soll so die Schule dreizügig ausgebaut werden. Unsere Sport- und Vereinsanlagen sollen energetisch saniert, die Flutlichtanlagen mit LED optimiert werden. Kurzfristig wird auch die Infrastruktur mit der Wasserleitung unter der Otterloher Straße saniert. Auch wollen wir Fuß- und Radweg, insbesondere im nördlichen Gemeindebereich, vorantreiben.

Welche Probleme und herausfordernden Aufgaben hat die Gemeinde Brunnthal in den kommenden Monaten zu bewältigen?

Der Rückgang der Gewerbesteuer war 2020 erheblich und konnte nur durch einen einmaligen Sondereffekt abgefangen werden. Wir rechnen für 2021 mit einem Rückgang um fast 20 Prozent gegenüber 2019. Verstärkt wird der Negativ-Effekt leider auch noch durch einen erwarteten leichten Rückgang bei der Einkommenssteuer von knapp zehn Prozent. Dazu könnte die Kreisumlage schon in den nächsten Jahren deutlich steigen. Womit auch die Schere zwischen zurückgehenden Einnahmen und steigenden Ausgaben sich noch weiter öffnen wird. Einziger positiver Effekt könnten verbesserte Chancen der öffentlichen Hand bei der Personalgewinnung sein, wenn bei der Arbeitssuche sichere Arbeitsplätze wieder an Bedeutung gewinnen.

Müssen manche Projekte auf Eis gelegt werden?

Einen Projektstau gibt es eigentlich nur in den beantragten Bauleitverfahren zur Ausweisung von Wohn- und Gewerbeflächen. Die Gemeinde ist in der Vergangenheit sehr restriktiv und überlegt vorangegangen und in den letzten 20 Jahren viel weniger stark gewachsen als viele andere Nachbarn. Die Nachverdichtung ist nicht immer spannungsfrei. Deshalb sollen bei uns entgegen der Änderung der Bayrischen Bauordnung die bisherigen Abstandsflächenregelungen weitgehend erhalten und sogar ausgeweitet werden.

Wollen ihr Gründungsfest zum 100-jährigen Bestehen gerne nachholen: der Brunnthaler Trachtenverein und sein Vorstandsteam (v.l.) Franz Mayr, Anita und Günter Fendt sowie Georg Hauser senior.

Das Ende der Pandemie sehnen alle herbei. Wie optimistisch sind Sie, dass im Laufe des kommenden Jahres in Ihrer Gemeinde auch wieder Feste stattfinden können?

Ausfälle wie das 100-jährige Gründungsfest des Trachtenvereins Brunnthal oder das Maibaum-Aufstellen in Faistenhaar waren wie die gestrichenen Johanni-Feuer aller Burschenvereine und Oldtimertreffen herbe Enttäuschungen. Ich bin aber zuversichtlich, dass ab Juni 2021 mit den Sommerboten und Impfmöglichkeiten schrittweise zur Normalität zurückgefunden wird. Ob der Trachtenverein seine Feier nachholen wird, dürfte von den Rahmenbedingungen abhängen und kleiner als ursprünglich geplant stattfinden. Der Burschenverein Faistenhaar könnte mit einem eigenem Treffpunkt entschädigt werden. Im Freien sollten Feste unter bestimmten Hygienebestimmungen wieder möglich werden.

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