Biotop in Brunnthal mit Ortsbegehung
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Das Teichbiotop ist befüllt und die Seerose blüht: (v.l.) Günter und Matthias Ganser, ein Helfer, Fritz Baur und Rüdiger Berger vom Verein Natur und Umwelt Südost, Alexander Schiele von der Feuerwehr Brunnthal, sowie Bürgermeister Stefan Kern.

Dem Verein Natur und Umwelt Südost fehlt der Nachwuchs

Biotop-Pflege: Umwelthelfer mit der Schaufel hören auf

  • Laura May
    VonLaura May
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Nach der Befüllung des Teichbiotop auf Ganser-Gelände schauten sich die Verantwortlichen das Gewässer vor Ort an. Hier ist jetzt viel Raum für eine besondere Fauna und Flora.

Brunnthal – Seit den 1980er Jahren setzt sich Fritz Baur für Tiere in Tümpeln ein. Einer der angelegten Biotopteiche wurde nun mit Hilfe von Feuerwehr und des Bauunternehmens Ganser saniert. Zu diesem Anlass traf man sich jetzt dort zu einer Ortsbegehung mit Pressetermin.

Gemeinsam mit dem Verein Natur und Umwelt Südost legte er damals als Projektleiter drei Biotopteiche an, die er seitdem pflegt. Heute steht der Verein jedoch vor dem Aus, weil ihm der Nachwuchs fehlt. „Wir sind ein Verein in Auflösung“, sagt der langjährige Unterstützer Rüdiger Berger.

Durch große Kiesgruben zwischen Hohenbrunn und Brunnthal entstanden in den 1970er mehrere Tümpel, in denen sich Molche und Kröten ansiedelten. „Dann sollten die Gruben einfach zugeschüttet werden und ich dachte mir: wo sollen all die Tiere hin“, erinnert sich der inzwischen 87-Jährige Baur.

Viel demonstrieren, nichts machen?

Die beiden Senioren gehören zu den letzten, die den Verein noch am Leben halten. „Alle bei uns sind 70 plus – eher 80 plus“, stellt Berger schmunzelnd fest.

Warum die Jugend nicht nachzieht? Entweder sie engagieren sich anderweitig oder Aktivismus findet nur in Sozialen Medien oder bei Fridays for Future statt. „Wir sind die Aktivisten mit der Schaufel“, sagt Rüdiger Berger. „Demonstrieren tun sie alle, aber machen wollen sie nichts“, beschwert sich auch Unternehmer Günter Ganser, der gemeinsam mit seinem Bruder Matthias Ganser kostenfrei Kies und Arbeitsleistung zur Sanierung des Teichs zur Verfügung stellte. Die Unternehmerbrüder betreiben intensiven Kiesabbau und eine Biogasanlage. Außerdem bohren die Stadtwerke auf ihrem Gelände für Geothermie und bis 2035 soll das Gelände ein „regenerativer Energiepark“ werden. Durch ihre Hilfe wollen sie laut Matthias Ganser „ein etwas an die Natur zurückgeben“, die sie sonst ausbeuten. „Früher war so etwas freiwillig, aber heute ist es Pflicht“, sagt er und bedauert eine zu starke Reglementierung durch die Behörden.

Gereinigt und foliert

Dass einzelne Menschen mit einfachem Einsatz durchaus etwas bewegen können, beweisen die kleinen Biotope. Was auf den ersten Blick aussieht wie ein unscheinbarer Tümpel bietet wertvollen Wohnraum für Kröten und Molche. Nachdem einer der Teiche bereits 2018 saniert wurde, ist nun auch der Zweite frisch gereinigt und foliert. Die Freiwilligen Feuerwehren Brunnthal und Taufkirchen befüllten ihn aufwändig mit 20 000 Liter Wasser.

„Das ist jetzt unsere letzte Aktion und die ist wirklich gelungen“, sagt Rüdiger Berger, „nächsten Monat ist alles vorbei.“ Das Ende des Vereins bedauern ebenfalls Bürgermeister Stefan Kern (CSU) und die Unternehmerbrüder Ganser. Beide sichern im Falle einer unerwarteten Weiterführung des Engagements ihre Unterstützung zu. Aktive Bürger wie Fritz Baur seien goldwert. „Fritz war immer schon so ein super Typ, wir kennen uns schon seit über 30 Jahren“, sagt Brunnthals Bürgermeister Kern.

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