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Die Brunnthaler Ortsmitte nimmt Gestalt an.

Brunnthaler Ortsmitte:

Vertrauen zwischen Gemeinde und Wirt nicht groß

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Mit Blick auf das Großprojekt Ortsmitte gegenüber dem Rathaus setzt eine von der CSU getragene Mehrheit im Brunnthaler Gemeinderat weiterhin auf Pächter und Gastronom Rudolf Schall. Mit ihm sollen die bereits seit Monaten avisierten Verträge für die zentralen Einheiten Gasthof und Hotel geschlossen werden.

Brunnthal– Zuletzt hatte es heftig rumort. Wie berichtet, soll Schall Ende 2017 eine von ihm nur wenige Monate zuvor übernommene Gastronomie in der Penzberger Stadthalle ohne Vorabinformation von Stadt und Stadtrat an eine Nachfolgerin übergeben haben. Die Opposition im Brunnthaler Gemeinderat fürchtete und fürchtet, dieses Verhalten könne sich womöglich beim Prestige-Objekt Ortsmitte wiederholen. Deshalb verhielten sich die Fraktionen von SPD, Grünen und UBW in dieser Frage ablehnend. Stellungnahmen gab es auf Anfrage des Münchner Merkur am Tag nach der Sitzung. Diese war aufgrund vertraulicher Vertragsinhalte nicht öffentlich abgehandelt worden.

Bei der Opposition im Gemeinderat dominiert offenkundig weiterhin Skepsis bis Unverständnis im Hinblick auf die Entscheidung. „Ich bin sprachlos über diese Entwicklung“, sagte Anouchka Andres (SPD). Deutlicher wurde Matthias Amtmann (UBW). „Es ist überhaupt nicht nachvollziehbar, wie man seitens der Gemeinde so vorgehen kann. Ich hätte angesichts der Vorgeschichte als Arbeitgeber kein Vertrauen mehr.“ Allerdings gelte es, den Mehrheitsentscheid pro Wirt zu akzeptieren. „Ich kann nur hoffen, dass ich mich am Ende getäuscht habe. Der Wirt muss sich jetzt beweisen“, so Amtmann.

Hilde Miner (Grüne) findet es mit Blick auf die Ratsmehrheit „unglücklich, dass man die Dinge hier schönredet. Der CSU geht es offensichtlich mit dieser Entscheidung darum, nicht das Gesicht zu verlieren“, sagte Miner. „Aber die Gefahr besteht, im Anschluss das Gesicht noch mehr zu verlieren“, wenn das Projekt scheitere. Sie sieht auch die Gefahr, dass das Projekt in der Ortsmitte scheitert, sollte sich der schnelle Abschied des Wirtes „in Brunnthal wiederholen“. Schließlich müsse der ja auch eine Menge Geld mitbringen und investieren. „Was ist, wenn er sich dann zurückzieht“?, fragt Miner. Die Voraussetzungen für eine vertrauensvolle Gemeinschaft zwischen Gemeinde und Wirt seien „nicht gut“.

„Die Entscheidung durch die Mehrheit ist gefallen, das gilt es jetzt zu respektieren“, entgegnet der Dritte Bürgermeister Christian Schleich (PWB). Er hatte das Mehrheitsvotum unterstützt. „Man sollte aufhören, den Wirt schlecht zu reden“ und diesem stattdessen einen Vertrauensvorschuss einräumen. „Schließlich hat sich der Pächter bei uns gut präsentiert“. Schleich betonte, die Vorgeschichte müsse „differenziert betrachtet werden“. Den Gegnern der Vertragszeichnung unterstellte er, ihre Gegnerschaft aus Planung und Bauphase nun gegenüber dem potenziellen Wirt fortzusetzen. „Was wir aber brauchen, ist nicht schlecht reden, sondern zusammenstehen“, forderte er auch eine Versachlichung.

Zweiter Bürgermeister Thomas Mayer (CSU) wollte sich zur Sache aufgrund der Nichtöffentlichkeit der Sitzung auch nicht äußern. Immerhin aber sprach er sich deutlich „gegen eine Diskreditierung“ des potenziellen Wirtes aus. Bürgermeister Stefan Kern (CSU) war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. 

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