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Starkes Ensemble auf und neben der Bühne: Die Brunnthaler Theatertruppe mit Regisseur Sepp Pawlik (rechts.) und den beiden Machern aus dem Off: Tausendsassa Linus Erl (ganz links am Kachelofen) und Wort-Reicher Thomas Lastin (daneben).
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Bauer Bachtaler (Reinhold Tomesch) spielt einen launig-farbenprächtigen, sonntäglichen „Hof-Narr“.
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Versteigerung droht: Die Bachtalers (Bitsi Traub und Reinhold Tomesch) plagen ernste Sorgen.

Volkstrachtenverein Brunnthal 

Isidor traut sich was in diesem Stück

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Der Heimat- und Volkstrachtenverein Brunnthal bringt die Bühnenbretter zum Beben. Die Theaterleute des Traditionsvereins leiteten mit dem bayerischen Dreiakter „Isidors dreistes Stück“ von Albert Kräuter die Feierfreuden bei den Trachtlern schon einmal ein.

Brunnthal– Alle zwei Jahre wird im Vereinsheim am Markweg 14 in Brunnthal Lustspiel-Theater geboten. Bei den Mitgliedern des Vereins, Freunden aus der Gemeinde und der Region kommen die Stückerl bestens an. Das zeigt der Vorverkauf. 90 Prozent der Karten für die insgesamt sechs Aufführungen konnten bereits abgesetzt werden. „Das freut uns natürlich, dass unser Bemühen auf der Bühne so gut ankommt“, betont Organisator Sepp Erl. Er selbst verbreitet im neuen Stück viel Freude. Denn Erl wirkt nicht nur hinter den Kulissen. Er spielt als Knecht Isidor auch die launig-hinterfotzig-naive Schlüsselrolle.

In Zivil und abseits der Bühne erzählt er über das Brunnthaler Theaterleben. „Wir haben seit Weihnachten wieder viele Stücke gelesen und dann ist unsere Wahl recht schnell auf das jetzige Stück gefallen“, erzählt Erl. Lustige und saftige Dialoge, witzige Wendungen und eine Menge Spaß beinhaltet das aktuelle Werk. „Wir haben hier nicht den Anspruch, hoch geistiges Theater zu spielen. Da gehen die Leute anderswo hin“, umreißt Erl das Credo der Truppe unter der Leitung von Regisseur Sepp Pawlik.

Schweinebraten legendär

Viele kommen laut Erl nicht nur wegen des Bühnenreigens. „Bei uns wird vor und zu den Aufführungen auch bestens verköstigt – unser Schweinebraten aus eigener Vereinsproduktion ist legendär.“ Überhaupt ist hier alles gruppendynamisch entstanden. Ob Bühnenbild im bayerischen Bauernhofflair, Maske, Licht – für alle Bereiche hat man im Verein die richtige Frau oder den sachkundigen Mann. Erls 14-jähriger Sohn Linus versinnbildlicht den familiären Charakter der Truppe. Er werkelt bei Licht und Ton mit und bedient den Vorhang. Wenn es auf der Bühne bei den Proben oder den Aufführungen mal textlich hapert, hilft Souffleur Thomas Lastin auf die Sprünge. Allzu oft muss er aber nicht unterfüttern. „Das läuft bei uns völlig unentgeltlich“, erklärt Erl. Die Einnahmen kommen hauptsächlich der intensiven Nachwuchsarbeit beim Trachtenverein zugute.

Schnell ein Wams umgespannt

„Sepp, jetzt wird´s Zeit“, erinnert Regisseur Sepp Pawlik den Mehrfach-Aktiven Erl an sein Wirken auf der Bühne. Gleich soll die Generalprobe beginnen. Und Erl ist noch nicht hergerichtet. Die plakative Platzwunde, ein „geschlampertes“ Wams und eine schief sitzende Mütze verwandeln den eben noch munter Erzählenden im Eiltempo in jenen Isidor, der mit Schalk und Spaß das Zuschauervolk im Kreise eines starken Ensembles verwöhnen wird.

Die Handlung

Das Stück selbst bietet Abwechslung: Die Ausgangssituation ist schnell erzählt. Bauer Bachtaler (lebensecht dauergrantelnd verkörpert von Reinhold Tomesch) droht zusammen mit seiner Gattin Leni (stark: Bitsi Traub) die Versteigerung des eigenen Hofs. Wahrsagerin Laurenzia (Kathi Schmidt) hat längst negative Schwingungen ausgemacht. Der Dorfpfarrer (Markus Schlagbauer) hat auch keine irdischen Lösungen parat. Eine sehr präsente Maria Mayr als Bauerstochter Katharina überzeugt im fast dramatischen Zwischenspiel von Liebe zu Landwirtschaftsmeister Simon (Manu Torriani) und deutlichem Widerstand gegen Vaters energischen Wunsch einer reichen Heirat zur Hofrettung. Da kommt, immer leicht beschwipst, leichtfüßig und um einen flotten Spruch nicht verlegen der schlitzohrige Knecht Isidor ins Spiel und zieht fortan mit Bauernschläue die Fäden. Immer auf der Flucht auch vor naiven Magd Zenzi (hingebungsvoll: Gaby Vorleitner), die den Isidor zu ehelichen gedenkt. Dazu drohen bald Äxte und Mistgabeln zu fliegen. Schließlich geht es gar außerirdisch zu. Mehr sei nicht verraten.

Nach der Premiere

am (gestrigen) Freitag haben Lustspiel-Freunde noch fünfmal Gelegenheit, Isidor und seine feine Gesellschaft auf der Bühne zu erleben. Am heutigen Samstag (20 Uhr) und am morgigen Sonntag (18 Uhr) ebenso wie am nächsten Wochenende (Freitag und Samstag wieder ab 20 Uhr) und am Sonntag den 14. April (18 Uhr) wird das Volksstück im Vereinsheim am Maurerweg aufgeführt. Einlass und Verköstigungsbeginn ist jeweils eine Stunde vor den Aufführungen. Karten gibt’s im Dorfladen Brunnthal und Restkontingente an der Abendkasse.

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