Änderung der Flächennutzung

Weg frei für Geldhauser-Pläne

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Bus-Riese Geldhauser hat im Brunnthaler Gemeinderat eine wichtige Hürde zur Erweiterung seiner Betriebsfläche an der Fichtenstraße in Hofolding um rund 6000 auf künftig 15 000 Quadratmeter genommen.

Brunnthal - Nach üppigem Diskurs im vollen Ratssaal stimmte eine Mehrheit gegen sechs Räte für eine entsprechende Änderung des Flächennutzungsplans. Entschieden ist damit aber noch nicht, ob das Firmengelände vom heutigen Standort weiter nach Osten auf die Grünfläche verlegt werden kann. „Das Verfahren ist weiterhin offen“, bekundete Bürgermeister Stefan Kern (CSU). Ein Lärmgutachten müsse erstellt und Fragen der Zuwegung geklärt werden. Dennoch zeichnet sich eine Tendenz ab, dem seit 1962 bestehenden Traditionsunternehmen die Erweiterung zu ermöglichen.

Im Rat wie bei der Bürgerversammlung zuvor gab es viel Skepsis. Die Trennlinie lag zwischen den den Ortsteilen. Der Hofoldinger Herbert Katzdobler (CSU) kritisierte, „die sachlichen Einwendungen“ seien von Bürgermeister Kern „abgekanzelt worden“. „Der Betrieb ist jetzt schon zu groß“, sagte Katzdobler. Fraktionskollege Peter Sachs rechnete ironisch gar 800 Busse binnen weniger Jahre hoch. Der Emissionsausstoß, die sensible Nähe zum Sportpark bringe zu viele Belastungen und Verkehr mit sich. Auch sei die Erweiterung „nur der Einstieg“.

Geschäftsführer Martin Geldhauser korrigierte. „60 Groß-Busse“ würden in Hofolding untergebracht – an nur einem von vielen Standorten. „Was sollen uns 400 Busse in Hofolding nutzen?“ Die Busse seien an diversen Standorten in der Region „geparkt“. Bürgermeister Kern hielt die Hochrechnungen für „abwegig“. Er kritisierte jene scharf, die hier Ängste schürten. Gewerbesteuerzahler wie Geldhauser mit kolportierten 250 000 Euro würden den Wohlstand der Gemeinde begründen.

Ernst Portenlänger (SPD) widersprach. „Es kann nicht sein, dass nur Gewerbesteuer entscheidet. Wir machen uns käuflich.“ Siegfried Hauser (PWB) forderte eine Verpflichtung Geldhausers, künftig nur noch auf eigenem Gelände zu parken.

Die Befürworter überwogen. Auf Bürgerversammlungen sei der Verkehr der Busse durch Wohnstraßen und das Wild-Parken angeprangert worden, sagte Kern. Mit der Erweiterung und einer entsprechenden Absprache sei eine direkte und ausschließliche Nord-Süd-Verbindung vom Firmengelände über die Fichtenstraße zur Staatstraße 2070 vorgesehen. „Die Anwohnerstraßen im Umfeld profitieren“. Für die Busse reiche die Tangente. „Bauchschmerzen hätte ich nur, wenn da viele Leute wohnten“, bekannte Sylvester Schuster (UBW). Das Projekt unterstütze er. Zumal die Gemeinde ohnehin über eine Gehwegnase und Querungen nachdenke. Auch Robert Huber (PWB) war pro Erweiterung. „Per Vertrag lässt sich das Parken auf dem Betriebsgelände lösen“. Wie Kern kritisierte Huber „das Hetzen anderer Gewerbetreibende gegen die Geldhauser-Pläne“. Wo komme man hin, wenn jeder den freien Blick ins Grüne einfordere? Zudem bleibe das im Regionalplan vorgeschriebene Trenngrün zwischen Hofolding und Faistenhaar bestehen, suchte Kern Sorgen von Gerda Handl (CSU) und Hilde Miner (Grüne) zu zerstreuen.

Helmut Vorleitner (CSU) brach eine Lanze für das Unternehmen. Seit drei Generationen schaffe Geldhauser regional Arbeitsplätze. „Irrsinn“ sei der Emissions-Vorwurf. „Wir propagieren mehr ÖPNV und bessere Busverbindungen und dürfen dann Geldhauser keine Steine in den Weg werfen“. Mehr Ehrlichkeit und Transparenz in der Planung forderten Thomas Mayer und Daniel Brenner (beide CSU): „Geldhauser muss im vernünftigen Rahmen in Hofolding bleiben.“ Und natürlich müssten sich alle an die Vorgaben halten. Bürgermeister Kern mahnte den Unternehmer an, die Direktroute zur Staatsstraße seinen Fahrern zu vermitteln.

Gegen die „Ost-Erweiterung“ stimmten Gerda Handl, Peter Sachs und Herbert Katzdobler (CSU), Ernst Portenlänger (SPD), Hilde Miner (Grüne) und Siegfried Hauser (PWB). Die Mehrheit votierte für weitere Planungen.

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