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Einer der Höhepunkte: Das Streicherensemble begeistert beim Festkonzert mit Klassik-Rock besonderer Güte.

Jubiläum

In kleinen Schritten nach oben

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Eine gelungene Demonstration ihres Könnens zeigten die Schüler der Musikschule Sauerlach-Brunnthal beim Festkonzert in der Grundschule.

Brunnthal– Das große Orchester unter Leitung von Oliver Kälberer intonierte aus Anlass des Jubiläums der Musikschule in Brunnthal Werke von Vivaldi, Mozart und Dvorak. Doch die Bandbreite der arrivierten Lehreinrichtung ist größer. Zum Auftakt erklang Volksmusik an Harfe und Hackbrett, der Trommelkurs intonierte „Jimba,Jimba“ und entführte in prickelnde Rhythmuswelten.

Im Saal gingen Kunstgenuss, sichtbarer Stolz von Eltern über das klassische Wirken ihrer Sprösslinge und Feiertagsstimmung zum Schulgeburtstag eine wunderbare Symbiose ein. Am Ende gab es Applaus und Wertschätzung für die Akteure. Gleichzeitig zeigte die Musikschule auf, welches Potenzial hier geschaffen wurde.

Kein Wunder, dass die Leiterin der Musikschule, Bettina Fuchs, auf das Modell Sauerlach-Brunnthal mit viel Stolz blickt. Seit 1971 bildet der Verein in Sauerlach junge und etwas ältere Musiker aus. 2007 kam dann wegen der großen Nachfrage auch der „Filialbetrieb“ in Brunnthal dazu. Eine engagierte Elterninitiative hatte seinerzeit auch den Brunnthaler Bürgermeister Stefan Kern samt Gemeinderat begeistern können.

Aus den bescheidenen Anfängen, als in Brunnthal lediglich Klavier- und Blockflötenunterricht angeboten worden war, ist längst ein stimmiges Konzept mit orchestraler Bandbreite wie in Sauerlach geworden. 112 der insgesamt 600 Schüler im Alter ab eineinhalb Jahren erlernen heute allein in Brunnthal an drei Unterrichtsstandorten ein Instrument oder den Zugang zu Instrumenten. Im Brunnthaler „Musikgarten“ und im Hofoldinger Kindergarten St. Nikolaus bei den „Musikentdeckern“ nähern sich die ganz Kleinen zusammen mit ihren Eltern mit Klangstäben und Rhythmusspulen der Klangwelt. „Interessant ist, dass am Anfang die Kleinen eher passiv und abwartend agieren und die Eltern mehr auf die Basisinstrumente klopfen. Nach kurzer Zeit ist das genau anders herum“, sagt Fuchs. „Wir wollen die Musikbegeisterung in die ganze Familie tragen“, lautet das Credo.

In dieser Richtung bildet der Instrumentenbasiskurs für Erstklässler die nächste Tonlage heraus. Erst in den Einzel- und Gruppen-Unterrichten setzt die Schule instrumentelle Schwerpunkte. Egal ob an den klassischen Zupfinstrumenten von Hackbrett bis (E-)Gitarre und Mandoline, bei den Bläsern mit dem richtigen Ansatz an Flöte, Trompete und Posaune, Querflöte, Saxophon oder Klarinette, am Akkordeon oder in den gesanglichen Gruppen: Der methodische Aufbau bietet eine fundierte Basis. Später in den Bands und Orchestern der Schule, die im Jahr rund 70 Konzerte und Auftritte unterschiedlichen Zuschnitts absolvieren, „wird das Gelernte vertieft“, sagt Fuchs.

Relativ früh zeigt sich, wer ein größeres Talent auch in eine klassische Musikkarriere münden lassen möchte. Etwa zwei aus jedem Jahr schaffen diesen Sprung. Der Zuschnitt der Schule passt aber auch für all die anderen. „Wir sind vorrangig der Breitenförderung verpflichtet“, unterstreicht Fuchs. „Wichtig ist uns an der Schule, das Wesen der Musik zu vermitteln“. Was das ist? Da leuchten die Augen der Liebhaberin: „Herrliche Klangwelten, welche die Glücksfunktion erhöhen. Oft werden lebenslange Freundschaften bei den Orchester- und Bandmusikern begründet, und Menschen haben die Gelegenheit, sich selbst über die Musik auszudrücken – das ist fantastisch.“

Zur Vermittlung der Klangwerte gehört auch das Team. 24 Lehrer vermitteln Grundlagen und mehr. „Unsere Suche ist akribisch“, versichert Fuchs im Chor mit ihrer Brunnthaler Dependance-Leiterin Barbara Schmidt. „Wir schreiben alle Stellen aus, schließlich besteht in München kein Mangel an guten Musikern. Die müssen dies aber auch vermitteln können“. Beim Probeunterricht wird der musische Ansatz ebenso streng unter die Lupe genommen wie pädagogische Fähigkeiten getestet. „In wie kleinen Schritten sind diese Profis fähig, den Kindern die Musik näher zu bringen. Das wollen wir sehen“, so Fuchs. Schließlich sollen die Kinder und Jugendlichen ebenso wie der derzeit mit 79 Lenzen älteste Schüler behutsam herangeführt werden. „Das stimmige Ergebnis war in Brunnthal jetzt wieder zu hören.“

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