Bühnensprengende Vitalität mit tänzerischer Eigennote

- VON MANFRED STANKA Grünwald - Step by step, Beine vor, ein Schritt zurück, Hände nach oben, Winken. 40 Buben und Mädchen zwischen zwölf und 23 Jahren bewegen sich vor den Kameras des RTL-Teams im Saal des evangelischen Gemeindezentrums in Grünwald zu immer neuen Formationen. Sie setzten Gospel auf einmalige Weise in Tanz und Gesang um, denn dieses junge Ensemble hat die Songs von der Liebe Gottes und dem endlosen Vertrauen, das der Mensch auf ihn setzen darf, bis in den feinsten tänzerischen Atemzug erspürt. Ein Hauch Broadway und atemlose Konzentration sind auch dabei.<BR>

Die Choreografin Jutta Hager beugt sich nach vorne, die Youngsters tun es ihr nach, den selbst die Verbeugung nach der Performance muss stilvolle Perfektion demonstrieren. Ihre Blicke gleiten über die Haare. Vier kerzengerade Linien, aus Haarschöpfen geformt - gut so! Dem Gospelchor, gerade erst vor einem Jahr von der 49-jährigen Religionslehrerin und Theologin am Harlachinger Albert-Einstein-Gymnasium gegründet, ist schier Unmögliches gelungen. Unter über 60 Bewerbern aus ganz Europa hat er den Sprung ins Finale für den "Gospel Award" geschafft. Am Samstag, 16 Dezember, stellen sich die Grünwald-Newcomer im International Congress Center München vor über 3 000 Besuchern zusammen mit fünf Konkurrenten dem Wettbewerb um den "Gospel-Oscar". Schirmherr des Mammutereignisses ist der bayerische Landesbischof Johannes Friederich, in der Jury sitzen unter anderem Plattenproduzent Thomas Stein (bekannt aus "Deutschland sucht den Superstar"), die "deutsche Gospel-Stimme" Inga Rumpf und der Kirchenmusikdirektor Matthias Nagel.<P>Von Lampenfieber und Nervosität nichts zu spüren <P>Aber für die Truppe im evangelischen Gemeindezentrum ist der Event scheinbar noch in "weiter Ferne". Von Lampenfieber und Nervosität ist nichts zu spüren, und als sie Chorleiter Eric Bond nach der Probe lobt ("Ihr habt eine tolle Vorstellung geliefert"), da strahlen die Gesichter. So eine Beurteilung zählt viel, denn der Schwarzamerikaner ist ein absoluter Bühnenprofi und kennt sich aus in Sachen Disziplin. Mit ihm, dem 47-Jährigen aus Toledo/Ohio, hat Chorgründerin Jutta Hager eine Trumpfkarte gezogen. Bond ist als Tontechniker, Studioleiter, Texter für Schlagerstars wie Juliane Werding in der Showszene ebenso zu Hause wie am heimischen Klavier. Auf den traditionellen Wurzeln des Gospel fußend, findet er einen eigenen zeitgemäßen Sound. Und so stimmt auch keine Sopranistin "Amazing grace" an, das überhaupt ein schottisches Volkslied ist, sondern Jerome Morris als Leader bekennt mit einer ungewöhnlich ausdrucksstarken Bluesstimme und einer schon jetzt bühnensprengenden Vitalität: "Ohne Jesus bin ich nichts." Und das klingt nicht so sehr erbaulich, sondern vielmehr wie ein mit Emotionen aufgetankter Rock.<P>Erst bei der Generalprobe kommt dann auch noch die Begleitband hinzu, und damit muss sich die Gruppe kurz vor dem Drahtseilakt noch auf eine vollkommen neue Situation einstellen. Bislang hatte sie Bond nur am Klavier begleitet. "Aber die schaffen das", ist Hager überzeugt.<P>

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